Steingarten

Steingarten: Mauern als Gestaltungselement & Lebensraum

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Natursteinmauern werten Gärten nicht nur optisch auf, sondern bieten auch funktionale Vorteile. Dieser Artikel stellt verschiedene Mauerarten, Materialien und Bepflanzungsmöglichkeiten vor und gibt praktische Tipps für Planung und Bau.

Steinmauer Garten
Auf der Steinmauer kann auch gepflanzt werden

Arten von Natursteinmauern

Natursteinmauern sind vielseitige Gestaltungselemente im Garten und bieten nicht nur eine naturnahe Optik, sondern auch funktionale Vorteile. Die wichtigsten Arten von Natursteinmauern sind Trockenmauern, Schichtmauern, Zyklopenmauern und Mauern aus Formatmauersteinen. Jede dieser Varianten hat ihre eigenen Bauweisen und Einsatzmöglichkeiten.

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Trockenmauern

Trockenmauern werden ohne die Verwendung von Mörtel errichtet. Die Steine werden durch geschicktes Aufschichten und Anordnen stabilisiert. Trockenmauern sind oft zwischen 80 und 120 cm hoch und bieten Nischen, die als Lebensraum für Insekten und Kleintiere dienen. Diese Mauern sind besonders beliebt in naturnahen Gärten und eignen sich hervorragend für Hangbefestigungen, da das Wasser leicht abfließen kann und keine Staunässe entsteht.

Schichtmauern

Schichtmauern, auch Schichtmauerwerk genannt, zeichnen sich durch eine klare Struktur aus. Hierbei werden die Steine in Schichten mit gleicher Höhe aufgereiht, sodass waagerechte Fugen entstehen. Diese Mauern werden in der Regel mit Mörtel verfugt, um eine höhere Stabilität zu gewährleisten. Schichtmauern sind ideal für größere Höhen oder als Einfassung von Beeten und Terrassen. Sie bieten eine elegante und moderne Optik.

Zyklopenmauern

Zyklopenmauern, auch Polygonalmauern genannt, bestehen aus unregelmäßigen, großen Steinen, die passgenau aufeinander geschichtet werden. Diese Mauerart verleiht Ihrem Garten eine rustikale und ursprüngliche Ausstrahlung. Da die Steine individuell angepasst werden müssen, ist der Bau einer Zyklopenmauer arbeitsintensiv, bietet jedoch eine ausgezeichnete Stabilität und Langlebigkeit. Zyklopenmauern eignen sich hervorragend als dekorative Elemente im Garten, für Abgrenzungen oder als Stützmauern.

Formatmauersteine

Mauern aus Formatmauersteinen bestehen aus vorgefertigten Steinen in standardisierten Größen. Diese Steine lassen sich einfach und schnell verarbeiten und sind in verschiedenen Farben und Oberflächenstrukturen erhältlich. Formatmauersteine eignen sich besonders für Projekte, bei denen Genauigkeit und Geschwindigkeit im Vordergrund stehen. Diese Art von Mauer wird in der Regel mit Mörtel errichtet und bietet eine gleichmäßige, moderne Optik.

Materialien für Natursteinmauern

Für den Bau von Natursteinmauern stehen Ihnen mehrere Gesteinsarten zur Auswahl, von denen jede ihre spezifischen Eigenschaften und ästhetischen Merkmale aufweist. Die Wahl des Materials sollte von Ihren persönlichen Vorlieben, dem gewünschten Erscheinungsbild sowie der geografischen Lage abhängen.

Granit

Granit ist ein äußerst robustes Hartgestein, das durch das Erstarren von Magma in der Erdkruste entsteht. Es ist besonders langlebig und widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse. Die Farbpalette reicht von Grau über Schwarz bis hin zu rötlichen und grünen Tönen. Granit eignet sich hervorragend für Projekte, die eine hohe Belastbarkeit und eine ansprechende, moderne Optik erfordern.

