Physalis über Stecklinge vermehren

Physalis, die orangeroten, etwa kirschgroßen Früchte der Andenbeere, erfreuen sich dank ihrer recht einfachen Kultivierung bei so manchem Hobbygärtner wachsender Beliebtheit. Üblicherweise werden die ca. ein Meter hohen, in unseren Breitengraden aufgrund des Frostes einjährigen Sträucher über Samen heran gezogen. Wenig bekannt ist allerdings, dass sich die Andenbeere auch über Stecklinge vermehren lässt.

Physalis selber ziehen

Vorteile der Stecklingsvermehrung

Dabei kann die Stecklingsvermehrung im Vergleich mit der Anzucht aus Samen mit einigen großen Vorteilen punkten. Die Wärme liebenden Physalis müssen nämlich hierzulande schon ab Februar, spätestens im März vorgezogen werden, damit der fleißige Gärtner im September die kurze Erntezeit genießen kann. Der deutsche Sommer ist der exotischen Pflanze nämlich schlicht zu kurz, um rechtzeitig Früchte auszubilden und diese reifen zu lassen. Durch die Vermehrung mit Stecklingen sparen Sie sich bereits einen wichtigen Arbeitsschritt (den der Anzucht aus Samen) und können so schneller zur Ernte schreiten.

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Physalis-Stecklinge gewinnen und eintopfen

Gehen Sie zur Gewinnung von Stecklingen wie folgt vor:

  • Wählen Sie von einem Altstrauch im Herbst geeignete Triebe aus.
  • Diese sollten aus einer Blattachsel wachsen und ca. 10 Zentimeter lang sein.
  • Schneiden Sie den Trieb / die Triebe ab, die Schnittfläche sollte zur besseren Wasseraufnahme leicht schräg gehalten werden
  • Stecken Sie den Ableger zu etwa einem Drittel in einen Topf mit Pflanzerde.
  • Handelsübliche Blumenerde eignet sich auch.
  • Der Topf sollte an einem hellen Ort stehen und regelmäßig gegossen werden.
  • Im Folgejahr können Sie die Physalispflanze nach den Eisheiligen auspflanzen.

Physalis-Stecklinge überwintern

Oft wird angegeben, dass Physalis (in diesem Fall Andenbeeren) einjährige Pflanzen seien. Diese Information, obschon nicht ganz falsch, ist allerdings nicht korrekt. In ihrer Heimat sind Physalis mehrjährige, bis zu zwei Meter hohe Sträucher. Bei uns werden sie lediglich einjährig gehalten, weil sie nicht winterhart sind und deshalb im Freien erfrieren. Sie können die robusten Pflanzen jedoch in einem ausreichend großen Kübel halten und sie hell und frostfrei überwintern. Dabei sollte der Überwinterungsort jedoch nicht zu warm sein, optimal sind etwa 10 bis 12 °C. Zu dunkel überwinterte Physalis vergeilen, d. h. sie entwickeln so genannte Lichttriebe. Diese sind jedoch nicht fruchttragend, weshalb Sie im Frühjahr von diesen Pflanzen erneut geeignete Stecklinge abnehmen und einpflanzen sollten.

Tipps & Tricks

Grün geerntete Andenbeeren reifen nicht nach. Allerdings können Sie noch unreife Früchte einfach am Strauch belassen und mit ins Winterquartier stellen. Sie werden auch im Winter bei niedrigeren Temperaturen noch reif.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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