Schwertfarn: Pflege und Eigenschaften

In Hängeampeln oder in Hochgestellkübeln macht er sich besonders gut: der Schwertfarn. Mit seinen bogig überhängenden, sehr schmuckvollen Fiederblättern kann die Urzeitpflanze ein sehr attraktives Bild abgeben. Lesen und staunen Sie, was seine Kultivierung noch alles bereithält!

schwertfarn
Der Schwertfarn ist eine beliebte Zimmerpflanze

Herkunft

Die Schwertfarne, botanisch Nephrolepis, bilden eine eigene Gattung innerhalb der Pflanzenfamilie der Echten Farne – und von diesen sind sie die wohl beliebtesten für ziergärtnerische Zwecke. Zu ihrem Ursprung muss neben ihrem heutigen Verbreitungsgebiet in gerechter Ehrfurcht auch ihr erstaunliches Alter erwähnt werden. Denn Farne gehören, wie zum Beispiel auch Schachtelhalme, zu den ersten und ausdauerndsten Gebilden der Pflanzenwelt unseres Planeten. Schon vor Millionen von Jahren wuchsen imposante Farnarten in den urzeitlichen Wäldern, lange bevor sich die Flora auf der Erde mannigfaltig ausdifferenzierte.

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Bis heute haben sich Farne in einem zwar insgesamt reduzierten, aber immer noch sehr artenreichen Bestand gehalten, sodass man vor ihrer Überlebenskunst nur den Hut ziehen kann.
Die heutigen Farnarten wachsen in tropischen bis subtropischen Gebieten des ganzen Erdballs. Die Gattung der Schwertfarne kommt spezifisch in Amerika vor – vom südlichen Florida bis runter nach Südamerika sind sie zuhause.

Bei uns können Schwertfarne nur als reine Zimmerpflanzen kultiviert werden.

Herkunft im Überblick:

  • Farne gehören zu den ersten Pflanzen der globalen Flora überhaupt
  • Schwertfarne im tropischen Mittel- bis Südamerika zuhause
  • Hierzulande in Zimmerkultur gehalten

Wachstum

Schwertfarne wachsen wie alle Farne als Stauden. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild ist von den langen, bogig überhängenden Blättern geprägt, die mit ihrer feinen Fiederung sehr regelmäßig und unverwüstlich wirken. Je nach Art bilden sie auch einen etwas aufrechteren Habitus aus. Die Blätter entspringen rosettenartig aus der Pflanzenmitte heraus.

In ihren Heimatgebieten wachsen sie meist epiphytisch als Aufsitzerpflanzen auf großen Bäumen. Sie bilden ein horstiges Rhizomwurzelwerk aus, was für seine hiesige Kultivierung allerdings unkritisch ist – schließlich muss ein Schwertfarn bei uns sowieso im Kübel gehalten werden, in dem er sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann. Dennoch erfordert diese Wurzeleigenschaft natürlich ein regelmäßiges Umtopfen.

Wuchseigenschaften in Stichworten:

  • Schwertfarn wächst als Staude
  • Blätter entspringen rosettenartig und bilden ausladenden, bogig überhängenden bis leicht aufrechten Habitus
  • In Heimatgebieten meist epiphytisch wachsend, also als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen
  • Bilden horstiges Rhizomwurzelwerk aus

Blätter

Die Blätter des Schwertfarns sind nicht nur durch ihre ansehnliche Struktur der Grund für seinen Blattshcmuckstatus – es handelt sich nämlich um eine blütenlose Pflanze, einen Zierwert durch Blüten bekommen Sie von ihm also sowieso nicht geboten. Zur Vermehrung bildet der Schwertfarn unterseits der Blattmittelrippen rundliche, bräunliche Sporenkapseln.

Die wedelartigen Blätter haben wie alle Farne eine typisch gefiederte Struktur und sind bei dieser Gattung sortenabhängig auch gedreht oder gewellt. Insgesamt können die Wedel bis zu 1,80 m lang werden. Die Einzelblättchen setzen wechselseitig an und haben unterschiedliche Formen von lanzettlich bis eiförmig-rundlich, die Blattränder sind entweder fein gezähnt oder auch glatt. Die Farbe ist meist ein helles, frisches Grün, bei manchen Sorten auch ein dunkleres Mittelgrün.

Blatteigenschaften in Kürze:

  • Sind der einzige, aber sehr attraktive Schmuckwert des blütenlosen Schwertfarns
  • Vermehrungsorgane in Form von Sporenkapseln sitzen an den unteren Blattmittelrippen
  • Farntypisch gefiederte Struktur mit sortenabhängig unterschiedlichen Formen
  • Meist helles, frisches Grün

Welcher Standort ist geeignet?

