Kranzschlinge richtig pflegen

Kranzschlingen entwickeln ästhetische Wuchsformen und bezaubernde Blüten. Damit die Pflanze üppig blüht, müssen spezielle Bedingungen gegeben sein. Die Gewächse haben etwas höhere Anforderungen an Standort und Pflege. Wenn Sie ihre Ansprüche beachten, können Sie sich lange an der Schönheit erfreuen.

kranzschlinge
Die Kranzschlinge wird auch Madagaskar-Jasmin genannt

Herkunft

Die Kranzschlinge trägt den wissenschaftlichen Namen Stephanotis floribunda und gehört zu den Seidenpflanzengewächsen. Ihre Heimat liegt in den milden Gebirgsregionen von Madagaskar. Aufgrund dieses Verbreitungsgebiets trägt die Pflanze den Trivialnamen Madagaskar-Jasmin. Weitere Vorkommen befinden sich in der östlichen Kapprovinz Südafrikas.

Wachstum

Der immergrüne Strauch entwickelt rankende und kletternde Triebe, die Stützen und andere Pflanzen in der Umgebung umschlingen. Durch diese Wuchseigenschaft kann die Kranzschlinge zwischen vier und fünf Meter hoch wachsen. Es werden blühende un nicht blühende Triebe gebildet.

Blätter

Das Laub ist ledrig derb und dunkelgrün gefärbt. Die Blätter werden bis neun Zentimeter lang und bilden einen Kontrast zu den Blüten. Ihre Oberfläche ist von einer glänzenden Schicht umgeben. Die Blattspreite ist oval geformt und läuft spitz zu. Sie wird von einer hellen Mittelrippe durchlaufen. Die Blätter sitzen auf kurzen Stielen in gegenständigen Blattpaaren am Spross.

Blüte

Aus den Blattachseln entstehen trugdoldige Blütenstände, sie sich aus weißen Blüten zusammensetzen. Die Kronblätter sind durch einen wachsartigen Überzug geschützt. Sie versprühen einen intensiven Duft, der an Jasmin erinnert. Die Blütenpracht kann zwischen Frühjahr und Spätsommer beobachtet werden. Kranzschlingen blühen als Zimmerpflanzen von Juni bis September.

Frucht

Nach der erfolgreichen Befruchtung entstehen aus den Blüten pflaumenartige Früchte. Bis zur Fruchtreife vergeht ein Jahr, weswegen die Pflanze in dieser Zeit viel Energie umwandeln muss. Wenn die Früchte reif sind, springen sie auf und entlassen die bräunlichen Samen. Ihre Oberfläche ist mit silbernen Flocken übersät. Zimmerpflanzen entwickeln selten Früchte, da die Bestäuber fehlen.

Verwendung

Die Triebe der Kranzschlingen werden zum Kranz verflochten und im Handel als Topfpflanze angeboten. In dieser Form können Sie die Pflanze für ein bis zwei Jahre kultivieren. Anschließend sollten Sie dem Gewächs ein Spalier oder eine Rankhilfe zur Verfügung stellen, an der die Triebe empor klettern können. Die Töpfe schmücken Fensterbänke in Innenräumen und können in temperierte Wintergärten gestellt werden. Mit ihren rankenden Trieben eignet sich die Kranzschlinge zur Bepflanzung von hängenden Blumenampeln direkt neben dem Fenster.

Ist Kranzschlinge giftig?

Stephanotis floribunda ist in allen Pflanzenteilen stark giftig. Der Pflanzensaft kann bei Kontakt zur Haut Reizungen hervorrufen. Ein Verzehr führt zu Vergiftungserscheinungen. Sie sollten die Kranzschlinge nicht im Kinderzimmer und außer Reichweite von Haustieren aufstellen. Abgefallene Blätter, Blüten und Früchte sollten regelmäßig entsorgt werden.

Der Blütenduft kann zu Kopfschmerzen und Schwindel führen. Besonders in kleinen Räumen riecht die Luft während der Blütezeit intensiv, sodass Sie auf eine regelmäßige Belüftung achten sollten.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die exotischen Gewächse bevorzugen einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eine ganzjährige Beleuchtungsstärke von 1.000 Lux ist optimal. Wenn der Raum zu dunkel ist, wachsen die Triebe lang und sparrig. Die Blütenpracht fällt weniger üppig aus. Während der Sommermonate erfreuen sich Kranzschlingen über einen Platz am östlich oder westlich ausgerichteten Fenster. Steht Ihre Pflanze am Südfenster, sollten Sie die Sonneneinstrahlung durch Gardinen oder lichthungrige Pflanzen abschwächen. Im Winter stellen Sie das Gewächs unter eine Pflanzenlampe, damit die Lichtverhältnisse gleichmäßig bleiben.

