Einen Sichtschutz aus Stein im Garten errichten

Ein Sichtschutz aus Stein kann im Garten nicht nur visuelle, sondern auch akustische Störfaktoren relativ wirksam abschirmen. Allerdings sollten Gartenbesitzer neben der Sicherheit und Optik noch andere Faktoren bei der Planung einer Sichtschutzwand aus Stein beachten.

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Eine Steinmauer schützt vor Blicken und wirkt rustikal dekorativ

Vorüberlegungen vor der Errichtung von Sichtschutzwänden aus Stein

Bevor es im eigenen Garten mit der Errichtung einer Sichtschutzwand aus Stein losgehen kann, sollten zunächst die wichtigsten Fragen zu den folgenden Faktoren geklärt werden:

  • gesetzliche Vorschriften/erforderliche Genehmigungen
  • Stabilität des Untergrunds
  • Material und Oberflächengestaltung
  • Ökologischer oder praktischer Mehrwert der errichteten Steinmauer

In vielen Fällen kann für die Errichtung einer Sichtschutzmauer aus Stein eine amtliche Genehmigung der zuständigen Baubehörde erforderlich sein. Hierbei kommen dann auch vorgeschriebene Mindestabstände zur Grundstücksgrenze zum Tragen. Außerdem erfordern Mauern aus Natursteinen oder Steinkörben im Unterschied zur Anpflanzung einer Sichtschutzhecke eine genaue Prüfung des jeweiligen Untergrunds. Schließlich kann gewöhnliches Erdreich sich absenken, unterspült werden oder auch einfach unter dem oftmals unterschätzten Eigengewicht einer Steinmauer nachgeben. In einem solchen Fall kann es mitunter sogar zu lebensgefährlichen Unfällen kommen, wenn eine Steinmauer einstürzt. Während Ziegelmauern und Gabionen kaum ökologische Nischen bieten, kann eine Natursteinmauer in ihren Mauerritzen einen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere bieten.

Sicherheit durch einen geeigneten Sockel

Liegt die Genehmigung für die Errichtung der geplanten Steinmauer vor, so kann mit den Vorarbeiten begonnen werden. In der Regel wird dazu entlang dem geplanten Verlauf der Steinmauer ein Graben ausgehoben, der zunächst mit etwas grobem Kies befüllt und anschließend dann mit einem tragfähigen Fundament aus Sockelsteinen oder auch aus Beton versehen wird. Da sich hierdurch langfristig ein Hindernis im Garten „einnistet“, sollten rechtzeitig Durchlässe für zu verlegende Kabel oder das unterirdisch abfließende Wasser in Hanglagen Form von Rohren oder Leerschächten integriert werden. Sobald dieses Fundament dann je nach Material entsprechend ausgehärtet und tragfähig ist, kann mit der Errichtung der eigentlichen Sichtschutzwand begonnen werden.

Einen Sichtschutz aus Abbruchmaterial errichten

Beim Abriss alter Häuser treten nicht selten Ziegel und Natursteine zutage, die für eine Verfüllung als Schutt viel zu schade sind. Bei der Errichtung einer Steinmauer im Garten stört es nicht unbedingt, wenn an den einzelnen Steinen noch Mörtelreste von der früheren Verwendung anhaften. Vielmehr bietet eine Steinmauer aus recycelten Steinen eine Art von Patina, die dem neu erstellten Mauerwerk sofort eine organische Integration in die Landschaftsgestaltung erlaubt. Wird dann noch statt einer streng geometrischen Bauweise eine eher ruinenartige Optik gewählt, ergibt sich ein besonderer Charme mit Romantikfaktor.

Gabionen als zeitgemäßer Sichtschutz

An Gabionen scheiden sich nicht selten die Geister der Landschaftsplaner und Gärtner: Diese Steinkörbe bieten teilweise Vorteile in Bezug auf das Genehmigungsverfahren, da sie in der Regel über keine feste Verankerung mit dem Erdreich verfügen und (zumindest theoretisch) jederzeit schnell wieder abtransportiert werden können. Allerdings lässt sich die eher schroffe Optik aus Bruchsteinen und verzinkten Stahlstäben nicht zwangsläufig mit jeder Art von Architektur und Landschaftsgestaltung kombinieren. Es ist aber zum Beispiel durchaus möglich, eine Mauer aus Gabionen durch den Bewuchs mit ein- oder mehrjährigen Kletterpflanzen zu begrünen.

Tipps

Je höher eine Steinmauer im Garten aufgemauert wird, desto höher sind auch die Anforderungen an Stabilität und Kippsicherheit. Als Kompromiss zwischen Sichtschutzhöhe und einem vertretbaren Aufwand bietet es sich an, ein Hochbeet aus Steinen zu errichten und dieses anschließend mit einigermaßen hoch wachsenden Gemüsesorten oder Blumen zu bepflanzen.

Text: Alexander Hallsteiner
Artikelbild: Vitali and Olga/Shutterstock
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