Das Leberblümchen im Steckbrief

Das Leberblümchen verwandelt zur Blütezeit im März und April viele Waldböden in ein wahres Blütenmeer. Da nur wenige Pflanzen im Schatten so anmutig wachsen wie das Leberblümchen, wird es auch im Garten zunehmend als Frühjahrsblüher geschätzt.

anemone hepatica Steckbrief
Das Leberblümchen wächst nur sehr langsam

Den perfekten Standort für das Leberblümchen auswählen

Da Leberblümchen nur sehr langsam wachsen, sollten Sie im Garten an einer möglichst kahlen Stelle gepflanzt werden, an der die Leberblümchen nicht von anderen Pflanzen be- oder verdrängt werden. Ideal sind schattige Stellen mit Lichteinfall im Frühjahr, beispielsweise unter Haselsträuchern, Forsythien oder Fliedersträuchern.

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Pflegemaßnahmen/Schnitt

An einem geeigneten Standort benötigen Leberblümchen wenig bis gar keine Pflege. Allerdings sollten in Töpfen gepflanzte Leberblümchen ausreichend gegossen und im Winter mit etwas Laub abgedeckt werden.

Gießen

An einem ausreichend sandigen und humosen Standort im Schatten unter Laubgehölzen benötigen Leberblümchen in der Regel keine zusätzliche Wasserzufuhr. Allerdings kann es an leicht austrocknenden Hanglangen oder an von Windaustrocknung betroffenen Stellen im Sommer Sinn machen, auf ausreichende Feuchtigkeit im Boden zu achten.

Vermehrung

Leberblümchen können einige Jahre nach der Pflanzung durch Teilung vermehrt werden, dies kostet die Pflanzen aber sehr viel Lebenskraft und stellt auch ein Risiko dar. Besser ist es daher, die Ausbreitung der Samen an geeigneten Stellen im Garten den Ameisen zu überlassen. Diese tragen die Samen der Leberblümchen einige Wochen nach der Blütezeit als Futterreserve in ihren Bau. Wenn Sie einen bestimmten Teil der nüsschenartigen Samen abgefressen haben, tragen Sie die übrig gebliebenen Samen der Leberblümchen wieder an die Oberfläche, wo die Lichtkeimer keimen können.

Der internationale Kult um das Leberblümchen

Auch außerhalb von Europa gibt es Wild- und Zuchtsorten des Leberblümchens. Insbesondere in Japan hat sich in den letzten Jahrzehnten ein regelrechter Kult um die fragilen Blumen entwickelt, die ähnlich den Bonsais sehr viel Geduld rund um Anzucht und Kreuzungen erfordern. So gibt es außer der bläulich-violetten Wildform des heimischen Leberblümchens mittlerweile auch zahlreiche Leberblümchen-Arten in Weiß, Rosa und Violett.

Tipps

Das in vielen Buchen- und Eichenwäldern wachsende Leberblümchen wird aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe in der traditionellen Naturheilkunde als Heilmittel geschätzt. Allerdings sind hierfür Fachkenntnisse zur Dosierung nötig, da Leberblümchen auch giftig wirken können. Insbesondere mit Kindern im Garten sollten Sie vorsichtig sein, da das Pflücken der Blüten ohne Handschuhe zu Hautreizungen führen kann.

Text: Alexander Hallsteiner

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