Pilze in Wald und Garten – Wachstum und Besonderheiten

Pilze werden manchmal fälschlicherweise zu den Pflanzen gerechnet, dabei sind sie aufgrund ihrer Position zwischen Pflanzen und Tieren in der eigenen Ordnung "Funga" zusammengefasst. Immerhin unterscheiden sich Pilze von vielen Pflanzen durch ihre besondere Art des Wachstums.

Pilze Wachstum

Der Fruchtkörper als Spitze des Eisbergs

Was der Mensch gewöhnlich als Pilz erntet und mitunter auch verspeist, ist eigentlich nur ein Teil eines Pilzes. Der Fruchtkörper oberhalb der Erdoberfläche ist nämlich in der Regel nur ein kleiner Teil des eigentlichen Pilzgeflechts. Dieser oberirdische Teil wird für die Verteilung der Sporen und damit die Vermehrung der Pilze benötigt.

Umweltbedingungen für rapides Pilzwachstum

Geübte Sammler von Speisepilzen wissen, dass bestimmte Wetterbedingungen eine besonders reiche Ausbeute bei Waldspaziergängen verheißen können. So treten rapide aus dem Boden wachsende Bestände von Waldpilzen insbesondere unter folgenden Bedingungen auf:

  • bei einer durchgehend warmen Lufttemperatur, beispielsweise im Juli und August
  • bei ausreichender Feuchtigkeit durch anhaltende Regenfälle
  • bei schwülem Sommer- und Herbstwetter

Die konstant hohen Temperatur- und Feuchtigkeitswerte veranlassen viele Pilzarten dazu, ihre teilweise genießbaren und schmackhaften Fruchtkörper innerhalb weniger Stunden und Tage aus dem Waldboden schießen zu lassen.

Die Phasen des Pilzwachstums

Werden Pilze als Speisepilze für den Verzehr angebaut, so erfolgt die Zucht meistens durch das Aufbringen von Pilzsporen auf ein Kultursubstrat wie beispielsweise Stroh. Beim Anbau von Champignons werden Strohballen durchnässt und nach dem Beimpfen mit Sporen in einem Raum mit konstanten Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert. Innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen durchwächst das Pilzmyzel dann den gesamten Strohballen. Anschließend dauert es nur noch wenige Tage, bis das Pilzmyzel an der Oberfläche die Fruchtkörper in Form der Champignons ausbildet.

Tipps & Tricks

Das scheinbare Auftreten von Pilzen „über Nacht“ hängt nicht unbedingt mit dem Lichteinfall auf einen Pilzbestand zusammen. Da Pilze über keinerlei Chlorophyll und Mechanismen zur Photosynthese verfügen, sind sie vom Lichteinfall weitgehend unabhängig. Allerdings kommt es nachts meist zur Taubildung, weshalb es aufgrund der Feuchtigkeit zum beschleunigten Wachstum der Pilzfruchtkörper kommt. So schnell die Pilze aus dem Waldboden wachsen, müssen sie zur Verwertung auch geerntet werden, denn sie halten oft nur wenige Tage.

Text: Alexander Hallsteiner
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