Kalkstein

Kalkstein ist ein weicheres Sedimentgestein, das sich leicht bearbeiten lässt. Die Farben variieren von gelblich-beige bis grau. Mit der Zeit entwickelt Kalkstein eine attraktive Patina, die Ihrem Garten eine antike Ausstrahlung verleiht. Er eignet sich besonders gut für Trockenmauern und verleiht diesen eine warme, natürliche Ästhetik.

Schiefer

Schiefer ist bekannt für seine Schichtung und Spaltbarkeit. Dieses Tongestein verfügt über eine glatte, oft glimmernde Oberfläche. Farblich reicht Schiefer von dunklen Grautönen bis hin zu bläulichen und grünen Nuancen. Wegen seiner Schichtung ist Schiefer ideal für Schichtmauern, die eine exakte und stilvolle Wirkung erzielen.

Sandstein

Sandstein, ein weiteres Sedimentgestein, ist leicht zu bearbeiten und bietet eine warme, rustikale Ausstrahlung. Die natürlichen Farbtöne reichen von Hellbeige über Rot bis hin zu Braun. Seine Struktur macht ihn besonders geeignet für Trockenmauern, die stabil und gleichzeitig dekorativ sind. Wegen seiner porösen Eigenschaften nimmt Sandstein leicht Feuchtigkeit auf, weshalb er in trockenen Lagen besonders langlebig ist.

Basalt

Basalt ist ein vulkanisches Ergussgestein und besonders widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse. Es wird meist in dunklen Grautönen bis Schwarz gefunden und wirkt in Mauern markant und elegant. Basalt ist schwer zu bearbeiten und wird daher häufig in seinem Naturzustand verwendet. Er eignet sich gut für Stützmauern und dekorative Gartenmauern, die eine hohe Festigkeit erfordern.

Für eine nachhaltige und harmonische Gartengestaltung sollten Natursteine aus der jeweiligen Region bevorzugt werden. Dies spart Transportkosten und integriert die Mauer nahtlos in das natürliche Umfeld Ihres Gartens.

Vorteile von Natursteinmauern

Natursteinmauern bieten zahlreiche Vorteile, die sowohl ästhetisch als auch funktional sind:

  • Ästhetische Vielfalt: Natursteinmauern verleihen Ihrem Garten ein zeitloses und natürliches Aussehen. Sie können verschiedene Farben, Texturen und Muster integrieren, wodurch sie sich harmonisch in unterschiedliche Gestaltungskonzepte einfügen lassen – sei es traditionell, modern oder rustikal.
  • Langlebigkeit und Robustheit: Natursteine sind extrem haltbar und widerstehen Witterungseinflüssen sowie Abnutzung. Dadurch erfordern sie langfristig wenig Wartung.
  • Ökologischer Beitrag: Die Beschaffenheit von Trockenmauern schafft ideale Bedingungen für Pflanzen und Tiere. Hohlräume und Spalten bieten Lebensraum für Insekten, Reptilien und trockenliebende Pflanzen, was zur Biodiversität Ihres Gartens beiträgt.
  • Funktionale Vielseitigkeit: Natursteinmauern können Höhenunterschiede im Gelände ausgleichen und Terrassen oder Hanglagen absichern. Zudem bieten sie einen natürlichen Erosionsschutz und erhöhen die Stabilität des Bodens.
  • Geringe Wartung: Aufgrund ihrer robusten Struktur benötigen Natursteinmauern selten Pflege. Mögliche Beschädigungen lassen sich oft unkompliziert und mit minimalem Aufwand reparieren.
  • Wärme- und Schalldämmung: Natursteine haben natürliche dämmende Eigenschaften. Sie regulieren das Mikroklima im Garten und schützen Pflanzen vor extremen Temperaturen. Darüber hinaus bieten sie eine gewisse Schalldämmung, die für eine ruhigere Gartenatmosphäre sorgt.
  • Nachhaltigkeit: Natursteine sind umweltfreundlich, da sie direkt aus der Natur gewonnen und ohne erhebliche Umweltbelastung verarbeitet werden. Zudem können sie recycelt und wiederverwendet werden, was sie zu einer nachhaltigen Wahl für Bau- und Gartenprojekte macht.