Entsprechend seines Herkunftshabitats auf großen Bäumen in tropischen Wäldern benötigt der Schwertfarn einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort. Auf zu direkte und zu häufige Sonneneinstrahlung reagiert er relativ empfindlich mit braunen Verbrennungsflecken. Gönnen Sie ihm möglichst einen lichten Fensterplatz oder am besten, wenn vorhanden, einen Stellplatz im Wintergarten, wo er von anderen Pflanzen umringt und leicht beschattet wird. Auch eine dünne Gardine kann Abhilfe gegen intensive Sonne durchs Fenster schaffen.

Kühle Zugluft sollte der Schwertfarn nicht ertragen müssen. An Temperaturen benötigt er angenehme, wohnraumgerechte Werte zwischen 19 und 22 °C, im Winter möchte er aber etwas kühler stehen.

Aus seiner tropischen Heimat ist er eine hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt, die Sie ihm auch bei sich zuhause irgendwie gewährleisten sollten. Sehr gut gedeiht ein Schwertfarn zum Beispiel im feuchtwarmen Badezimmer – natürlich nur, wenn ein Fenster genug Licht hineinlässt.

Zum Merken:

  • Standort hell, aber nicht vollsonnig
  • Keine kalte Zugluft
  • Hohe Luftfeuchtigkeit – Badezimmer oder luftfeuchter Wintergarten ideal

Welche Erde braucht die Pflanze?

Schwertfarne brauchen ein möglichst humoses und lockeres Substrat, das ein hohes Wasserspeichervermögen hat. Setzen Sie ihn am besten in ein mit Sand, Torf und Perlite aufgelockertes Blumenerdengemisch. Auch ein kleiner Torfmoosanteil ist dem Epiphyten willkommen.

Schwertfarn gießen

Als Tropenpflanze liebt der Schwertfarn recht viel Feuchtigkeit. Er möchte nicht nur regelmäßig gegossen werden, sondern schätzt vor allem auch die ein oder andere Dusche auf seine Blätter mit dem Wasserdisperser. Damit verschaffen Sie ihm heimatliche Umstände. Dennoch reagiert die Pflanze empfindlich auf Staunässe. Überstehendes Wasser sollten Sie immer möglichst bald aus dem Untersetzer ausleeren.

Verwenden Sie zum Gießen und vor allem zum Besprühen möglichst kalkarmes, lauwarmes, abgestandenes Wasser.

Zum Merken:

  • Schwertfarn benötigt recht viel Feuchtigkeit, vor allem mag er Wasserduschen auf seinen Blättern
  • Regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden
  • Kalkarmes, lauwarmes, abgestandenes Wasser verwenden

Schwertfarn richtig düngen

Der Nährstoffbedarf von Schwertfarnen ist mäßig. Sie brauchen ihn nicht unbedingt zu düngen, können es aber tun, wenn Sie viel Wert auf einen frischen, vitalen Wuchs legen. Während der Wachstumsphase vom Frühjahr bis in den Frühherbst hinein ist es durchaus nicht verkehrt, dem Schwertfarn alle ein bis zwei Wochen etwas Dünger zu geben. Verwenden Sie dazu einen Flüssigdünger für Grünpflanzen in niedriger Dosierung. Auch Düngestäbchen sind geeignet. Wenn Sie den Schwertfarn allerdings alljährlich in ein frisches Substrat umtopfen, können Sie auf das Düngen ganz verzichten.

Schwertfarn vermehren

Wie schon erwähnt, ist der Schwertfarn eine blütenlose Pflanze und seit jeher auf einen Verbreitungsmechanismus über Sporen verlegt. Diese können Sie auch nutzen, wenn Sie ihn eigenhändig und gezielt vermehren möchten.

Sporenaussaat

Diese Methode ist allerdings etwas knifflig und funktioniert nur bei reinen Schwertfarnarten. Für botanisch Interessierte ist sie allerdings eine interessante Herausforderung. Sobald die Sporenkapseln an der unteren Blattmittelrippe bräunlich ausgereift sind, schneiden Sie das Blatt ab und legen es für einige Tage auf ein Blatt Papier. Irgendwann werden sich die Kapseln öffnen und ihren staubfeinen Inhalt fallen lassen. Diesen geben Sie in Pflanzgefäße mit Anzuchterde und feuchten sie mit dem Wasserdisperser gut an. Überziehen Sie sie mit Folie oder verwenden noch besser ein Minigewächshaus. Für die Keimung sind eine hohe Luftfeuchtigkeit, eine gleichmäßige Belüftung und warme Temperaturen nötig. Wenn sich ein moosiger Belag auf der Erde bildet, heben Sie ihn vorsichtig und unter strenger Hygieneeinhaltung herunter und setzen ihn in ein neues Substrat. An einem hellen, sonnigen Standort können daraus kleine Schwertfarne wachsen.

