Die Frucht der Magnolie ist nicht essbar – liefert aber viele wunderbare Samen

Kaum jemand weiß, dass Magnolien nicht nur wunderschöne, duftende Blüten entwickeln, sondern auch interessant aussehende Früchte.

Magnolien-Frucht essen

Magnolie hat beeindruckende Früchte

Bei den Früchten der Magnolie handelt es sich um so genannte Balgfrüchte, eine in der Evolution sehr früh entstandene Form der Samenverkapselung. Die Magnolienfrüchte sehen einem Kiefernzapfen von der Form her sehr ähnlich und sind meist, je nach Sorte, von einem braunen bis roten Fruchtfleisch umgeben. Zur Samenreife öffnet sich die Frucht, so dass die Samenkerne, nur an einem dünnen Faden gehalten, deutlich zu sehen sind. In ihren Herkunftsländern werden die Samen gerne von Vögeln gefressen, die sie zur weiteren Verbreitung der Magnolie beitragen. Da die Magnolie Im Ganzen jedoch als giftig für den Menschen gilt, ist von einem Verzehr der Früchte abzuraten – dieser wurde höchstwahrscheinlich schmerzhafte Krämpfe zur Folge haben.

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Samen gewinnen und Magnolie vermehren

Dennoch können Sie die Magnolienfrüchte verwenden, nämlich zur Samengewinnung und somit zur Vermehrung der Magnolie. Dies jedoch funktioniert nur bei sortenreinen Exemplaren, bei Kreuzungen und Hybriden ist das Ergebnis ungewiss. Im Gegensatz zur Vermehrung durch Ableger bzw. durch Abmoosen weisen aus Samen gezogene Nachkommen nicht dieselben genetischen Eigenschaften wie die Mutterpflanze auf, deshalb kann bei einer Kreuzung auf einmal eine ganz andere Art aus dem Samen erwachsen. Gehen Sie beim Ziehen der Magnolie aus einem Samen wie folgt vor:

  • Ernten Sie die reifen Samen.
  • Wässern Sie diese mehrere Tage in lauwarmen Wasser.
  • Wechseln Sie dieses täglich.
  • Anschließend spülen Sie das noch verbliebende Fruchtfleisch herunter und reiben die rötliche Hülle ab.
  • Nun erscheint der eigentliche, schwarze Samen.
  • Diesen verpacken Sie mit feuchtem Sand in eine luftdicht verschließbare Dose.
  • Bewahren Sie ihn über den Winter im Tiefkühlfach Ihres Kühlschranks auf.
  • Im Frühjahr füllen Sie einen kleinen Blumentopf mit torfiger Erde.
  • Dort hinein setzen Sie den Samenkern und bedecken ihn etwa fingerbreit mit Erde.
  • Halten Sie die Erde schön feucht.
  • Haben Sie viel Geduld.

Wann und ob der Samen überhaupt keimt, ist allerdings reine Glückssache. Magnoliensamen weisen keine allzu hohe Keimquote auf, außerdem brauchen viele Samenkerne extrem lange für eine Keimung. Also nicht den Mut verlieren, am besten mehrere Samen einpflanzen und immer schön wässern.

Tipps & Tricks

Sowohl die Früchte als auch die Samen der Magnolie eignen sich wunderbar für eine herbstliche Dekoration, etwa in einem Gebinde.

Text: Ines Jachomowski

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