Magnolienfrucht reift im Herbst

Nach der Blüte entwickelt die Magnolie schotenartige, braune oder rote Früchte, die im reifen Zustand einem Kiefernzapfen nicht unähnlich sehen. Sobald die Schoten aufplatzen, sind die Samen reif und können zwecks Vermehrung entnommen werden. Außerdem lassen sich die Magnolienfrüchte wunderbar als herbstliche Dekoration verwenden. Essbar sind sie allerdings nicht.

Magnolie Frucht

Botanische Merkmale der Magnolienfrucht

Magnolienfrüchte stellen eine sehr frühe, faszinierende Stufe der Evolution dar. Es handelt sich dabei um so genannte Balgfrüchte, die auch als Öffnungs- oder Streufrüchte bezeichnet werden. Diesen Namen verdanken sie ihrer Eigenschaft, sich – ganz wie ein Kiefernzapfen – in reifem Zustand zu öffnen und die Samen hervortreten zu lassen. Die Früchte sind mit einer fleischigen, rötlichen Fruchthülle umgeben, auch die reifen Samen sind rot gefärbt. Somit stellen Magnolienfrüchte einen weiteren, wunderbaren Farbklecks in der herbstlichen Natur dar. Die Samen sind flachen Kastanien nicht unähnlich und bleiben mit einem Verbindungsfaden mit der Fruchthülle verbunden.

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Früchte der Magnolie sind nicht essbar

Die Früchte der Magnolie gelten für Menschen als giftig und sind daher nicht essbar. Allerdings dienen ihre Samen vielen Vögeln als Futter, wobei die Akzeptanz unter den hiesigen Wildvögeln wohl eher gering ist. Die Magnolie ist ein exotischer Baum und wird daher als möglicher Futterspender wahrscheinlich nicht anerkannt. In anderen Erdteilen dagegen erfolgt die Verbreitung der Magnolie vor allem über Vögel.

Aus den Samen neue Magnolien heranziehen

Aus den reifen Samen der Magnolie können Sie selbst neue Magnolien heranziehen, wofür Sie allerdings ein gutes Maß an Geduld brauchen. Magnolien sind Kaltkeimer, d. h. die Samen können nicht sofort eingepflanzt werden. Zunächst einmal müssen sie, luftdicht in feuchtem Sand verpackt, im Tiefkühlfach des Kühlschranks einige Monate lang stratifiziert werden. Um die Keimfähigkeit der Samen möglichst lange zu erhalten, legen Sie sie nach dem Entfernen aus der Frucht zunächst einmal in lauwarmes Wasser. Anschließend entfernen Sie sorgfältig das rote Fruchtfleisch, so dass nur die schwarzen Samenkerne übrig bleiben. Nach der Stratifizierung können Sie die Kerne einpflanzen:

  • Füllen Sie etwas lockeres, torfiges Substrat in tönerne Blumentöpfe.
  • Legen Sie die Samen dort hinein und bedecken Sie sie mit Erde.
  • Die Erdschicht sollte etwa so hoch wie der Samenkern selbst sein.
  • Gießen Sie die Erde an und halten Sie sie gut feucht.

Nun heißt es warten, denn die Keimdauer der jungen Magnolienpflänzchen unterscheidet sich sehr stark voneinander. Manche keimen sehr schnell, während andere mehrere Monate brauchen. Allerdings ist die Keimrate bei Magnoliensamen generell sehr schlecht.

Tipps & Tricks

Deutlich einfacher und auch Erfolg versprechender ist es, Magnolien über Absenker oder durch Abmoosen zu vermehren.

Text: Ines Jachomowski

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