Winterbaden im beheizten Schwimmteich?

Obwohl der beheizte Naturpool fernab aller Ursprungsgedanken der Schwimmteichpioniere liegt, entwickelt sich das verlängerte Badevergnügen immer mehr zum Trend von Teichbesitzern. Der technische Aufwand ist nicht unerheblich, stellt für einen erfahrenen Fachbetrieb allerdings keine große Hürde dar.

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Es ist einfacher, die Heizung schon beim Bau zu bedenken als sie nachzurüsten

Wer auf den Neoprenanzug verzichten will und dennoch bereits im zeitigen Frühjahr im Naturpool seine Bahnen schwimmen möchte, wird nicht umhinkommen, seinen Schwimmteich zu beheizen. Die Motivation der meisten Teichbesitzer ist dabei nicht unbedingt, dass sie das Wasser besonders warm haben möchten, sondern es wird eine (fast) ganzjährige Nutzung des Pools, zumindest ab dem beginnenden Frühjahr angestrebt.

Warmes Wasser verlängert die Badesaison

Da der Naturpool baulich betrachtet meistens ohnehin in einen separaten Bade- und Regenerationsbereich aufgeteilt ist, kann davon ausgegangen werden, dass Teichwasser bedenkenlos bis auf 28 °C aufgeheizt werden kann, ohne das eine eventuell vorhandene Bepflanzung Schaden annimmt. Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass es mit steigender Wassertemperatur zu einer verstärkten Bildung pathologisch bedenklicher Keime kommt, sodass Allergiker oder gesundheitlich weniger stabile Badegäste Probleme bekommen könnten. Daher muss besonders im Schwimmbereich für eine gleichmäßige Durchströmung mit warmem Wasser gesorgt werden, um die sogenannten „Totzonen“, die für eine Verbreitung von Krankheitserregern und Algen besonders empfänglich sind, zu vermeiden.

Technische Möglichkeiten der Schwimmteich Heizung

Für eine kontinuierliche Erwärmung des Teichwassers braucht es nicht nur ein gut durchdachtes Leitungssystem, auch die Steuerungstechnik muss perfekt auf die Wassermenge sowie der Dimensionierung eines funktionierenden Filtersystems angestimmt sein. Als mögliche Wärmequelle finden folgende Systeme Verwendung:

  • Boilerheizung (dient hauptsächlich als Speicher);
  • Schwimmbadabsorber (meist auf dem Hausdach montierte Schläuche);
  • Heizanlage des Wohnhauses in Verbindung mit Wärmetauschern;
  • Solarpaneele;

Bei der Dimensionierung des Wärmeerzeugers muss man im Blick haben, dass eine 80-kW-Heizung erforderlich ist, um Wasser (in einer Menge von 80.000 Litern) von 15 °C auf eine Temperatur von 20 °C zu bringen, sodass ein gänsehautfreies Baden im wohltemperierten Schwimmteich nicht ganz billig sein wird.

Bei Nachrüstung der Poolheizung ist Expertenrat gefragt

Fragen zur erforderlichen Technik, wie beispielsweise den optimalen Einsatz von Wärmetauschern oder Solarkollektoren, sollten bereits im Rahmen der Planung mit einem Fachbetrieb abgesprochen werden. Je nach Bauweise und den Nutzungsgewohnheiten des Schwimmteichbesitzers müssen Sie bei einem mittelgroßen Pool immerhin mit Kosten zwischen 10.000,- und 15.000,- Euro rechnen.

Tipps

Da eine mögliche Verkeimung aus hygienischen Gründen ausgeschlossen werden soll, darf man nach deutschem Recht das Wasser aus dem Teichbereich übrigens nicht für den Wärmekreislauf innerhalb der Schwimmteichheizung verwenden, sodass regelmäßig Frischwasser in das System zugeführt werden muss.

Text: Fred Lübke
Artikelbild: Adwo/Shutterstock

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