Mittagsblume pflanzen und pflegen

Mit üppigen Blütenteppichen verwandelt die Mittagsblume karge Sandböden im Steingarten, auf dem Dachgarten oder entlang der Trockenmauer in ein sommerliches Paradies. Verhätschelt werden will die kleine Staude für diese florale Meisterleistung nicht. Wie spartanisch sich die Kultivierung gestaltet, vermitteln die folgenden Antworten auf oft gestellte Fragen.

mittagsblume
Mittagsblumen gedeihen am besten auf kargen Böden

Mittagsblume richtig pflanzen

Für die grazile Mittagsblume gilt das Frühjahr als optimale Pflanzzeit, damit sich die Staude bis zum Winter bestens etablieren kann. Wählen Sie den sonnigsten Standort des Gartens mit sandig-magerer und durchlässiger Erde. Dank dieser Umsicht stellen Sie die Weichen für ein blütenreiches Staudenleben. In der gründlich gejäteten und geharkten Erde legen Sie im Abstand von 20-25 cm kleine Gruben an mit dem 1,5-fachen Volumen des Wurzelballens. Unterwerfen Sie den Aushub einer genauen Prüfung auf lockere, durchlässige Beschaffenheit. Im Zweifel geben Sie Sand, feinen Splitt oder Kies hinzu. Anschließend topfen Sie die Jungpflanzen aus und pflanzen sie mittig ein, wobei die vorherige Pflanztiefe beibehalten wird. Gießen Sie am Pflanztag und in den nächsten Tagen regelmäßig, um die Verwurzelung zu unterstützen.

Pflegetipps

Wird einer Mittagsblume ein sonniger Standort mit sandig-durchlässiger Erde zuteil, beschränkt sich das Pflegeprogramm auf folgende Maßnahmen:

  • Eine Startdüngung mit Kompost und Hornspänen im April/Mai
  • Im Topf verdünnten Flüssigdünger verabreichen im April und Juni
  • Bei Trockenheit ein wenig gießen
  • Schneiden einzig bei Bedarf, um die Ausbreitung zu kontrollieren

Frostempfindliche Arten und Sorten werden vorzugsweise im Topf gepflegt, um rechtzeitig umzusiedeln in ein helles, frostfreies Winterquartier. Kälte-resistente Artgenossen decken Sie vor dem ersten Frost ab mit Laub, Stroh oder Reisig.
weiterlesen

Welcher Standort ist geeignet?

Je sonniger der Standort, desto opulenter entfaltet die Mittagsblume ihren Blütenflor. Ihren Namen verdankt die Staude nicht zuletzt ihrem floralen Talent, selbst bei praller Mittagssonne keine Ermüdungserscheinungen an den Tag zu legen. Im Gegenteil, forciert eine maximale Lichtausbeute Vitalität und Blütenreichtum. Damit einher geht ihr Wunsch nach einem sandig-trockenen, mageren und gut durchlässigen Boden.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Mittagsblumen eilt der Ruf robuster Überlebenskünstler voraus. Dank ihrer sukkulenten Blätter, speichern sie jeden einzelnen Regentropfen für Dürreperioden. Somit darf die Erde gerne sandig-trocken und mager sein, denn auf einen erstklassigen Wasserabzug kommt es den Stauden in erster Linie an. Im Zweifel geben Sie normaler Gartenerde und Blumenerde daher eine reichlich bemessene Portion Sand, Splitt und feinen Kies hinzu.

Wann ist Blütezeit?

Die zentrale Blütezeit von Mittagsblumen erstreckt sich von Juli bis September, da die Staude zur Sommerzeit die maximale Ausbeute an Sonnenstrahlen erzielt. Wer es nicht erwarten kann, bis sich die Sternenblüten im Steingarten präsentieren, wählt die Gedrängte Mittagsblume (Delosperma congestum). Diese Art wagt sich in milden Jahren bereits ab April aus der Deckung. Geht ihr dann im Juli die Puste aus, sind ihre Artgenossen zur Stelle, wie die Lesotho Mittagsblume (Delosperma lineare) oder die Transvaal Mittagsblume (Delosperma sutherlandii).
weiterlesen

Mittagsblume richtig schneiden

Ihre genügsame Anspruchslosigkeit bringt die Mittagsblume in Punkto Schneiden zum Ausdruck. Im Prinzip ist kein Rückschnitt erforderlich. Einzig wenn Sie die Ausbreitung des exotischen Bodendeckers eindämmen möchten, schneiden Sie die Pflanze nach Bedarf in Form. Diese Maßnahme ist zu jeder Zeit möglich.

