Schwarzkiefer: Der große Ratgeber

Lesen Sie hier einen informativen Steckbrief über die Schwarzkiefer mit Erläuterungen zu Zapfen, Holz, Wachstum und Verwendung. So pflanzen und pflegen Sie Pinus nigra richtig.

schwarzkiefer
Die Schwarzkiefer kann eine beeindruckende Höhe erreichen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pinus nigra
  • Vorkommen: Süd-Europa, Nord-Afrika, Kleinasien
  • Wuchstyp: Nadelbaum
  • Wuchshöhe: 20 m bis 30 m
  • Blätter: Nadeln
  • Blüten: zapfenförmig
  • Früchte: Zapfen
  • Holz: harzreich, langlebig
  • Wurzeln: Tiefwurzler
  • Winterhärte: frosthart
  • Alter: bis 800 Jahre
  • Verwendung: Parkbaum, Nutzholz, Heilpflanze

Zapfen

Blüte und Frucht einer Schwarzkiefer sind Zapfen. An der einhäusig getrenntgeschlechtliche Baumart sind männliche und weibliche Blütenzapfen unscheinbar. Es dauert bis zu zwei Jahre, bis sich aus befruchteten weiblichen Blüten die markanten Kiefernzapfen bilden. Wichtige Fakten rund um die Zapfen einer Schwarzkiefer fasst folgende Übersicht zusammen:

  • Blütezeit: April bis Juni
  • Männliche Blüte: grün, 2-3 mm lang, endständig, gehäuft an Langtrieben
  • Weibliche Blüte: grünlich, später karminrot, kurz gestielt, gruppiert, zu zweit oder zu viert
  • Früchte: 4-12 cm lange, 2-5 cm dicke, stark verholzte, braune Zapfen

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Im Gegensatz zu aufrechten Tannenzapfen hängen die Zapfen einer Schwarzkiefer am Ast oder stehen schräg ab. Wenn sich die hellbraunen Zapfen öffnen, sind die zuvor verdeckten, schwarzen Zapfenschuppen zu erkennen.

Holz

Das Holz einer Schwarzkiefer ist besonders harzreich und langlebig. Bis ins 20. Jahrhundert wurde die Baumart in Österreich für die Harzgewinnung genutzt. Folgende Eigenschaften zeichnen das Holz aus:

  • Splintholz: weißlich-gelb, breit
  • Kernholz: dunkelrot, reich an Harz
  • Rohdichte: 590 kg/m³
  • Druckfestigkeit: 51 N/mm²
  • Zugfestigkeit: 104 N/mm²
  • Biegefestigkeit: 100 N/mm²

Kenner wissen zu schätzen, dass sich das Holz von Pinus nigra hervorragend imprägnieren lässt. Für die Verwendung im Holzbau mit Wasserkontakt, wie im Schiffsbau oder für Holzstege am Gartenteich ist Schwarzkiefer eine gute Wahl.

Wachstum

Waldbaulich ist die Schwarzkiefer dank ihrer Anspruchslosigkeit weltweit von Bedeutung für Aufforstungen problematischer Standorte. Dieser Umstand ist für Hobbygärtner freilich nur ein Aspekt, den prächtigen Nadelbaum zu pflanzen. Ein Blick auf folgende kompakte Fakten zum Wachstum lohnt sich:

  • Wuchsform: imposant, breit-kegelförmig, später ausladend-schirmförmig bis in 30 Metern Höhe.
  • Besonderheit: dicht beblätterte Äste wachsen in gleichmäßigen Etagen.
  • Nadeln: hell- bis dunkelgrün, starr-stechend, 8 cm bis 24 cm lang, angeordnet zu zweit.
  • Rinde: grau-braun, schwarz gefurcht, im Alter plattenweise abblätternd.
  • Wurzeln: Tiefwurzler, ausgeprägt horizontal-vertikales Wurzelsystem
  • Obacht: Wurzelwerk-Ausdehnung hebt Beläge an.