Wenn Sie den optimalen Standort gefunden haben, sollte die Kranzschlinge nicht umplatziert werden. Ein Raumwechsel kann dazu führen, dass die Pflanze Blätter und Blüten verliert.

Ideale Bedingungen:

  • luftiger Platz ohne kalte Zugluft
  • warmer Standort ohne Hitzestau
  • im Sommer zwischen 20 und 25 Grad Celsius
  • von Oktober bis März 13 bis 16 Grad Celsius

Welche Erde braucht die Pflanze?

Für die Kultivierung reicht handelsübliche Blumenerde aus. Achten Sie qualitativ hochwertige Erde, denn Billigerde verdichtet sich schnell. Kranzschlingen erfordern ein Substrat mit guter Wasser- und Nährstoffregulierung. Sie stellen hohe Ansprüche an die Pufferkraft. Für ein gesundes Wachstum sollte der pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 liegen.

Die Pufferkraft des Substrats verhindert:

  • Erhöhung oder Absenkung des pH-Werts
  • übermäßige Wasserverdunstung aus der Erde
  • Schwankungen des Nährstoffgehalts
  • Salzanreicherung an den Wurzelspitzen

Substrat mischen

Sie können sich mit zwei Teilen Blumenerde auf Kompostbasis, zwei Teilen Ackererde mit einem lehmigen Anteil, einem Teil Quarzsand, Perlit, Lavagranulat oder Grus selbst ein Substrat mischen. In dieser Erde bleibt die Kranzschlinge gesund und resistent gegenüber Schädlingsbefall und Krankheiten.

Kranzschlinge vermehren

Beim Rückschnitt fällt Material an, das Sie für die Zucht frischer Jungpflanzen nutzen können. Die Früchte eignen sich zur Samengewinnung, die mit etwas Geduld Jungpflanzen hervorbringen. Die Samen sind keimfähig, wenn die Fruchtreife abgeschlossen ist.

Aussaat

Sammeln Sie die Früchte im Herbst von den Pflanzen und entfernen Sie die Samen aus dem Fruchtfleisch. Lassen Sie das Saatgut an der Luft trocknen und lagern Sie es bis zum nächsten Frühjahr an einem trockenen Ort bei Zimmertemperatur. Die Samen werden ausgesät, wenn die Zeit für Umtopf- und Rückschnittmaßnahmen gekommen ist.

Nutzen Sie spezielle Anzuchterde für die Aussaat. Streuen Sie die Samen gleichmäßig aus und bedecken Sie diese dünn mit Erde. Die Pflanzgefäße werden bei Zimmertemperatur an einen hellen Ort gestellt. Die Samen benötigen mehrere Wochen bis zur Keimung. Anschließend benötigen die Jungpflanzen viel Feuchtigkeit und gleichmäßige Wärme zum Heranwachsen.

Stecklinge

Zwischen Frühling und Frühsommer können Sie Kopfstecklinge von einer gesunden Mutterpflanze schneiden. Die Triebe sollten zwischen acht und zwölf Zentimeter lang sein. Entfernen Sie das unterste Blattpaar und stecken Sie das Ende mit der Schnittstelle in ein befeuchtetes Gemisch aus Sand und Torf.

Decken Sie das Gefäß mit einer Plastiktüte ab und stellen Sie es an einen hellen Ort mit Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Es dauert acht bis zehn Wochen, bis sich die ersten Wurzeln entwickeln Zur Förderung der Wurzelbildung können Sie die Schnittstelle des Stecklings mit einem Bewurzelungshormon bepinseln.

Kranzschlinge gießen

Der Wasserbedarf ist während der Wachstumsphase hoch. Zwischen Frühjahr und Herbst darf der Topfballen nicht austrocknen. Kurze Trockenzeiten schaden der Kranzschlinge. Gießen Sie, sobald die oberste Substratschicht leicht angetrocknet ist. Wenn das Wasser aus den Abzugslöchern sickert, stellen Sie die Bewässerung ein. Nach 20 Minuten sollten Sie das gesammelte Wasser aus dem Untersetzer schütten. Während der Ruhephase erfolgt die Bewässerung sparsamer. Lassen Sie den Wurzelballen vor der nächsten Gießeinheit zur Hälfte abtrocknen. Vermeiden Sie Staunässe.

