Maranta: Merkmale und Pflege

Die Maranta sind den meisten Zimmergärtnern wahrscheinlich eher unter ihrem deutschen Namen Pfeilwurz bekannt. Es gibt verschiedene Arten der Gattung, die sich allesamt durch kräftig gezeichnete Blätter in bunten Farben auszeichnen. Vor allem die Art Maranta leuconeura ist eine bezaubernde und recht pflegeleichte Blattschmuckpflanze. Die auch als Korbmarante bezeichnete Varietät besitzt hübsche, hell- und dunkelgrün gemusterte Blätter.

Korbmarante
Die Korbmarante ist die bekannteste und beliebteste Marantenart

Herkunft und Verwendung

Die Pfeilwurz bzw. Korbmarante – die gelegentlich auch als Bunte Pfeilwurz verkauft wird – gehört zusammen mit etwa 40 anderen Arten in die Familie der Pfeilwurzgewächse (bot. Marantaceae). Die Gewächse wachsen in den tropischen bis subtropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Die Korbmarante etwa stammt aus dem nördlichen Brasilien und lässt sich aufgrund ihrer Wärmebedürftigkeit bei uns nur als Zimmerpflanze kultivieren. Lediglich während der Sommermonate darf die Blattschmuckpflanze bei entsprechender Witterung an die frische Luft und fühlt sich dort auf dem Balkon oder der Terrasse sehr wohl.

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Aussehen und Wuchs

Die immergrüne Staude wächst aufrecht, krautig und bildet einen dichten Horst aus. Die langgestielten, großen sowie auffallend gezeichneten Laubblätter der Maranta treiben direkt aus den knolligen Wurzeln und hängen leicht über. Die Korbmarante eignet sich gut für Fensterbänke, da sie lediglich zwischen 20 bis maximal 30 Zentimeter hoch wird.

Blätter

Die ovalen bis eiförmigen Blätter der Korbmarante sind mit durchschnittlich zehn bis 15 Zentimeter recht groß. Sie befinden sich wechselständig angeordnet an den langen Stielen und sind auffallend mit bräunlichen bis hellgrünen Flecken gemustert. Die Blattadern wiederum weisen eine rote bis rosafarbene Färbung auf. Junge Blätter wachsen typischerweise zunächst eingerollt aufrecht in die Höhe, bevor sie sich schließlich entfalten.

Blüten und Blütezeit

Mit etwas Glück erscheinen zwischen April und Mai die winzigen weißen Blüten der Korbmarante. Im Vergleich zu den Laubblättern sind diese allerdings recht unscheinbar und treten ohnehin nur selten und ausschließlich bei älteren Exemplaren in Erscheinung.

Früchte

Maranta-Arten entwickeln nach der Blüte kleine Kapselfrüchte, die allerdings in unseren Breitengraden nur sehr selten erscheinen. Hierzu ist nämlich eine Befruchtung durch Insekten notwendig, die jedoch in Wohnzimmerkultur kaum erfolgt.

Giftigkeit

Die Korbmarante ist – ebenso wie andere Pfeilwurz-Arten – weder für den Menschen noch für Tiere giftig.

Welcher Standort ist geeignet?

Es ist nicht ganz einfach, den passenden Standort für die Maranta zu finden, da das Tropengewächs für ein gesundes Gedeihen auch als Zimmerpflanze vergleichbare Bedingungen wie am natürlichen Standort verlangt. Der perfekte Platz ist halbschattig, weder dunkel noch direkt sonnig. Ein Mangel an Licht führt zu einem verkümmerten Wachstum, während ein Übermaß an Sonnenstrahlen wiederum die schönen Blattmuster verblassen lässt.

Im Hinblick auf die Temperaturen fühlt sich die Korbmarante bei warmen 23 bis 25 Grad Celsius am wohlsten, die zudem möglichst fast ganzjährig vorherrschen sollten. Lediglich im Winter darf es etwas kühler sein, jedoch sollten die Gradzahlen auch hier nicht unter die 18-Grad Marke fallen. Zudem muss die Pflanze vor Bodenkälte und Zugluft geschützt werden. Hingegen sollte die Luftfeuchtigkeit ganzjährig mindestens 60 Prozent betragen, weshalb Sie die Korbmarante am besten in einem hellen Badezimmer oder in einem beheizten Wintergarten kultivieren – hier sind die geforderten Bedingungen am ehesten zu realisieren.

