Tomaten entkernen – warum und wie?

Tomaten sind eine Grundzutat vieler Nudelgerichte und auch aus gemischten Salaten nicht wegzudenken. Es gibt Gerüchte, dass sie ohne ihr "Innenleben" besser schmecken würden und es deshalb besser wäre, die Kerne und Scheidewände zu entfernen. Doch stimmt das wirklich? Dieser Frage gehen wir auf den Grund. Außerdem erklären wir Schritt für Schritt, wie Sie Tomaten entkernen können.

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Tomatensamen zu entfernen ist mühsam

So entkernen Sie Tomaten

Es gibt zwei Möglichkeiten, Tomaten zu entkernen:

  • mit einem Messer (und eventuell einem Löffel)
  • mit einem Tomatenentstrunker oder Kugelausstecher

Tomaten mit Messer und Löffel entkernen

  1. Halbieren Sie die Tomate mit einem scharfen Messer.
  2. Schneiden Sie den grünen Strunk heraus.
  3. Halbieren Sie die vom Strunk befreiten Hälften noch einmal, sodass Sie schließlich Viertel haben.
  4. Schneiden Sie danach die Kerne mit einem runden Bogenschnitt heraus. Führen Sie das Messer an der Innenseite des Fruchtfleisches entlang. So beseitigen Sie nicht nur die Kerne, sondern auch die Scheidewände.
  5. Etwaige verbliebene Samen streifen Sie einfach mit Ihren Fingern vom Fruchtfleisch.

Tipps

Alternativ können Sie die Scheidewände und Kerne auch mit einem Löffel entfernen – höhlen Sie die Tomaten mit dem Hilfsmittel aus.

Tomaten mit Tomatenentstrunker oder Kugelausstecher entkernen

  1. Schneiden Sie der Tomate den Deckel ab. Verwenden Sie dazu ein Messer.
  2. Höhlen Sie die Tomate mit einem Tomatenentstrunker oder Kugelausstecher aus.
  3. Tupfen Sie die Tomate mit Küchenpapier trocken.
  4. Nun können Sie die Tomate nach Belieben weiterverwenden.

Tipps

Für die meisten Tomaten ist ein Tomatenentstrunker ideal. Nur für große Exemplare greifen Sie besser auf einen Kugelausstecher zurück.

Wenn Sie die Tomaten nicht nur entkernen, sondern darüber hinaus häuten, bleibt nur das Fruchtfleisch übrig. Man spricht dann auch von Tomatenfilets.

Sollte man Tomaten überhaupt entkernen?

Diese Frage ist unter Hobby- und Profiköchen umstritten. Viele sind der Meinung, dass eine Tomate ohne ihr Inneres aromatischer schmeckt. Sie behaupten zudem, das Kernelement würde Gerichte verwässern. Da es sich um subjektive Empfindungen handelt (und zum Teil um hingenommene “Überlieferungen” aus Rezepten), wollten wir diese Angelegenheit ein wenig objektiver analysieren. Es liegt eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema vor, allerdings mit völlig anderem Ergebnis.

Der britische Gastronom Heston Blumenthal stellte die Theorie auf, dass eine Tomatensoße mit den Innereien der Früchte viel besser schmecken würde und ließ seine Vermutung wissenschaftlich prüfen und absichern. Bei der entsprechenden Studie an der University of Reading fanden die Forscher heraus, dass vor allem die gelartige (scheinbar verwässernde) Umhüllung der Tomatenkerne bis zu elf Mal so viel Glutamat enthält wie das Fruchtfleisch. Glutamat ist ein Salz der Glutaminsäure, das in einigen Lebensmitteln natürlich vorkommt und in der Regel für Wohlgeschmack verantwortlich zeichnet – auch bei Tomaten.

Wichtig: Selbstverständlich bezieht sich diese Erkenntnis auf wirklich gute Tomaten, die in der Saison (von Juli bis September) in der Erde gewachsen sind.

Kurzum kann es also nur einen Grund geben, Tomaten zu entkernen: Manchen Menschen missfällt die Optik von Soßen und Gerichten mit herumschwimmenden Tomatenkernen. Geschmacklich tun Sie Ihren Speisen und damit auch Ihrem Genuss gemeinhin aber keinen Gefallen, auch wenn es hartnäckig behauptet wird.

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Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Hirundo/Shutterstock

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