Kranzschlinge richtig düngen

Zwischen März und August werden Kranzschlingen im Abstand von drei bis vier Wochen gedüngt. Verwenden Sie einen flüssigen Volldünger in geringer Konzentration. Alternativ können Sie ein Düngestäbchen in das Substrat stecken, sodass die Pflanze für längere Zeit versorgt ist. In der Ruhephase wird die Düngung vollständig eingestellt.

Kranzschlinge richtig schneiden

Bevor der neue Austrieb kommt, können Sie Kranzschlingen zurückschneiden. Diese Maßnahme ist von Februar bis April möglich. Wenn einzelne Triebe zu lang geworden sind, werden diese auf ein Drittel eingekürzt. Schneiden Sie nicht verholzte Triebe mit einem scharfen Messer. Verholzte Ranken werden mit einer Gartenschere abgetrennt.

Wie pflanze ich richtig um?

Im Frühjahr kurz bevor der neue Austrieb beginnt, werden Kranzschlingen umgetopft. Befreien Sie den Wurzelballen vollständig vom Substrat und entfernen Sie abgestorbene Wurzeln mit einem scharfen Messer. Lebende Wurzeln sollten nach Möglichkeit nicht gekürzt werden, da Verletzungen der Pflanze schaden können. Das neue Gefäß sollte ein bis zwei Nummern größer als der alte Topf sein. Sobald die Pflanze in einem Pflanzgefäß mit 20 Zentimeter Durchmesser wächst, muss sie nicht mehr jährlich umgesetzt werden.

Wann ein Umtopfen notwendig wird:

  • Pflanze ist kopflastig
  • Substrat hat sich stark verdichtet
  • Wurzeln wachsen aus den Abflusslöchern
  • an der Oberfläche sind Wurzeln sichtbar

Überwintern

Ab September beginnt die Ruhephase, in der Kranzschlingen ihr Wachstum einstellen. Bis Februar werden die Pflanzen spärlich gegossen, sodass der Topfballen nicht vollständig austrocknet. Im Winterquartier sollte die Temperatur zwischen zwölf und 15 Grad Celsius liegen. Ideal geeignet ist ein frostfreier und unbeheizter Raum oder ein Platz am Nordfenster. Hohe Ansprüche stellen die Gewächse an das Licht. Ein heller Standort ist auch im Winter notwendig.

So versorgen Sie die Pflanzen mit Licht:

  • Leuchtmittel 20 Zentimeter über der Pflanze anbringen
  • geeignet sind Leuchtstoffröhren oder LED-Lampen
  • an Fensterstandorten ist keine Lichtquelle notwendig

Schädlinge

Die Pflanzen werden gelegentlich von Schädlingen befallen, die sich unter zu trockenen Bedingungen im Winterquartier vermehren. Zur Bekämpfung haben sich Sprühlösungen aus Wasser und Schmierseife bewährt. Sprühen Sie die Mischung auf die Pflanze und lassen Sie die Lösung etwa 30 Minuten wirken. Anschließend wird die Pflanze mit klarem Wasser gereinigt.

Spinnmilben

Diese Schädlinge lassen sich in Blattachseln und eingebuchteten Blatträndern nieder. Sie hinterlassen feine Gespinste, die durch Einsprühen mit Wasser sichtbar werden.

Wollläuse

Die Insekten hinterlassen Gespinste auf den Blättern der Kranzschlinge, die an Wattebäusche erinnern. Sie saugen sich an den Blättern fest und verweilen für lange Zeit an einem Ort.

Schildläuse

Überprüfen Sie die Pflanze regelmäßig auf einen Schildlausbefall. Sie sitzen unter ihrem gewölbten Schild und sind durch ihre Färbung gut getarnt.

Gelbe Blätter

Pflegefehler führen schnell zu Blattverfärbungen. Wenn das Laub der Kranzschlinge gelb wird, kann ein zu hoher Kalkgehalt im Gießwasser die Ursache sein.
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Tipps

Kranzschlingen sind Solitärpflanzen, die einzeln besonders gut zur Geltung kommen. Binden Sie die langen Triebe an einem gebogenen Draht auf. Je üppiger die Pflanze wächst, desto mehr blüht sie.

Sorten

  • Variegata: Laub grün-gelb panaschiert. Blüht zwischen Mai und Oktober, Blüten weiß. Bis 300 Zentimeter hoch.

Text: Christine Riel
Artikelbild: vcaenis/Shutterstock

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