Im aufgeschnittenen Stamm sind die Jahresringe gut zu erkennen, um aus der Anzahl auf das Alter zu schließen. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge kann die Schwarzkiefer bis zu 800 Jahre alt werden.

Die Grenzen der Anspruchslosigkeit von Schwarzkiefern beleuchtet folgendes Video:

Größter Schwarzkiefernwald Deutschlands in Gefahr

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Schwarzkiefern ist durch die vergangenen Eiszeiten markant gesplittert. In diesen Regionen kommen Pinus nigra vor:

  • Südliches Europa, Teile von Nordafrika und Kleinasien
  • Nördliche Grenze: Österreich
  • Östliche Grenze: Krim-Halbinsel (Schwarzes Meer)
  • Südliche Grenze: Atlasgebirge (Marokko), Algerien, Sizilien, Zypern

Weil die Schwarzkiefer so unempfindlich und frosthart ist, hat die Konifere in den letzten Jahren waldbaulich erheblich an Wertschätzung gewonnen. Heute erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über ganz Deutschland. Infolge gezielter Aufforstungen ist die südeuropäische Baumart in Wäldern und öffentlichen Parkanlagen ebenso häufig anzutreffen, wie die heimische Waldkiefer (Pinus sylvestris). Den Sprung über den Atlantik schaffte die Konifere bereits in 1759. Damals wurde die Schwarzkiefer als eine der ersten europäischen Baumarten in die USA importiert.

Verwendung

Die Schwarzkiefer punktet mit zahlreichen Vorteilen und einem breit gefächerten Spektrum praktischer Verwendungsmöglichkeiten. Pinus nigra ist harzreich, unempfindlich gegen Erosion, Salzgischt oder starken Wind, erträgt klirrende Kälte und brütende Hitze, produziert hochwertiges Holz und hat verschiedene Heilkräfte im Gepäck. Folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Wichtige Baumart Nutzholz Heilwirkung
Parkbaum Bauholz (Pfosten, Sperrholz) entzündungshemmend
Aufforstungen Tischlerarbeiten antiseptisch
Windschutz Kolophonium für Musikinstrumente antirheumatisch
Erosionsschutz Bühnenbau (knarrt nicht) abschwellend
Weihnachtsbaum Schiffsbau belebend
Garten-Bonsai Terpentin-Herstellung Gerüche-neutralisierend, duftend

Bitte beachten: Keine Heilwirkung ohne Nebenwirkung. Diese Faustregel gilt auch für Schwarzkiefer-Öl als Naturmittel. In zu hoher Dosierung angewendet, sind schmerzhafte Hautreizungen zu beklagen.

Schwarzkiefer pflanzen

In Baumschulen und Gartencentern können Sie Schwarzkiefern als Ballenware oder im Container kaufen. Beste Pflanzzeit ist im Herbst oder Frühling. Im Grunde können Sie Pinus nigra zu jeder Jahreszeit pflanzen, sofern der Boden nicht gefroren ist. Die Flexibilität bei der Pflanzzeit setzt sich nahtlos fort bei der Standortwahl und Pflanztechnik. Lesen Sie in folgenden Abschnitten nützliche Hinweise rund um die perfekte Pflanzung einer Schwarzkiefer:

Standort

Die Standortansprüche einer Schwarzkiefer untermauern ihre vielgepriesene Anspruchslosigkeit:

  • Lichtverhältnisse: sonnige bis halbschattige Lage (je sonniger, desto prächtiger das Nadelkleid).
  • Boden: normale Gartenerde, von trocken-sandig bis lehmig-feucht, von nährstoffreich bis mager.

Einziges Ausschlusskriterium bei der Standortwahl ist Staunässe. Steht das Wurzelsystem regelmäßig unter Wasser, wächst die Schwarzkiefer nicht an. In diesem Fall rückt eine andere Konifere in den Fokus. Die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) können Sie auch mitten in den Gartenteich pflanzen.