Substrat

Hinsichtlich der Pflanzerde ist die Maranta nicht ganz so anspruchsvoll wie beim Standort. Pflanzen Sie das Gewächs in eine gute Pflanzerde auf Humusbasis – je höher der Humusanteil desto besser – und vermischen Sie diese für die bessere Durchlässigkeit mit Blähton (17,49€ bei Amazon*) oder Perlite. Alternativ können Sie auch mit etwas Rhododendronerde vermischte Palmen- oder Kübelpflanzenerde verwenden, solange diese keinen Torf enthält. Maranten bevorzugen grundsätzlich Substrate mit einem leicht saurem pH-Wert und einem hohen Gehalt an Nährstoffstoffen.

Pflanzen und Umtopfen

Da die Korbmarante zu den Flachwurzlern gehört, pflanzen Sie sie am besten in ein flaches Gefäß. Dieses braucht unbedingt eine gute Drainage, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann und somit Staunässe gar nicht erst entsteht. Am besten eignen sich spezielle Pflanztöpfe mit einem integrierten Bewässerungssystem.(91,63€ bei Amazon*) Diese machen ein Übergießen schwer, da die Pflanzen immer nur so viel Wasser wie gerade benötigt entnehmen. Eine Hydrokultur dagegen ist heikel: Nur Jungpflanzen, die von Anfang an in einer solchen aufwachsen, eignen sich dafür. Eine Umstellung älterer Pflanzen von Erd- auf Hydrokultur sollte hingegen unterbleiben.

Maranta müssen nicht jährlich umgetopft werden. Erst, wenn das Substrat kräftig durchwurzelt ist, erfolgt das Umsetzen in einen geringfügig größeren Topf. Entfernen Sie die anhaftende alte Erde soweit wie möglich, um die Wurzeln genauer in Augenschein nehmen zu können. Schneiden Sie vertrocknetes oder faules Wurzelwerk vor dem erneuten Einpflanzen unbedingt weg.

Maranta gießen

In puncto Gießen sind Korbmaranten recht anspruchsvoll, denn der Wurzelballen sollte möglichst gleichmäßig feucht gehalten werden. Häufige Ballentrockenheit verträgt die Pflanze dabei ebenso wenig wie häufige Nässe. Ein gelegentliches Antrocknen hingegen wird toleriert. Rollen Sie die Blätter der Maranta seitlich ein, ist dies ein deutliches Anzeichen für einen ausgetrockneten Wurzelballen und sollte dringend mit Hilfe einer Gießkanne beseitigt werden.

Verwenden Sie zum Gießen ausschließlich zimmerwarmes und kalkarmes Wasser – etwa gut abgestandenes bzw. gefiltertes Leitungswasser oder aufgefangenes Regenwasser – und versorgen Sie die Pflanze zwischen April und Oktober reichlich damit. Zwischen November und März kann hingegen sparsamer gewässert werden.

Da die Korbmarante ganzjährig eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, sollten Sie sie entweder täglich mit kalkfreiem Wasser besprühen oder einen Zimmerbrunnen aufstellen. Alternativ hilft auch eine flache, mit Wasser gefüllte Schale. Tauschen Sie die Flüssigkeit darin regelmäßig aus, damit es nicht zur Algenbildung kommt.

Maranta richtig düngen

In der Hauptvegetationsperiode zwischen April und Oktober versorgen Sie die Maranta alle vier bis sechs Wochen mit einem flüssigen Dünger für Grün- oder Zimmerpflanzen. Diesen verabreichen Sie zusammen mit dem Gießwasser, wobei Sie alternativ auch einen Langzeitdünger in Form von beispielsweise Düngestäbchen (1,45€ bei Amazon*) verwenden können. Lediglich nach dem Umtopfen braucht die Pfeilwurz nicht gedüngt zu werden – ebenso wie während der Wintermonate zwischen November und März.

Maranta richtig schneiden

Ein Rückschnitt ist zwar nicht unbedingt notwendig, jedoch können Sie die grundsätzlich schnittverträgliche Pflanze bei Bedarf um bis zu zwei Drittel ihrer Masse einkürzen. Sie wird anschließend wieder neu austreiben. Diese Maßnahme ist beispielsweise notwendig, um alte, unschöne, verfärbte und / oder vertrocknete Blätter zu entfernen. Hierzu genügt eine saubere und scharfe Schere.

