Sonstige Kräuter

Süßholz im eigenen Garten: So gelingt der Anbau

Artikel zitieren

Süßholz, auch bekannt als Glycyrrhiza glabra, ist eine vielseitige Pflanze, die sowohl für ihre süßen Wurzeln als auch für ihre medizinischen Eigenschaften geschätzt wird. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zum Anbau, zur Pflege und zur Ernte von Süßholz im eigenen Garten.

Süßholz pflanzen
Süßholz ist eine zarte Pflanze, die im Spätsommer lila Blüten trägt

Standort & Boden

Süßholz wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit tiefgründigem, durchlässigem und nährstoffreichem Boden. Ein guter Boden ist für die Bildung der tiefen Pfahlwurzeln essentiell. Bei lehmigen Böden können Sie diese mit Kompost und Sand auflockern, sandige Böden hingegen mit Tonmehl verbessern. Tiefgründiges Lockern des Bodens vor dem Pflanzen fördert die optimale Entwicklung der Wurzeln. Windgeschützte, humose und feuchte Plätze sind ideal, dabei sollten Sie Staunässe vermeiden.

Lesen Sie auch

Süßholz ist winterhart bis -17 °C. Junge Pflanzen sollten Sie im ersten Winter mit Reisig abdecken, um sie zu schützen.

Aussaat & Anzucht

Die erfolgreiche Anzucht von Süßholz beginnt meist im Haus.

Aussaat im Haus

Starten Sie die Aussaat ab Ende Februar. Weichen Sie die Samen 24 bis 48 Stunden in Wasser ein. Selbst gesammeltes Saatgut benötigt eine zwei- bis vierwöchige Kältebehandlung im Kühlschrank. Füllen Sie Aussaaterde in Anzuchtgefäße und bedecken Sie die eingeweichten Samen nur dünn mit Erde. Stellen Sie die Gefäße an einen warmen Ort mit etwa 20 °C und halten Sie die Erde konstant feucht. Nach etwa 15 bis 30 Tagen keimen die Samen. Lüften Sie die Gefäße regelmäßig, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Aussaat im Freiland

Ab Mitte Mai, sobald keine Frostgefahr mehr besteht, können Sie die Samen direkt ins Freiland säen. Bereiten Sie den Boden durch tiefgründiges Lockern vor. Säen Sie die Samen etwa 1 cm tief aus und halten Sie die Erde feucht, bis die Keimlinge erscheinen.

Auspflanzen

Vorgezogene Jungpflanzen können ab Ende Mai ins Freiland gesetzt werden. Halten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 50 x 50 cm ein, um dem ausladenden Wurzelsystem Platz zu bieten.

Anbau im Kübel

Süßholz lässt sich auch in großen, tiefen Kübeln anbauen. Verwenden Sie lockere Blumenerde. Rhizomsperren helfen, eine unkontrollierte Ausbreitung der Pfahlwurzeln zu verhindern.

Pflege & Düngung

Süßholz ist pflegeleicht und benötigt in nährstoffreichem, lockerem Boden im ersten Jahr keine Düngung. Ab dem zweiten Jahr kann eine leichte Düngung im Frühjahr mit Kompost oder organischem Langzeitdünger sinnvoll sein. Vermeiden Sie Dünger mit hohem Phosphoranteil.

Halten Sie die Erde konstant feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. An heißen Tagen mit wenig Regen ist alle zwei Tage Gießen empfehlenswert. Im Herbst schneiden Sie die Pflanzen nach dem ersten Frost auf 5 bis 10 cm zurück, um kräftigen Austrieb im Frühjahr zu fördern.

Kübelpflanzen düngen Sie alle vier bis sechs Wochen mit Universaldünger und sorgen für gute Drainage.

Ernte

Die Ernte von Süßholzwurzeln erfordert Geduld; es dauert mindestens drei bis vier Jahre, bis die Pflanze ausreichend Wurzelmasse entwickelt hat. Ernten Sie im Herbst nach der Blütezeit, wenn die Wurzeln die höchste Konzentration an Süßstoffen haben. Gehen Sie dabei sorgfältig vor, indem Sie hauptsächlich Nebenwurzeln und Wurzelausläufer ernten, um die zentrale Pfahlwurzel zu schonen. Waschen Sie die Wurzeln gründlich, um sie für die weitere Verarbeitung vorzubereiten.

Verwendung & Wirkung

Süßholz enthält Glycyrrhizin, das etwa fünfzigmal süßer als Zucker ist. Die Wurzel wird sowohl kulinarisch als auch medizinisch genutzt.

Heilpflanze mit vielfältigen Wirkungen

Seit Jahrtausenden schätzt man die Süßholzwurzel wegen ihrer heilenden Eigenschaften. Sie wirkt schleimlösend und hustenlindernd, fördert die Verdauung und wirkt entzündungshemmend. Dank ihrer Phytoöstrogene kann sie Wechseljahresbeschwerden lindern und hormonabhängigen Tumoren vorbeugen. Süßholz besitzt zudem antivirale und antibakterielle Eigenschaften.

Zubereitung und Anwendung

Für einen Süßholzwurzeltee übergießen Sie einen Teelöffel klein geschnittene Wurzel mit 150 Millilitern kochendem Wasser und lassen den Tee fünf Minuten ziehen. Danach seihen Sie die Wurzelstücke ab.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei langer oder hoch dosierter Anwendung kann Süßholz ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt verursachen, was zu Wasseransammlungen, Bluthochdruck und gesundheitlichen Problemen führen kann. Schwangere sowie Personen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenproblemen sollten den Konsum vorher mit einem Arzt abklären.

Süßholz stellt somit eine wertvolle Pflanze für kulinarische und medizinische Zwecke dar, sollte jedoch maßvoll und verantwortlich genutzt werden.

Bilder: Kerstin Waurick / iStockphoto