Wasabi kultivieren und Wurzel ernten

Wer Wasabi im Restaurant bestellt, bekommt nicht unbedingt Paste der echten Wurzelknolle aus Japan. Aus Kostengründen wird oft eine grün gefärbte Meerrettichcreme angeboten, die im Geschmack schärfer ist. Mit etwas Fachkenntnis können Sie den Anbau im eigenen Garten ausprobieren.

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Wasabi hat gern nasse Wurzeln

Aussaat

Stratifizieren Sie das Saatgut für 60 bis 90 Tage im Kühlschrank, um die Keimung zu animieren. Lassen Sie die Samen anschließend in Wasser einweichen, bevor Sie diese auf einer nährstoffarmen Anzuchterde ausbreiten und leicht andrücken. Für ein gutes Keimergebnis müssen Sie das Substrat gleichmäßig feucht halten. Ein gelegentlicher Wasserspritzer imitiert den natürlichen Lebensraum von Eutrema japonicum, der an Bächen und Flüssen liegt.

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Auspflanzen

Die Jungpflanzen finden im Freiland oder in einem Kübel gute Wachstumsvoraussetzungen, wenn die Umgebungsbedingungen stimmen. Die Uferbereiche von Bachläufen oder Gartenteichen dienen als optimale Standorte. Ein Pflanzabstand von 30 Zentimeter zwischen den einzelnen Pflänzchen ist wichtig, damit sich diese uneingeschränkt entwickeln.

Standortansprüche:

  • mag keine direkte Sonne, nördlich ausgerichtete Gärten sind ideal
  • Temperaturen von acht bis 20 Grad
  • nährstoffreiches und humoses Substrat, gerne lehmhaltig
  • feuchte aber keine staunassen Böden

Pflege und Ernte

Wasabi erfordert eine gleichmäßige Bodenfeuchte, sodass Sie auf eine regelmäßige Bewässerung achten sollten. Trockenperioden verträgt die japanische Gemüsepflanze nicht. Eine gelegentliche Verabreichung von Flüssigdünger beschleunigt die Entwicklung. Milde Wintermonate mit Temperaturen im einstelligen Minusbereich übersteht die Wurzel gut. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, sollten Sie das Beet mit einem Gartenvlies abdecken. Im Frühjahr können Spätfröste die frisch austreibenden Blätter schädigen.

Wasabi ernten

Bis sich ein erntereifer Strunk entwickelt, können bis zu drei Jahre vergehen. Sie sollten den japanischen Meerrettich erst ernten, wenn sich die Pflanze teilt. Auf diese Weise sichern Sie den Fortbestand der mühsam herangezogenen Pflanzen. Blätter und Blüten lassen sich genauso wie die Wurzel in der Küche verwenden.

Sortenvielfalt

Mittlerweile gibt es einige Zuchtformen, die sich als anspruchsloser erweisen als die Ursprungsart. Sie lassen sich problemlos bei mitteleuropäischen Bedingungen im Freien kultivieren.

Daruma

Diese Sorte gedeiht auf normalen Gartenböden und entwickelt reich verzweigte Wurzelstöcke. Beliebt ist sie nicht nur wegen ihrer pflegeleichten Anforderungen, sondern auch aufgrund des aromatischen Geschmacks. In Japan wird diese Züchtung an Bächen und Flussläufen kultiviert. Hier sorgt das fließende Wasser im Sommer für Kühlung, während es im Winter milde klimatische Bedingungen gewährleistet.

Mazuma

Diese Wasabipflanzen entwickeln kurze und dicke Wurzelknollen, da sie vergleichsweise langsam wachsen. Mazuma-Rauken zeichnen sich durch ein robustes Wachstum aus und werden selten von Krankheiten befallen. Die meisten Jungpflanzen aus dem Baumarkt gehen auf den Mazuma-Wasabi zurück.

Midor

In Japan erfolgt der Anbau dieser Zuchtform ähnlich wie bei Reispflanzen. Die Züchtung ist schnellwachsend und gedeiht bei kühlen Temperaturen.. Allerdings erweist sich die Keimung als schwierig, da nur wenige Samen aufgehen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: ol_dmi/Shutterstock

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