Sonnenröschen: Pflanzen und pflege

Das Sonnenröschen (bot. Helianthemum) ist eine beliebte und pflegeleichte Blütenpflanze für Stein- und Kiesgärten, zur Begrünung von Mauerkronen sowie zur Beetbepflanzung. Der niedrig bleibende Halbstrauch ist in zahlreichen Sorten und Farben erhältlich, neben leuchtend gelb und orange blühenden Formen gibt es auch rote, weiße und rosafarbene Varianten. Das unermüdlich blühende Sonnenröschen zeigt seine wahre Pracht allerdings erst durch die passende Pflege.

sonnenroeschen
Sonnenröschen lieben Sonne

Herkunft und Verbreitung

Sonnenröschen (bot. Helianthemum) sind eine rund 175 verschiedene Arten umfassende Gattung von Zwerg- und Halbsträuchern aus der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae). Die hübschen, stauden- bis polsterartig wachsenden Pflanzen sind ursprünglich im mediterranen Raum sowie in Kleinasien zu Hause, jedoch in der Regel auch bei uns winterhart.

Ihren Namen verdankt die Gattung übrigens der Eigenschaft der Blüten, sich nach dem Stand der Sonne auszurichten sowie sich bei Dunkelheit und bei kühlen Temperaturen von weniger als 20 °C zu schließen. Auch die bei den Wildarten charakteristische Gelbfärbung der Blüten verweist auf die Sonne, während die Hybridformen mittlerweile auch zahlreiche andere Farben aufweisen.

Verwendung

Ob Wildart oder Hybridzüchtung, das flach wurzelnde Sonnenröschen eignet sich bestens für Stein- und Kiesgärten sowie zur Begrünung von Steinfugen und Mauerkronen. Im Gartenbeet bzw. in der Rabatte wirkt die niedrige Pflanze am besten im Vordergrund und mit höheren Stauden als Begleitung, im Steingarten harmoniert sie vor allem mit Sommerblühern wie etwa Polster-Glockenblumen (Campanula poscharskyana) und Sommerastern (Callistephus chinensis) sowie Gräsern wie dem Blauschwingel (Festuca glauca). Des Weiteren eignen sich Sonnenröschen für die Bepflanzung von Kübeln und Balkonkästen, vorzugsweise in Kombination mit weiteren Polsterstauden.

Aussehen und Wuchs

Sonnenröschen sind niedrig bleibende und dichte Polster bildende Zwerg- oder Halbsträucher, deren Triebe im Winter nicht einziehen – wie für Stauden üblich – sondern mit der Zeit verholzen. Je nach Sorte werden die Pflanzen zwischen 15 und 30 Zentimeter hoch und bilden reich blühende, dichte Polsterteppiche aus. An den drahtigen, leicht verholzten Trieben der zierlichen Sonnenröschen sitzen zahlreiche länglich-schmale, je nach Variation dunkel- oder auch grau- bzw. silbergrüne Laubblätter. Die meisten Arten und Sorten sind zumindest wintergrün, manche auch immergrün.

Blüten und Blütezeit

Die an Rispen angeordneten Schalenblüten der Sonnenröschen erscheinen im Frühsommer und halten sich bei den meisten Sorten bis zum August. Die fünf weit geöffneten Kronblätter sind in der Regel gelb gefärbt, können aber auch weiß, orange, rosa oder rot in verschiedenen Tönungen sein. Außerdem gibt es zweifarbige Sorten mit einer anders getönten Blütenmitte. In dieser sitzen immer viele gelbe Staubblätter, die auffallend herausragen. Sonnenröschen bilden über Wochen hinweg Blüten en masse aus: Täglich zeigen sich neue Knospen, die sich am frühen Morgen öffnen und zumeist nur einen Tag lang blühen. Neben den arttypisch einfachen Schalenblüten sind mittlerweile im Handel auch Hybridsorten mit halbgefüllten und gefüllten Blütenkelchen erhältlich.

Giftigkeit

Das Sonnenröschen ist weder für Mensch noch für Tiere giftig. Stattdessen findet es zuweilen Anwendung in der Naturheilkunde, vor allem in der Bachblütentherapie.

Welcher Standort ist geeignet?

Wie ihr Name bereits vermuten lässt, fühlen sich Sonnenröschen an einem vollsonnigen und warmen Standort am wohlsten. Schließlich öffnen sich die Blüten nur bei Sonnenschein und Temperaturen über 20 °C.

Boden / Substrat

Bestens gedeihen Sonnenröschen auf eher trockenen, sandigen bis kieshaltigen, gut durchlässigen und mäßig nährstoffhaltigen Böden. Die Pflanzen brauchen für ein gesundes Wachstum zudem einen kalkhaltigen Untergrund. In Pflanzgefäßen kultivierte Helianthemum pflanzen Sie am besten in mit reichlich Sand, Perlite o. ä. vermischte Blumen- bzw. Kübelpflanzenerde. Geben Sie dabei Sorten auf Kompostbasis den Vorzug.