Indem Sie Natursteinmauern in Ihrem Garten integrieren, schaffen Sie nicht nur ein attraktives und langlebiges Gestaltungselement, sondern unterstützen auch die ökologische Vielfalt und Nachhaltigkeit Ihres Außenbereichs.

Planung und Bau einer Natursteinmauer

Eine Natursteinmauer zu errichten, erfordert sorgfältige Planung und präzise Ausführung. Zunächst sollten Sie den Zweck und die gewünschte Ausführung der Mauer festlegen, ob als Stützmauer, als dekoratives Element oder als Beeteinfassung. Hier sind die wesentlichen Schritte zur erfolgreichen Umsetzung:

1. Vorbereitung und Fundament

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, müssen Sie eine stabile Basis schaffen, um die Langlebigkeit der Mauer zu gewährleisten:

  • Untergrund vorbereiten: Heben Sie den Boden etwa 40-60 cm tief aus und entfernen Sie dabei alle Wurzeln und Steine.
  • Fundament anlegen: Füllen Sie den Aushub mit einer 20-30 cm dicken Schicht aus Schotter oder Kies, die als Drainage dient. Verdichten Sie diese Schicht mit einer Rüttelplatte.
  • Mörteluntergrund (optional): Bei gemörtelten Mauern wird über der Schotterschicht eine 10-20 cm dicke Sandschicht aufgetragen und verdichtet.

2. Auswahl und Platzierung der Steine

Die Wahl der Steine beeinflusst sowohl die Stabilität als auch die Ästhetik der Mauer. Sie sollten Steine in unterschiedlichen Größen und Formen verwenden, um eine stabile und optisch ansprechende Struktur zu schaffen:

  • Sortierung: Sortieren Sie die Steine nach Größe und Form für eine bessere Übersicht.
  • Erste Schicht: Beginnen Sie mit den größten und flachsten Steinen, um eine breite, stabile Basis zu schaffen.
  • Versatz der Fugen: Setzen Sie die Steine in versetzter Anordnung, um die Stabilität zu erhöhen. Dabei sollten die Fugen jeder Schicht nicht direkt übereinanderliegen.
  • Anpassen der Steine: Bei Bedarf können Sie Steine mit Hammer und Meißel zurechtschlagen, besonders bei Kalksteinen ist dies leicht möglich.

3. Aufschichten und Stabilisieren

Je nach Art der Natursteinmauer gibt es unterschiedliche Methoden, die Steine zu verbinden:

  • Trockenmauern: Für Trockenmauern werden die Steine ohne Mörtel geschichtet. Füllen Sie Hohlräume hinter der Mauer mit Drainagematerial wie abgemagertem Mutterboden oder Kies, um zusätzliche Stabilität zu gewährleisten.
  • Gemörtelte Mauern: Bei höheren oder stark belasteten Mauern sollten Sie Mörtel oder speziellen Mauerkleber verwenden, um die Steine zu verbinden.
  • Metallklammern oder -dübel: Zur zusätzlichen Stabilisierung, insbesondere bei höheren Mauern, können Metallklammern oder -dübel verwendet werden.

4. Hinterfüllung und Bepflanzung

Die Hinterfüllung trägt erheblich zur Stabilität und Langlebigkeit der Mauer bei. Bei Trockenmauern können Sie auch während des Baus bereits Pflanzen integrieren:

  • Hinterfüllmaterial: Verwenden Sie abgemagerten Mutterboden oder eine spezielle Fugenmischung hinter der Mauer, um einen optimalen Wasserdurchfluss zu gewährleisten.
  • Bepflanzung: Die Fugen der Trockenmauer können gleich während des Mauerns oder im Nachhinein mit Steingartenpflanzen bestückt werden, die wenig Nährstoffe und Wasser benötigen.

