Tibouchina überwintern – Winter-Tipps für die Prinzessinenblume

Tibouchina ist als exotische Blütenschönheit in unseren Breiten nicht winterhart. Die Null-Toleranzgrenze ist schon lange vor dem ersten Frost erreicht. Rechtzeitiges Einräumen ins ideale Winterquartier und modifizierte Pflege manövrieren die Prinzessinenblume sicher durch die kalte Jahreszeit. So überwintern Sie Tibouchina richtig.

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Die Tibouchina ist nicht winterhart

Tibouchina beizeiten einräumen

Tibouchina (Tibouchina urveillana) hört auf viele Namen: Prinzessinenblume, Veilchenbaum, Sambablume oder Prinzessinenstrauch. Gutmütig verzeiht das immergrüne Blütengehölz mit den samtig-blauen Blüten so manchen Anfängerfehler in der Pflege. Keinen Spaß versteht die tropische Schönheit aus Brasilien, wenn ihr ein zu kalter Standort zugemutet wird. Ein Blick aufs Thermometer lässt keine Fragen offen, wann die royale Blütendiva ins Warme will:

  • Ab Oktober oder 10° Celsius: Standortwechsel vor die Hauswand mit abstrahlender Wärme
  • Im November oder ab 5° Celsius: Tibouchina einräumen
  • Kurzzeitiges Temperaturminimum: 0° Celsius

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Vor dem Einräumen putzen Sie verwelkte Blüten, vertrocknete und gelbe Blätter aus. Bei dieser Gelegenheit werfen Sie bitte einen prüfenden Blick auf die Blattunterseiten. Mit Blattläusen im Gepäck sollte Tibouchina vom Balkon nicht ins Winterquartier umsiedeln. Abgeknickte, vertrocknete Zweige schneiden Sie am Ansatz ab.

Winterquartier: kühl und mit Tageslicht

Die Standortqualität im Winter entscheidet über die Blütenpracht im nächsten Jahr. Frostfrei, kühl und hell sind die idealen Rahmenbedingungen, die sich Tibouchina und andere immergrüne Topfpflanzen jetzt wünschen. Folgende Übersicht nennt die Einzelheiten:

  • Licht: hell bis sonnig mit Beschattung gegen direkte Wintersonne
  • Temperaturen: ideale 10° bis 15° Celsius (mindestens 5° C, höchstens 20° Celsius)

Verglaste, ungeheizte Räume mit Tageslicht sind in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft: optimal für die Blütenanlage, wirksam gegen Schädlinge, förderlich gegen Blattverlust. Wintergarten, verglaste Terrasse, helles Treppenhaus, ungeheiztes Gästezimmer oder Gewächshaus mit Frostwächter finden den Zuspruch einer Prinzessinenblume als Winterresidenz. Im schattigen Keller mit Temperaturen um 12° Celsius gleicht eine Pflanzenlampe (35,99€ bei Amazon*) den Lichtmangel aus, wenn täglich 2000 bis 3000 Lux auf die Blätter einwirken.

Tibouchina im Winter pflegen – Tipps & Tricks

In Verbindung mit dem herbstlichen Standortwechsel stellen Sie bitte die Nährstoffversorgung ein. Das nächste Mal düngen Sie eine Prinzessinenblume erst am Ende der winterlichen Wachstumsruhe. Auf der langen Reise durch die kalte Jahreszeit sind monatliche Kontrollbesuche gärtnerisches Pflichtprogramm. So pflegen Sie eine Sambablume im Winter vorbildlich:

  • Tibouchina sparsam gießen im Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser
  • Im großen Kübel Feuchtigkeitsmesser ins Substrat einsetzen
  • Topf auf Holz oder Iso-Material stellen gegen Kälte von unten
  • Regelmäßig lüften
  • Ende Februar/Anfang März Tibouchina zurückschneiden und auslichten

Verschneiden Sie einen Veilchenbaum stets im krautigen Bereich. Am alten Holz treibt eine Tibouchina nicht mehr aus und legt dort auch keine Blütenknospen an. Im Anschluss an den Form- und Erhaltungsschnitt topfen Sie die Prinzessinenblume um in frisches Substrat. Lugen aus dem Topfboden die ersten Wurzeln hervor, ist der Wechsel in einen größeren Kübel sinnvoll. Mehr als zwei Finger sollten freilich nicht zwischen Wurzelballen und Gefäßwand passen.

Tipps

Grauschimmel (Botrytis cinerea) ist eine häufige Ursache, wenn Tibouchina den Winter nicht übersteht. Auslöser für das Problem ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. Regelmäßiges Lüften ist eine effektive Vorbeugung. Sollten die Fenster dennoch beschlagen, stellen Sie einen Luftentfeuchter auf im Winterquartier. Pflanzen mit grauem Pilzrasen sollten unverzüglich aussortiert und entsorgt werden.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: J Need/Shutterstock

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