Schlafmohn säen
Das Aussäen von Schlafmohn ist in Deutschland nur in Einzelfällen erlaubt

Schlafmohn – Aussaat nur mit Genehmigung

Die feine Blüte des Mohns sticht im Frühsommer schon von weitem ins Auge, wenn der Klatschmohn an Weges- und Feldrändern seine leuchtend roten Blütenkelche in die Sonne reckt. Auch für den Garten gibt es zahlreiche farbenprächtige Mohnsorten mit filigranen Blüten, wovon Sie jedoch nicht jede beliebige in Ihren Garten säen dürfen - opiathaltige Arten und Sorten wie beispielsweise der Schlaf- oder Blaumohn (Papaver somniferum) fallen in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz und sind deshalb genehmigungspflichtig.

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Genehmigung für den Anbau von Schlafmohn einholen

Grundsätzlich kann der unerlaubte Anbau von Schlafmohn laut Gesetz mit Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren und / oder Geldstrafen geahndet werden, obgleich dies in der Praxis tatsächlich selten geschieht – zumindest bei vereinzelten Pflanzen in freier Wildbahn bzw. im Garten. Dennoch sollten Sie vor einer Aussaat die dafür erforderliche Genehmigung der Bundesopiumstelle einholen, um im Zweifelsfall auf der sicheren Seite zu sein. Allerdings ist die Erlaubnis kostenpflichtig (75,- EUR für private Antragsteller im Jahre 2016) und wird auch nur für eine begrenzte Zeit erteilt. Der Antrag kann online ausgefüllt werden.

Schlafmohn und andere Mohnsorten aussäen

Haben Sie die gewünschte Genehmigung schließlich eingeholt, können Sie die Schlafmohnsamen zwischen März und April direkt ins Freie ausbringen. Die nun folgende Anleitung für die Aussaat gilt aber nicht nur für den Schlafmohn, sondern auch für viele andere Mohnarten wie beispielsweise Klatschmohn (Papaver rhoeas), Islandmohn (Papaver nudicaule) oder Türkenmohn (Papaver orientale).

Standort und Vorbereitung

Mohn bevorzugt einen sonnigen, geschützten Standort im Garten bzw. in einem Pflanzgefäß auf dem Balkon. Bereiten Sie den Boden vor der Aussaat gründlich vor, indem Sie die Fläche umgraben und mit reifem Kompost und gegebenenfalls Sand aufbessern. Eventuelle gröbere Erdkrumen lassen sich mit einer Harke fein zerkrümeln. Die Bodenbearbeitung sollte einige Tage vor der Aussaat erfolgen und die Fläche danach etwas ruhen.

Mohn aussäen

Nun können Sie an einem trockenen und warmen Tag die zwei bis drei Millimeter großen Mohnsamen direkt aufs Feld ausbringen. Werfen Sie die feinen Samen breitwürfig aus, bedecken Sie sie anschließend aber nicht oder nur sehr dünn mit Erde – Mohn gehört zu den Lichtkeimern. Halten Sie die Saatfläche leicht feucht und schützen Sie sie vor Vögeln und Wetterunbill wie beispielsweise Starkregen. Die Pflanzen werden innerhalb von acht bis zehn Tagen keimen.

Tipps

Sie können die Samen auch schon im September ausbringen, dann erfolgt die Blüte im Folgejahr besonders früh. Für eine Selbstaussaat lassen Sie einfach einige abgeblühte Pflanzen stehen und deren Samenkapseln ausreifen.

Text: Ines Jachomowski

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