Wenn in Kirschen Maden hausen

Die freudig erwartete Fruchtzeit Ihres Kirschbaums steht kurz bevor und dann das: eingedetschte Stellen, faulende, halbreif abfallende Kirschen und Maden im Fruchtfleisch! Für diesen unschönen Ärger sorgen zumeist die Kirschfruchtfliege oder die aus Asien eingeschleppte Kirschessigfliege.

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Maden in Kirschen stammen meist von auf Kirschen spezialisierten Fruchtfliegen

Auf Kirschen spezialisierte Fliegen

Nicht nur bei uns Menschen sind Kirschen beliebt. Auch in der Tierwelt werden die roten, süßen Früchte geschätzt, etwa bei Vögeln, Waschbären und auch den Larven bestimmter Fliegen. Arten, die sich bei der Eiablage mehr oder minder auf Kirschen spezialisiert haben, sind:

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Kirschfruchtfliege

Die Kirschfruchtfliege lässt ihre Brut tatsächlich ausschließlich in Kirschen aufwachsen, etwa in Sauerkirschen, Heckenkirschen oder in Gewöhnlichen Traubenkirschen. Sie legt ihre Eier kurz vor der Fruchtreife auf den Kirschen ab, wo die kleinen, weißlichen Larven nach 5-12 Tagen schlüpfen und sich innerhalb etwa eines Monats dick und rund fressen. Die Frucht beginnt durch den Fraß zu faulen und fällt ab. Im Erdboden verpuppen sich die Maden und schlüpfen als fertige Fliege m nächstjährigen Mai.

Kirschessigfliege

Diese insbesondere für Obstbauern sehr problematische Fliege stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und ist erst seit etwa 2011 in Deutschland vorhanden. Sie befällt nicht nur Kirschen, sondern auch andere Weichobstsorten. Über die warme Saison können Kirschessigfliegen mehrere Generationen hervorbringen. Im Gegensatz zu Kirschfruchtfliegen überwintern Kirschessigfliegen als adulte Tiere.

Gegenmaßnahmen

Um Kirschfruchtfliegen und Kirschessigfliegen Herr zu werden, sind eine Reihe vorbeugender Maßnahmen empfehlenswert. Am besten kombinieren Sie einzelne Methoden, denn natürlich hat keine von ihnen eine 100%ige Erfolgsrate.

Gelbtäfelchen aufhängen

Mit Leim bestrichene und manchmal mit Lockstoffen versehene Gelbtäfelchen ziehen die Fliegen an und lassen sie daran haften bleiben. Solche Täfelchen im Baum aufzuhängen, dient aber allenfalls dazu, das Ausmaß eines etwaigen Befalls sichtbar zu machen.

Kulturschutznetze

Kirschbäume mit Kulturschutznetzen zu überziehen, ist auch in der Landwirtschaft ein bewährtes und sehr zuverlässiges Mittel, um die Fliegen an der Eiablage zu hindern. Die feinen Maschen dieser Netze können die befruchteten Weibchen nicht durchdringen und dementsprechend auch keine Eier auf den Früchten ablegen.

Bodenvlies

Von Mai bis zum Ende der Erntezeit sollten Sie den Boden unterm Baum mit einem Schutzvlies abdecken. Das hindert die Kirschfruchtfliegen effektiv am Schlüpfen und am Ablegen neuer Eier.

Komplett ernten und auflesen

Indem Sie alle Früchte ernten und auch alle Fallkirschen vom Boden auflesen, können Sie die Vermehrung deutlich eindämmen. Wichtig: Verdorbene Früchte nicht kompostieren, sondern tief in den Boden eingraben oder im Biomüll entsorgen, sonst ist gegen die Vermehrung nichts getan!

Speziell bei Kirschessigfliegen: Essigfallen

Die schwer zu bekämpfenden Kirschessigfliegen können Sie am besten mit selbstgebauten Essigfallen dezimieren: Einfach oben perforierte Dosen oder Plastikflaschen mit einem Teil Wasser, einem Teil Essig und einem Spritzer Spüli befüllen und in den Baum hängen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Brilliance stock/Shutterstock

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