Mittagsblume gießen

Mit der Gießkanne in der Hand werden Sie sich nur selten auf den Weg zu einer Mittagsblume machen. Dank der sukkulenten Blätter verfügt die Staude zumeist über einen Vorrat an Feuchtigkeit. Einzig bei andauernder Trockenheit gießen Sie die Pflanze in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend. Da im Topf das Substrat rascher austrocknet als im Beet, prüfen Sie hier alle paar Tage mit dem Finger die Oberfläche, um bei Trockenheit zu wässern.

Mittagsblume richtig düngen

Die fachgerechte Nährstoffversorgung beschränkt sich auf eine Startdüngung im April. Mit einer Portion Kompost und Hornspänen bringen Sie die Staude auf Trap. Eine langsam wirkende organische Düngung kommt den Wünschen einer Mittagsblume sehr viel besser entgegen als ein hoch konzentrierter Volldünger. Im Kübel und Balkonkasten empfehlen wir daher im April und Juni die Gabe von Flüssigdünger in stark verdünnter Konzentration.

Überwintern

Der Grad ihrer Winterhärte hängt bei einer Mittagsblume ab von der gewählten Art und Sorte. Publikumslieblinge, wie Golden Nugget oder Peach Star sind in den hiesigen Regionen vollkommen frostfest. Arten, wie Delosperma cooperi kommen einzig in wintermilden Weinbauregionen gesund durch die kalte Jahreszeit. Kultivieren Sie daher frostempfindliche Mittagsblumen vorzugsweise im Topf, um diese im Herbst umzusiedeln in ein helles, frostfreies Winterquartier. Die belastbaren Exemplare sollten mit folgendem Schutz versehen werden:

  • Vor dem ersten Frost die Staude abdecken mit einer 20-30 cm hohen Schicht aus Laub und Reisig
  • Alternativ die Mittagsblume bedecken mit Gartenvlies (keine Folie)

Bitte beachten Sie, dass jeglicher Winterschutz zu entfernen ist, sobald die Quecksilbersäule dauerhaft die Null-Grad-Marke übersteigt. Andernfalls könnte sich unter der Laubschicht oder dem Vlies Kondenswasser und in der Folge Fäulnis bilden.

Mittagsblume vermehren

Im Hinblick auf die Vermehrung setzt sich die unkomplizierte Kultivierung einer Mittagsblume nahtlos fort. Um weitere Exemplare dieser genügsamen Staude zu züchten, stehen folgende Methoden zur Auswahl bereit:

  • Stecklinge schneiden mit 10 cm Länge, um diese im kleinen Topf mit magerem Substrat bewurzeln zu lassen
  • Teilung des Wurzelballens im Frühjahr
  • Aussaat der Samen hinter Glas ab Februar

Während die vegetative Vermehrung mittels Stecklingen oder Teilung ohne umfangreichen Aufwand verläuft, stellt die Aussaat leicht gehobene Ansprüche. Die sehr feinen Samen sollten möglichst nicht oder nur sehr dünn übersiebt werden. Am halbschattigen Fensterplatz bei konstanten 20 Grad Celsius nimmt die Keimung 2 bis 3 Wochen in Anspruch. Nach weiteren 4-6 Wochen können Sie Ihre Zöglinge pikieren, wenn diese über mindestens 2 Blattpaare verfügen. Ausgepflanzt werden die Jungstauden idealerweise ab Mitte Mai.
weiterlesen

Ist Mittagsblume giftig?

Der Giftgehalt von Mittagsblumen wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Da es bislang an fundierten wissenschaftlichen Untersuchungen und Erkenntnissen mangelt, empfehlen wir, Vorsicht walten zu lassen. Siedeln Sie die Staude außerhalb der Reichweite von Kleinkindern und Haustieren an, um auf Nummer sicher zu gehen.

Schöne Sorten

Ist unter Hobbygärtnern die Rede von einer Mittagsblume, handelt es sich zumeist um eine der folgenden prachtvollen Sorten der Gattung Delosperma. Beheimatet in den sonnendurchfluteten Regionen Südafrikas, vereint die sukkulente, flach wachsende Pflanze exotischen Blütenreichtum mit Anspruchslosigkeit und robuster Winterhärte.

  • Golden Nugget: Gold-gelbes Kleinod für den Steingarten und sonnigen Tischgarten; Wuchshöhe 5-10 cm
  • White Nugget: Rein weißer Blütenzauber den ganzen Sommer hindurch über saftigen Blättchen; Wuchshöhe 5-10 cm
  • Peach Star: Die pfirsichfarbenen Sternenblüten kontrastieren zauberhaft mit dem sukkulenten Laub; Wuchshöhe 10-15 cm
  • Mesa Verde: Eine hoch wachsende Sorte, die sich mit lachsrosa Blüten in Szene setzt; Wuchshöhe 10-20 cm
  • Gedrängte Mittagsblume: Die leuchtend gelbe Sorte punktet mit früher Blütezeit ab April; Wuchshöhe 8-10 cm
Text: Paula Jansen
Artikelbild: Hecos/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.