Durch sorgfältige Planung und Ausführung schaffen Sie eine Natursteinmauer, die nicht nur funktional ist, sondern Ihrer Gartengestaltung einen rustikalen und naturnahen Charakter verleiht.

Bepflanzung von Natursteinmauern

Die Bepflanzung von Natursteinmauern bringt nicht nur Farbe in Ihren Garten, sondern bietet auch zusätzlichen Halt für die Steine und schafft Lebensräume für nützliche Insekten. Die Fugen zwischen den Steinen bieten ausgezeichnete Bedingungen für Steingartenpflanzen, die sich durch ihre Trockenheitsresistenz und Anspruchslosigkeit auszeichnen. Hier eine Anleitung zur Bepflanzung Ihrer Natursteinmauer:

Geeignete Pflanzenarten

Diese Pflanzen sind besonders gut für die Bepflanzung von Natursteinmauern geeignet:

  • Teppichphlox: Diese Pflanze bildet dichte Polster und zeichnet sich durch ihre farbenprächtigen Blüten aus. Sie blüht von April bis Juni und benötigt einen sonnigen Standort.
  • Hauswurz: Eine sukkulente Pflanze, die in verschiedenen Farben erhältlich ist. Hauswurz ist pflegeleicht und extrem trockenheitstolerant.
  • Fetthenne: Diese Pflanze bildet dichte Polster aus fleischigen Blättern. Sie blüht von Juli bis September und dient als wichtige Nahrungsquelle für Bienen.
  • Polsternelke: Diese Pflanze bildet kompakte Polster aus nadelförmigen Blättern und blüht von Mai bis Juni. Ideal für sonnige und trockene Standorte.
  • Steinkraut: Diese Pflanze hat einen niedrigen Wuchs und eignet sich perfekt für trockene Stellen. Es blüht meist ab April und zieht viele Insekten an.

Vorbereitungen und Pflanzvorgehen

  1. Substratmischung vorbereiten: Füllen Sie die Fugen zwischen den Steinen mit einer Mischung aus Kies und Blumenerde. Diese Zusammensetzung sorgt für gute Drainage und nährstoffarme Bedingungen, die ideal für Steingartenpflanzen sind.
  2. Pflanzen vorbereiten: Nehmen Sie die Pflanzen aus ihren Töpfen und zerschneiden Sie die Wurzelballen mit einem scharfen Messer in kleinere Stücke, sodass sie leicht in die Fugen passen.
  3. Pflanzen einsetzen: Setzen Sie die vorbereiteten Pflanzenteile waagerecht in die Fugen und fixieren Sie sie mit etwas Substrat. Drücken Sie die Erde leicht an, um die Pflanzen zu stabilisieren.
  4. Gießen: Verwenden Sie eine Gießkanne mit feiner Brause oder einen sanften Wasserstrahl, um die frisch gepflanzten Pflanzen zu bewässern. Achten Sie darauf, dass das Wasser das Substrat nicht ausspült.

Tipps für langfristigen Erfolg

Die Bepflanzung während des Mauerbaus macht den Prozess einfacher, da Sie dann die Fugen optimal an die Bedürfnisse der Pflanzen anpassen können. Falls dies nicht möglich ist, können Sie auch nachträglich pflanzen, indem Sie etwas mehr Platz zwischen den Steinen lassen. Achten Sie darauf, nicht zu dicht zu pflanzen, damit jede Pflanze genügend Raum zum Wachsen hat. Zwei bis drei Pflanzen pro Fuge mit mehreren Zentimetern Länge reichen aus.

Mit diesen Schritten sorgen Sie nicht nur für optische Highlights in Ihrem Garten, sondern tragen auch zur Stabilität und ökologischen Vielfalt Ihrer Natursteinmauer bei.

Bilder: BasieB / iStockphoto