Sonnenroeschen richtig pflanzen

Mischen Sie beim Einpflanzen der Sonnenröschen etwas Kompost in den Aushub. Zudem sollten Sie die Pflanzen anschließend kräftig gießen und mulchen, damit die Feuchtigkeit im Boden verbleibt. Mischen Sie den Mulchmaterial möglichst feinen Kies bei.

Pflanzzeitpunkt

Pflanzen Sie die jungen Sonnenröschen im Frühjahr ins Beet. Sofern Sie die Pflanzen nicht überwintern, können Sie sie ab März auf der Fensterbank vorziehen und anschließend direkt ins Beet setzen. Zwischen Ende Mai und Anfang Juni ausgepflanzte Exemplare überstehen zudem den kommenden Winter besser, da sie in den Monaten dazwischen kräftig wachsen konnten. Alternativ ist aber auch eine Herbstpflanzung möglich, sofern die Witterung noch mild und frostfrei ist. In rauen Lagen können sowohl frisch gepflanzte als auch überwinternde Sonnenröschen einen leichten Winterschutz vertragen.

Pflanzabstand

Im Allgemeinen besteht der ideale Pflanzabstand 25 Zentimeter, weshalb Sie pro Quadratmeter Pflanzfläche ca. zehn Pflänzchen einplanen sollten. Allerdings können die Abstände je nach ausgewählter Sorte variieren.

Sonnenroeschen gießen

Gießen Sie die Sonnenröschen mäßig, aber regelmäßig – dies fördert die Blüte. Während die Pflanzen allerdings auf trockene Phasen recht unempfindlich reagieren, vertragen sie Staunässe überhaupt nicht. Dauern die Trockenperioden zu lange an, welken die Blüten. Kalkhaltiges Wasser mögen Sonnenröschen sehr gern, weshalb Sie gern frisches Leitungswasser – allerdings nicht eiskalt! – zum Wässern verwenden dürfen.

Sonnenroeschen richtig düngen

Sofern Sie die Sonnenröschen an einen Standort mit nährstoffreicher Erde gepflanzt und vielleicht noch Kompost in das Pflanzsubstrat eingearbeitet haben, ist eine Düngung zunächst einmal nicht notwendig. Sie können jedoch bei Bedarf düngen, etwa wenn die Blüte aufgrund von wahrscheinlichem Nährstoffmangel eher mager ausfällt. Topfpflanzen und auf nährstoffarmen Untergrund gepflanzte Exemplare sollten jedoch zwischen April und August etwa alle vier Wochen mit einem flüssigen Dünger für Blühpflanzen versorgt werden.

Sonnenroeschen richtig schneiden

Während der Blüte sollten Sie verblühte Zweige regelmäßig ausputzen, um die Ausbildung der Samen zu unterdrücken und stattdessen die Sonnenröschen zu kontinuierlich weiterer Blüte anzuregen. Nach der Hauptblüte – spätestens jedoch im September – greifen Sie ebenfalls zur Schere und schneiden die Pflanzen als Vorbereitung auf den Winter kräftig zurück. Das Schnittgut eignet sich sehr gut für die Kompostierung.

Vermehrung

Während der Sommermonate können Sonnenröschen leicht durch Stecklinge oder Absenker vermehrt werden, im Frühjahr bzw. im Herbst lassen sich ältere Pflanzen zudem gut teilen.

Aussaat

Sofern Sie die verblühten Triebe nicht abschneiden, entwickeln sich daraus samentragende Kapselfrüchte. Diese können Sie im Herbst ernten und zur Aussaat verwenden. Lassen Sie die Samen mehrere Tage trocknen und bewahren Sie sie in einem gut verschließbaren Behältnis kühl und trocken auf. Allerdings sind die daraus gewonnenen Sonnenröschen nicht sortenrein. Und so ziehen Sie die jungen Pflänzchen aus Samen an:

  • Säen Sie die Samen ab März in flache Schalen aus.
  • Diese sind mit Anzuchtsubstrat gefüllt und
  • sollten kühl bei fünf bis zehn Grad Celsius stehen.
  • Bedecken Sie die Samen nur ganz dünn mit Substrat.
  • Halten Sie dieses kontinuierlich leicht feucht.
  • Pikieren Sie, sobald sich die ersten Keimblättchen zeigen.
  • Pflegen Sie die Pflanzen nun separat in kleinen Töpfen.
  • Ideal ist nun eine Temperatur von rund 15 °C.
  • Ab Ende Mai können die jungen Pflanzen dann ins Freiland.

