Schlafmohn anbauen ist illegal

Mohnbrötchen und -brot, Mohnkuchen, Germknödel und zahlreiche andere Leckereien: Die schwarzen, weißen oder blauen Samen des Schlafmohns (Papaver somniferum) werden hierzulande gern für süßes Backwerk verwendet. Da die Pflanzen allerdings auch große Mengen an Opiaten enthalten - schließlich wird aus Schlafmohn Opium und auch Heroin gewonnen - fällt der Anbau unter das Betäubungsmittelgesetz und wird nur in Ausnahmefällen und im geringen Umfang erlaubt. Da das Anbauen von Schlafmohn in Deutschland illegal ist, gibt es an dieser Stelle auch keine Anleitung hierfür.

Schlafmohn im Garten
Wer Schlafmohn im Garten anbaut, macht sich in Deutschland strafbar
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Schlafmohn fällt unter das Betäubungsmittelgesetz

Schlafmohn ist manchmal vereinzelt verwildert oder als Zierpflanze in Gärten anzutreffen, wobei ihr Anbau illegal ist und mit Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Der Grund hierfür ist der hohe Gehalt an Opiaten, die zumeist aus dem Milchsaft der Pflanzen gewonnen werden. Opium ist im Grunde nichts anderes als getrockneter Milchsaft des Schlafmohns, auch Heroin wird aus der Pflanze hergestellt. Beide Drogen fallen unter das Betäubungsmittelgesetz – und damit auch der Schlafmohn.

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Zahlreiche Mohnsorten ohne Opiate

Wenn Sie Mohn nur als Zierpflanze im Garten kultivieren wollen, so empfiehlt sich statt des verbotenen Schlafmohns der Anbau von anderen, erlaubten Mohnsorten wie beispielsweise den in hübschen Orangetönen blühenden Goldmohn, den oft tiefroten Türkenmohn, den weißen Alpenmohn oder den farbenprächtigen Islandmohn. Diese Arten und ihre Sorten enthalten entweder keine oder nur unbedeutende Mengen an Opiaten, weshalb ihr Anbau unbedenklich und damit erlaubt ist.

Schlafmohn anpflanzen in Deutschland verboten

Der Anbau von Schlafmohn – selbst wenn es sich nur eine einzelne Pflanze handelt – ist in Deutschland streng verboten. Dies gilt nicht nur für den gewerbsmäßigen, sondern auch für den Anbau auf Kleinstflächen in privaten Gärten. In Ausnahmefällen kann allerdings auf Antrag eine Genehmigung erteilt werden, wobei diese meist nur Firmen oder (wissenschaftlichen) Einrichtungen erteilt wird und außerdem kostenpflichtig ist. Der Antrag kann bei der dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unterstellten Bundesopiumstelle gestellt werden.

Keine Experimente wagen

Allerdings wird das Verbot nicht sonderlich streng geahndet, schließlich wächst die Pflanze hierzulande auch wild. Selbst einzelne Exemplare ziehen in der Regel keine Folgen nach sich. Wenn Sie also zufälligerweise Schlafmohn finden oder dieser vereinzelt in Ihrem Garten wächst, so müssen Sie nicht gleich Panik schieben – Experimente mit selbst hergestelltem Opium sollten Sie allerdings nicht wagen. Da der Opiumgehalt je nach Standort- und Witterungsbedingungen stark schwankt und sich daher darüber genaue Aussagen nicht treffen lassen, aber schon geringe Mengen an Opiaten tödlich sein können, ist das Probieren besser zu unterlassen.

Tipps

Schlafmohn ist auch heute noch oft in ostdeutschen Kleingärten zu finden, war der Anbau in der ehemaligen DDR bis zur Wiedervereinigung doch erlaubt. Dass das Anpflanzen heute streng untersagt und mit teils drastischen Gefängnis- und Geldstrafen geahndet werden kann, hat sich noch nicht bis zu allen Kleingärtnern herumgesprochen.

Text: Ines Jachomowski

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