Robinie

Giftige Robinie: Vorsicht bei Kontakt mit Blättern & Rinde

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Die Robinie besticht durch ihre Schönheit und Robustheit, birgt aber auch Risiken. Verschiedene Pflanzenteile enthalten Giftstoffe, die für Mensch und Tier gefährlich sein können.

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Samen und Blätter der Robinie sind hochgiftig

Giftstoffe der Robinie

Die Robinie enthält in verschiedenen Teilen Giftstoffe, die potenziell gefährlich sind. Besonders hoch ist die Konzentration in der Rinde, den Samen und den Blättern, während die Blüten ungiftig sind. Die Hauptgiftstoffe der Robinie umfassen:

  • Toxalbumine wie Robin und Phasin: Diese Eiweiße können rote Blutkörperchen verklumpen lassen.
  • Toxische Glykoside wie Syringin.
  • Rinde: Enthält ca. 1 bis 6 % Robin und 2 bis 7 % Protocatechingerbstoff.
  • Blätter: Beinhaltet Indican, Asparagin und ätherische Öle.
  • Samen: Enthält Lektine und Canavanin.

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Diese Substanzen können bei Aufnahme verschiedene Symptome einer Vergiftung hervorrufen.

Vergiftungserscheinungen beim Menschen

Der Verzehr giftiger Pflanzenteile der Robinie, insbesondere der Rinde oder Samen, kann beim Menschen zu Vergiftungen führen. Bereits wenige Samen können innerhalb einer Stunde Symptome hervorrufen.

Typische Symptome einer Robinienvergiftung

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Magenschmerzen und Krämpfe
  • Durchfall
  • Schwindel und starke Müdigkeit
  • Erweiterte Pupillen
  • Erhöhter Speichelfluss
  • Erhöhter Puls
  • Harndrang
  • Muskelkrämpfe und krampfartiges Zucken

Kinder sind besonders gefährdet, da die Rinde der Robinie süßlich riecht und schmeckt. Auch das Einatmen von Robinienholzstaub, etwa beim Bearbeiten des Holzes, kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

Gefährdung für Tiere

Die Robinie stellt auch für verschiedene Tiere eine erhebliche Gefahr dar, darunter Rinder, Pferde, Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Vögel.

Symptome bei vergifteten Tieren

Die Aufnahme von Rinde oder Blättern kann bei Tieren zu schweren Vergiftungen führen:

  • Starker Speichelfluss
  • Erregungszustände, gefolgt von Teilnahmslosigkeit
  • Erhöhter Puls und erweiterte Pupillen
  • Gelbfärbung der Schleimhäute
  • Entzündungen des Magen-Darm-Trakts mit Krämpfen
  • Gleichgewichtsstörungen und krampfartige Zuckungen
  • Schädigung von Leber und Nieren
  • Harndrang
  • Blindheit

Bei Pferden kann eine Vergiftung zu Hufrehe führen. Historische Berichte belegen die hohe Giftigkeit der Robinie für Pferde: Im Zweiten Weltkrieg verendeten 32 von 120 Pferden innerhalb einer Nacht, nachdem sie an Robinienholz genagt hatten.

Robinienholz auf Spielplätzen

Robinienholz wird aufgrund seiner Robustheit und Witterungsbeständigkeit oft im Spielplatzbau eingesetzt. Es ist besonders langlebig und hält selbst intensiver Beanspruchung sowie widrigen Witterungsbedingungen stand. Allerdings bergen die enthaltenen Giftstoffe gewisse Risiken für spielende Kinder. Das Holz kann ohne chemische Behandlung im Außenbereich verwendet werden, da es eine hohe Resistenz gegen Pilze und Insekten aufweist.

Sicherheitsmaßnahmen für Spielplätze

Um die Sicherheit auf Spielplätzen mit Robinienholz zu gewährleisten, sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Eine Gefährdungsbeurteilung gemäß DIN 18034 ist Pflicht, um potenzielle Risiken für Kinder zu identifizieren und zu minimieren.
  • Umweltbildungsmaßnahmen können Kinder über den sicheren Umgang mit Pflanzen aufklären.
  • Geschädigte oder stark verwitterte Holzstellen sollten regelmäßig überprüft und frühzeitig ersetzt werden, um Verletzungen durch Holzabsplitterungen zu vermeiden.
  • Bevorzugen Sie entsplintetes Robinienholz, da der Splintholzanteil schneller verrottet und das Unfallrisiko erhöht.

Obwohl die Robinie nicht ideal für Spielplätze ist, ermöglichen die genannten Maßnahmen eine sichere Nutzung des robusten Holzes.

Bilder: Ana D / Shutterstock