Maranta vermehren

Im Frühjahr bis zum Frühsommer können Sie die Maranta durch Kopfstecklinge vermehren. Damit die Bewurzelung gelingt, gehen Sie dabei am besten wie folgt vor:

  • Schneiden Sie ca. zehn bis 15 Zentimeter lange, kräftige Kopfstecklinge ab.
  • Trennen Sie diese direkt unter einem Blattknoten von der Mutterpflanze ab.
  • Hier treiben später die neuen Wurzeln aus, deshalb muss der Blattknoten in der Erde sitzen.
  • Entfernen Sie die Blätter im unteren Bereich.
  • Füllen Sie ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde.
  • Pflanzen Sie die Stecklinge dort hinein.
  • Feuchten Sie das Substrat gut an.
  • Stülpen Sie eine lichtdurchlässige, abgeschnittene PET-Flasche über die Pflanze.
  • Alternativ können Sie auch einen Kunststoffbeutel verwenden.
  • Dessen Wände dürfen die Pflanze jedoch nicht berühren.
  • Stellen Sie das Gefäß an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Standort.
  • Halten Sie die Erde leicht feucht.
  • Lüften Sie täglich für mindestens eine Stunde.

Die kleinen Maranta bewurzeln sich innerhalb von fünf bis sechs Wochen und können anschließend in ein geeignetes Substrat und gegebenenfalls ein größeres Gefäß umgesetzt werden.

Überwintern

Auch während der langen, dunklen Wintermonate braucht die Maranta Temperaturen von mindestens 20 Grad Celsius. Auf keinen Fall dürfen die Gradzahlen unter 15 Grad Celsius fallen. Gießen Sie nun deutlich weniger, aber lassen Sie die Pflanze nicht austrocknen. Erst ab März wird allmählich wieder vermehrt gewässert. Auch eine Düngung kann im Winter unterbleiben. Versorgen Sie die Pflanze wieder regelmäßig mit Nährstoffen sobald sie im Frühjahr die ersten neuen Austriebe zeigt.

Krankheiten und Schädlinge

Wer wie die Korbmarante so hohe Ansprüche an seinen Standort und seine Pflege stellt, der zeigt auch schnell an, wenn ihm etwas nicht passt:

  • eingerollte Blätter, häufig mit braunen Blättern, weisen auf einen zu kalten und / oder zu dunklen Standort hin
  • fleckige Blätter entstehen, wenn das Gießwasser Kalk enthält – dieser lagert sich im Laub an
  • an einem zu sonnigen Standort hingegen bleicht das Laub schnell aus

Schädlinge wie etwa Spinnmilben oder Thripse hingegen treten vor allem dann auf, wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist. Erhöhen Sie diese, so verschwinden häufig auch die Plagegeister von ganz allein. Duschen Sie die Korbmarante als Erste-Hilfe-Maßnahme zunächst einmal kräftig ab.

Tipps

Das manchen Hobbyköchen bekannte Pfeilwurzelmehl wird übrigens nicht von der Korbmarante (Marante leuconeura), sondern von der verwandten Art Maranta arundinacea gewonnen. Sie brauchen die Wurzeln Ihrer Korbmarante also nicht trocknen und fein zu Mehl zermahlen, um daraus feine Saucen zu zaubern.

Arten und Sorten

Von der vornehmlich als Zimmerpflanze kultivierten Art Marante leuconeura werden neben der Art im Handel vier verschiedene Zuchtsorten angeboten.

  • ‘Erythroneura’: längliche Blätter, die smaragdgrün gefärbt sind und eine hübsche Zeichnung aus weißen und dunkelgrünen Flecken aufweisen. Die Blattunterseite ist purpurrot gefärbt, die Blattseitenadern ebenfalls
  • ‘Fascinator’: wahrscheinlich die am häufigsten als Zimmerpflanze kultivierte Sorte mit kräftig grünen, dunkler gefleckten Blättern, hellgrüner Mittelrippe sowie rötlich gefärbten Blattadern
  • ‘Kerchoviana’: schöne Sorte mit smaragdgrünen Blättern, die links und rechts der Mittelrippe zahlreiche dunkelgrüne und dunkelbraune Flecken aufweisen. Blattunterseite blaugrün mit roten Flecken
  • ‘Massangeana’: hübsche, kleine Blätter von gefleckter, olivgrüner Färbung und mit heller getönten Blatträndern, auch die Mittelrippe ist heller, Blattunterseite dunkelpurpurrot

Auch die Art Maranta cristata kann als Zimmerpflanze gepflegt werden, ist aber deutlich seltener anzutreffen. Sie wird auch als Zweifarbige Marante bezeichnet und ist bislang vor allem nur bei Liebhabern bekannt.

Text: Ines Jachomowski

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