Ein kurzer Steckbrief zum Schöllkraut

Außerhalb der Blütezeit fristet das Schöllkraut ein vergleichsweise unauffälliges Dasein in Mauerritzen und an Waldrändern. Dabei handelt es sich bei diesem ausdauernden Sommerblüher durchaus auch um eine geeignete Blühpflanze für den gezielten Anbau im Garten.

Schöllkraut Merkmale
Schöllkraut wird aufgrund gewisser Heilwirkungen auch Warzenkraut genannt

Die Merkmale des Schöllkrauts:

  • Botanische Bezeichnung: Chelidonium majus
  • Volksnamen: Goldwurz, Marienkraut, Teufelsmilchkraut, Warzenkraut
  • Wuchsform: Mehrjährige Pflanze mit krautigem Wuchs, ausgeprägte Pfahlwurzel
  • Aussaatzeitpunkt: März bis April
  • Blütezeit: Ende April bis Anfang Oktober
  • Standorte: bevorzugt leicht feuchter Boden, sonnig bis halbschattig
  • Wuchshöhe: 40 bis 60 cm
  • Frucht: schotenähnliche Samenkapseln
  • Blütenform: strahlig, gelb
  • Blätter: gestielt, wechselständig und behaart an der Unterseite
  • Verwendung: Naturheilmittel zur äußerlichen Anwendung bei Warzen
  • Giftige Wirkung beim Verzehr

Die Pflege des Schöllkrauts im Garten

In der Natur ist das Schöllkraut oft an den folgenden Standorten zu finden:

  • an Mauern
  • in lichten Wäldern
  • an Gewässerufern
  • steinige Brachflächen

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Auch im Garten ist der Pflegeaufwand sehr gering, wenn das Schöllkraut an einem Standort mit ausreichender Bodenfeuchte gepflanzt wird. Außerdem sollte es sich am ausgewählten Standort um einen Boden mit möglichst hohem Stickstoffgehalt handeln. Eine spezielle Düngung oder andere Pflegemaßnahmen sind beim Schöllkraut im Garten nicht erforderlich.

Das Schöllkraut als Naturmedizin

Der Name Warzenkraut für das Schöllkraut kommt daher, dass der auffallend gelbe Saft in den Pflanzenstängeln traditionell als Mittel zur Behandlung von Warzen eingesetzt wird. Früher wurde die Pflanze auch zur Behandlung verschiedener Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Die Wirkstoffe in den Pflanzenteilen sollen unter anderem abführend, krampflösend, entzündungshemmend, blutdrucksenkend, antiviral und antibakteriell wirken. Allerdings sollte eine Behandlung mit innerlicher Anwendung des Schöllkrauts absolut nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen, da es nach der Einnahme auch zu verschieden starken Vergiftungserscheinungen kommen kann. Diese äußern sich als Schmerzen, Brennen, durch Erbrechen, Kreislaufstörungen und blutige Durchfälle. Toxische Leberschäden sollen durch das Schöllkraut verursacht werden können, außerdem tritt in Extremfällen der Tod durch Kreislaufversagen ein.

Tipps

Das Schöllkraut zählt zu den mehrjährigen Pflanzen im Garten, die sich an einem geeigneten Standort einfach wie von selbst vermehren. Dabei kommt dem Gärtner eines naturnah gestalteten Gartens zugute, dass die schotenartigen Samenkapseln des Schöllkrauts durch Ameisen im Garten verteilt und so stets neu ausgesät werden.

Text: Alexander Hallsteiner

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