Schwarzkiefer pflanzen

Heben Sie eine Pflanzgrube aus mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens. Vorteilhaft für ein zügiges Wachstum ist eine organische Startdüngung. Falls zur Hand, mischen Sie reifen Kompost mit Hornspänen (9,00€ bei Amazon*) unter den Aushub. Tränken Sie die Wurzeln vorab in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Pflanzen Sie die Schwarzkiefer ebenerdig ein und treten die Erde fest. Die ideale Pflanztiefe ist zu erkennen an einer Erdmarke am Stamm. Gießen Sie am Pflanztag und in der Folgezeit reichlich und regelmäßig.

Exkurs

Klimabaum der Zukunft

Kaum eine andere europäische Baumart ist besser gerüstet für die Herausforderungen des Klimawandels, als die Schwarzkiefer. Auf waldbaulich schwierigsten Böden bildet der Nadelbaum dichte Bestände. Sommertrockenheit, Hitze bis 40° Celsius und Kälte bis -30° Celsius erträgt die Schwarzkiefer problemlos. Obendrein wehrt eine Pinus nigra mit ihrem harzreichen Holz die Attacken gefräßiger Borkenkäfer ab.

Schwarzkiefer pflegen

Die Anspruchslosigkeit einer Schwarzkiefer schlägt sich nieder in einer unkomplizierten Pflege. Eine gut verwurzelte Pinus nigra müssen Sie nicht düngen. Erfahrungsgemäß deckt schon ein Regenaufkommen von 600 bis 1.000 Millilitern den Wasserbedarf. Lediglich bei anhaltender Trockenheit gießen Sie den Nadelbaum ein- bis zweimal pro Woche.

Regelmäßige Schnittpflege steht nur auf dem Pflegeprogramm, wenn Sie Ihrer Schwarzkiefer einen Formschnitt verordnen. Gelbe oder braune Nadeln sind auf Standortprobleme oder Krankheiten zurückzuführen. Folgende Abschnitte erklären die Einzelheiten:

Schneiden

Für ein lichtdurchflutetes Wachstum entfernen Sie alle zwei bis drei Jahre das Totholz. Bester Zeitpunkt ist im Februar. Sägen oder schneiden Sie einen dicken, abgestorbenen Ast auf Astring ab. Bei dieser Gelegenheit schneiden Sie überlange Zweige zurück. Wichtig zu beachten ist, dass sich unter dem Schnittpunkt grüne Nadeln befinden. Zu tief beschnittene Koniferen treiben aus altem Holz nicht mehr aus.

Für einen Formschnitt widmen Sie sich dem Nadelbaum nochmals zwischen Mai und Juni. Kürzen Sie die Kerzen des frischen Austriebs um die Hälfte ein. Alternativ brechen Sie von Hand die weichen Kerzen in der Mitte durch.

Gelbe und braune Nadeln – Ursachen

Die häufigsten Ursachen für gelbe und braune Nadeln an Pinus nigra sind:

  • Jahrgangswechsel bei den Blättern: alte Nadeln sterben ab und machen Platz für neue Blätter.
  • Standortprobleme: am zu dunklen oder staunassen Platz verfärben sich die Nadeln und fallen ab.
  • Krankheiten: Kiefernschütte (Lophodermium seditiosum), Kieferndrehrost (Melampsora populnea), Schwarzkiefer-Triebsterben (Gremmeniella abietina).

Bei Kahlfrost leidet eine Schwarzkiefer unter Trockenstress. Das Wurzelsystem ist eingefroren, es fallen weder Schnee noch Regen als natürliche Wasserversorgung. Daraufhin färben sich die Nadeln gelb, später braun und fallen ab. Indem Sie den Baum im Winter gelegentlich gießen an milden Tagen, bleiben die Nadeln sattgrün.