Teilung

Viel einfacher und weniger zeitaufwändig ist die Teilung. Das horstige Rhizomwurzelwerk können Sie einfach, nachdem Sie den Schwertfarn ausgetopft haben, mit einem Spaten oder einem großen Messer zerteilen. Das abgeteilte Stück setzen Sie einfach in einen neuen Kübel mit frischem Substrat.

Ausläufer

Ältere Exemplare bilden aus den Rhizomwurzeln gelegentlich kleine Ausläufer. Diese können Sie einfach abtrennen und in kleine Anzuchttöpfe mit humoser Erde setzen. Das tun Sie am besten ihm Frühjahr.

Krankheiten und Schädlinge

Wie bei allen feuchtigkeitsliebenden Zierpflanzen kann ein Schwertfarn, insbesondere wenn er ganzjährig im Zimmer gehalten wird, gelegentlich von Spinnmilben heimgesucht werden. Diese Parasiten finden ideale Bedingungen auf Wirtspflanzen, die von zu viel trockener Heizungsluft geschwächt sind. Es empfiehlt sich also auch bei einem Schwertfarn immer, gut auf eine hohe Luftfeuchtigkeit zu achten und ihn neben dem Gießen regelmäßig zu besprühen.

Spinnmilben erkennen Sie leicht an den spinnwebartigen Gespinsten, mit denen sie die Blätter ihres Wirtes überziehen. Aber auch mit bloßem Auge sind die kleinen, grünlichen bis rötlichen Tiere erkennbar. Das sichere, ökologisch schonendste und sinnvollste Mittel ist Wasser. Es behebt nicht nur die Ursache, nämlich meist die Trockenheit, sondern ist den Milben auch höchst unangenehm. Zunächst können Sie sie einfach mit einem stärkeren Wasserstrahl von den Blättern abspülen. Anschließend hüllen Sie die ganze, nasse Pflanze unter einer Folie ein, die Sie unten zusammenbinden. In diesem luftarmen, feuchte Milieu sterben die Milben normalerweise innerhalb einer Woche ab.

Ist Schwertfarn giftig?

Schwertfarne gelten als schwach giftig. Ihr Gehalt an gesundheitsschädlichen Stoffen ist allerdings so gering, dass keine Gefahr für Kinder oder Haustiere besteht. Es müssten schon größere Mengen verzehrt werden, und in dem Fall entledigt sich der Körper auch selbst von den unerwünschten Substanzen.

Schwertfarne dürfen insgesamt weniger als gefährlich, denn als gesundheitsförderlich gelten: Denn sie filtern Schadstoffe wie Xylol oder Formaldehyd aus der Luft und sorgen dadurch für ein besseres Raumklima.
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Sorten

Von Schwertfarnen werden im Fachhandel für Zierzwecke vor allem die zwei Arten Nephrolepis exaltata und Nephrolepis cordifolia angeboten. Von diesen, vor allem von Nephrolepis exaltata, gibt es wiederum zahlreiche Sortenzüchtungen, die sich vor allem in der Länge der Blätter und ihrer Fiederung voneinander unterscheiden.

Eine sehr klassische Sorte ist etwa die Nephrolepis exaltata ‚Green Lady‘. Sie erfreut mit ihren langen Blattwedeln in schönem Mittelgrün und mit glattrandiger Fiederung. Ihr Wuchs ist buschig und bogig überhängend.

Etwas feiner strukturiert sind die Blattwedel der Sorte Nephrolepis exaltata ‚Corditas‘, die auch von einer sehr buschigen Erscheinung geprägt ist.

Wer viel Platz hat, etwa in einem großzügigen Wintergarten, kann sich einen Nephrolepis exaltata ‚Massii‘ anschaffen: Dieser Schwertfarn begeistert mit besonders langen und breiten Wedeln in frischem Grün. Damit eignet er sich auch ganz besonders für Hängeampeln oder für Kübel in Hochgestellen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: SOMCHAI DISSALUNG/Shutterstock

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