Stecklinge

Ebenso unkompliziert lassen sich Sonnenröschen durch Stecklinge vermehren. Schneiden Sie hierzu im Sommer fünf bis sechs Zentimeter lange, nicht blühende und halb verholzte Triebe ab. Stecken Sie sie in einen kleinen, mit Anzuchterde gefüllten Topf und feuchten Sie sie leicht an. Stülpen Sie eine lichtdurchlässige Plastiktüte oder eine abgeschnittene PET-Flasche darüber, um ein für das Wurzelwachstum ideale feuchtwarme Klima zu schaffen. Alternativ lassen sich die Stecklinge auch in einem Wasserglas bewurzeln.

Die jungen Pflanzen sind kühl, aber frostfrei zu überwintern und erst im darauffolgenden Frühjahr ins Freie zu setzen.

Teilung

Im Frühjahr sowie im Herbst ist zudem eine Teilung größerer Sonnenröschen-Polster möglich. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Graben Sie eine kräftige und gesunde Pflanze weiträumig aus.
  • Zerschneiden Sie sie mit einem sauberen und scharfen Messer in mehrere Teilpflanzen.
  • Dabei muss jeder Teil über mehrere Austriebe und Knospen verfügen.
  • Pflanzen Sie die Teilstücke an einem neuen Standort separat ein.
  • Gießen Sie sie gut an.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge treten selten an Sonnenröschen auf, lediglich Blattläuse können zu einem Problem werden. Sie lassen sich allerdings gut durch das Ausbringen von Brennnesseljauche vertreiben.

Tipps

Grundsätzlich sind die meisten Sorten des Sonnenröschens winterhart. Allerdings ist es in Regionen mit nassen Wintern oder generell strengeren Frösten geboten, die Pflanzen mit einem leichten Winterschutz zu versorgen. Hierzu eignen sich beispielsweise Tannen- oder Fichtenzweige.

Arten und Sorten

Es gibt rund 175 verschiedene Arten des Sonnenröschens, wobei im Garten vornehmlich Hybride – das so genannte Garten-Sonnenröschen (bot. Helianthemum x cultorum) – zum Einsatz kommt. Während die Arten wie etwa das Gemeine Sonnenröschen (bot. Helianthemum nummularium) hauptsächlich gelb blüht, sind die Kulturformen in zahlreichen Farben erhältlich. Zu den schönsten Varianten für den heimischen Garten gehören etwa die folgenden:

  • Gemeines Sonnenröschen (Helianthemum nummularium): gelb blühend, robust, bis 30 Zentimeter hoch

‘Annabell’: zahlreiche rosafarbene, einfache Blüten
‘Rose Glory’: aparte dunkelrosa, einfache Blüten

  • Alpen-Sonnenröschen (Helianthemum alpestre): gelb blühend, robust, bis 15 Zentimeter hoch
  • Garten-Sonnenröschen (Helianthemum x cultorum): verschiedene Farben und Formen

‘Ben Fhada’: leuchtend gelbe Blüten mit orangefarbener Mitte, polsterbildend, immergrün, Wuchshöhe bis 20 Zentimeter
‘Bronzeteppich’: braunorange Blüten, bodendeckend, horstbildend, Wuchshöhe bis 15 Zentimeter
‘Cerise Queen’: leuchtend purpurrote, gefüllte Blüten mit gelber Mitte, wintergrün, Wuchshöhe bis 20 Zentimeter
‘Cheviot’: apricotfarbene Blüten, filigraner Wuchs, wintergrün, polsterbildend
‘Cornish Cream’: vanillegelbe, zarte Blüten mit kräftig gelber Mitte, wintergrün, horstbildend
‘Dompfaff’: tiefrote Blüten mit rosa Rand und gelber Mitte, horstbildend, Wuchshöhe bis 15 Zentimeter
‘Golden Queen’: strahlend gelbe Blüten mit orangefarbener Mitte, reich blühend, wintergrün, Wuchshöhe bis 20 Zentimeter
‘Lawrensons Pink’: purpurrosa, halbgefüllte Blüten mit gelber Mitte, horstbildend, wintergrün, robust, Wuchshöhe bis 20 Zentimeter
‘Raspberry Ripples’: zweifarbig rosa und weiße Blüte, wintergrün, polsterbildend, auffällig
‘Rubin’: dunkelrote, gefüllte Blüte, wintergrün, Wuchshöhe bis 20 Zentimeter
‘Ruth’: rotbraune Blüte, graugrünes Laub, polsterbildend, wintergrün
‘Snow Queen’ / ‘Die Braut’: strahlend weiße Blüten mit gelber Mitte, entwickelt dichte Polster, Wuchshöhe bis 25 Zentimeter
‘Sterntaler’: tiefgelbe Blüten, kompakter, stark horstbildener Wuchs, Wuchshöhe bis 15 Zentimeter

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Mariola Anna S/Shutterstock

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