Beliebte Sorten

Ein bunter Reigen schöner Schwarzkiefer-Sorten erwartet Hobbygärtner in Baumschule, Gartencenter und Baumarkt:

  • Österreichische Schwarzkiefer (Pinus nigra austriaca): tiefgrüne Nadeln, breit-schirmförmiges Wachstum, 20-30 m Höhe.
  • Pyramidata: Säulen-Schwarzkiefer, bis 20 cm lange Nadeln, schlanker Wuchs bis 5 m Höhe.
  • Nana: Strauch-Schwarzkiefer, dichtbuschig, kugelig, 1,50 m hoch, schön im Kübel und auf dem Friedhof.
  • Green Tower: kegelförmige Schwarzkiefer bis 2,50 m Höhe, trägt Zapfen schon in jungen Jahren.
  • Korsische Schwarzkiefer (Pinus nigra subsp. laricio): stammt aus Korsika, erträgt sommerliche Hitze besonders gut.

FAQ

Eignet sich die Schwarzkiefer als Weihnachtsbaum?

Die Schwarzkiefer ist bei unseren südeuropäischen Nachbarn ein beliebter Weihnachtsbaum. Auch in den USA wird die robuste Baumart gerne als Christbaum verwendet. Nördlich der Alpen hat die Nordmanntanne als Weihnachtsbaum bislang die Nase vorn. Im weihnachtlichen Lichterglanz ist die malerische Schwarzkiefer seit einigen Jahren immer häufiger anzutreffen, weil die Nadeln erst im Januar abfallen.

Was ist der Unterschied zwischen Kiefer und Schwarzkiefer?

Wichtigster Unterschied sind die Nadeln. Bei einer Kiefer, insbesondere der heimischen Waldkiefer (Pinus sylvestris) sind die Nadeln blaugrün, 4-7 cm lang und auffällig gedreht. Schwarzkiefer-Nadeln sind hell- bis dunkelgrün und 8-24 cm lang. Klassische Kiefernzapfen sind mit 8 cm deutlich kürzer, als Schwarzkiefer-Zapfen mit bis zu 12 cm Länge. Fernerhin ist die Borke einer Kiefer grau-gelb, später braun-rot bis kupferfarben. Am Stamm einer Schwarzkiefer ist die Rinde grau-braun und schwarz gefurcht.

Welche Heilwirkung hat Schwarzkiefer-Öl?

In der Aromatherapie ist würzig-harziges Schwarzkiefer-Öl federführend. Das ätherische Öl lindert Atemwegserkrankungen, stärkt die Immunabwehr und entspannt verkrampfte Muskeln. Fernerhin wird Schwarzkiefern-Öl eine antiseptische und entzündungshemmende Heilwirkung attestiert. Regelmäßige Einreibungen helfen bei Rheuma und Arthritis. Allerdings kann es bei falscher Dosierung zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, wie Bronchoplasmen und Hautentzündungen bis hin zu Geschwüren.

Welche Standortansprüche hat die Schwarzkiefer als Garten-Bonsai?

Bei der Kultivierung als Big-Bonsai sind in Bezug auf die Standortansprüche keine Abstriche zu machen. Als Garten-Bonsai wünscht sich die Schwarzkiefer einen sonnigen bis halbschattigen Standort, damit sie die sattgrünen Nadeln dekorativ in Szene setzen kann. Anspruchslosigkeit beweist die Konifere bei der Bodenqualität. Das ausgedehnte Wurzelsystem streckt ein Schwarzkiefer-Bonsai gerne in jeder normalen Gartenerde aus.

Wie hoch ist das spezifische Gewicht von Schwarzkiefern-Holz?

Das Holz einer Schwarzkiefer bringt ein spezifisches Gewicht von etwa 590 Kilogramm je Kubikmeter auf die Waage. Dieser Wert gilt für luftgetrocknetes Holz. Frisch geschlagenes Schwarzkiefern-Holz enthält mehr Wasser und ist etwas schwerer. Nach einer Kammertrocknung bei 100° sinkt der Wert unter 500 Kilogramm je Kubikmeter.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Peter Turner Photography/Shutterstock

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