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Der Säulenapfel muss wider Erwarten nur selten geschnitten werden

Säulenapfel richtig schneiden – eine Anleitung

Säulenobst erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Durch den niedrigen Wuchs und die fehlende Krone passt ein solcher Baum in jeden noch so kleinen Garten. Zudem haben die schmalen Bäume einen weiteren Vorteil: Sie müssen wesentlich weniger und auch seltener zurückgeschnitten werden als ihre normal wachsenden Vettern.

Säulenapfel braucht nur wenig Schnittmaßnahmen

Ein Säulenapfelbaum besitzt typischerweise einen starken Mitteltrieb, von dem kurze Seitentriebe sich abzweigen. Diese können oft schon im zweiten Jahr blühen und fruchten – ebenfalls ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Apfelbäumen, die dazu meist deutlich länger brauchen. Der charakteristische Wuchs ist schmal und säulenförmig. Bildet sich dennoch einmal ein längerer Seitentrieb, so sollten Sie diesen ohne Stummel direkt am Mitteltrieb entfernen. Verbleibt ein Rest, treibt der Baum an dieser Stelle neu und oft noch stärker aus.

Kürzen der Seitentriebe und bester Zeitpunkt

In der Regel ist es in den ersten sechs bis acht Jahren nach der Pflanzung nicht notwendig, den Mitteltrieb einzukürzen. Gekürzt werden müssen lediglich die Seitentriebe, die Sie bis auf zehn bis fünfzehn Zentimeter zurückschneiden. Erledigen Sie diese Arbeit am besten in der zweiten Junihälfte, da sich das Wachstum zu diesem Zeitpunkt am leichtesten bremsen lässt und zudem anschließend mehr Blütenknospen angelegt werden.

Einkürzen des Mitteltriebs

Nach etwa acht bis zehn Jahren kann es passieren, dass der Säulenapfel allmählich zu hoch wächst. Nun können Sie seine Spitze ableiten, d. h. sie oberhalb einer Seitenverzweigung zurückschneiden. Diese Maßnahme sollte frühestens gegen Ende August erfolgen, damit in diesem Jahr kein neuer Austrieb mehr erfolgt. Lassen Sie Säulenäpfel nach Möglichkeit nicht mehrtriebig wachsen, denn dies geht oft zu Lasten der Fruchtquantität und auch -qualität.

Ausdünnen der Früchte

Alle Säulenapfelsorten neigen stark zur Alternanz, d. h. sie bilden nicht in jedem Jahr Früchte aus. War ein Jahr besonders ertragreich und Sie konnten ungewöhnlich viele Äpfel ernten, so wird es im Folgejahr wahrscheinlich keine geben. Der Grund liegt in den begrenzten Kraftreserven des Baumes begründet: Reifen zu viele Früchte (etwa auch an mehreren Trieben) heran, bleibt dem Säulenapfel keine Energie mehr für die Ausbildung der Blüten für das kommende Jahr – diese werden nämlich bereits zum Zeitpunkt der Fruchtausbildung angelegt. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, dieses Phänomen zu verhindern: Dünnen Sie spätestens Anfang Juni die überzähligen Früchte aus, so dass die verbleibenden besser reifen können und dem Baum ausreichend Reserven bleiben.

Tipps

In Kübeln kultivierte Säulenäpfel werden etwa alle drei bis fünf Jahre in ein größeres Gefäß umgesetzt bzw., falls sie ausgewachsen sind, lediglich in frisches Substrat getopft und dabei gleich zurückgeschnitten.

Text: Ines Jachomowski Artikelbild: Savelov Maksim/Shutterstock

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