Wie man Kirschbäume pfropft

Die Kirschbäume werden durch Veredlung vermehrt. Dabei pfropft man einen oder mehrere Edelreiser der gewünschten Sorte auf die passende Unterlage. Von dem fachgerecht ausgeführten Pfropfen hängt der Veredlungserfolg ab.

Kirschbaum pfropfen

Was benötigt man zum Pfropfen

Zum einen wird ein geeignetes Werkzeug, zum anderen das richtige Veredlungsmaterial benötigt. Zum Schneiden von Edelreisern und den erforderlichen Schnitt in die Rinde der Unterlage braucht man ein scharfes Messer mit Rindenlöser. Für das Verheilen der Veredlungsstelle benötigt man Bast zum Verbinden und Baumwachs zum Verstreichen.

Als Veredlungsmaterial verwendet man einjährige Triebe mit Blattknospen von der Dicke eines Bleistifts und etwa 30-40 cm Länge. Diese schneidet man an der Basis von dem Kirschbaum, dessen Sorte man vermehrt haben möchte, ab. Als Unterlagen eignen sich die Kirschbäume, die den Wuchs bremsen, sodass der zukünftige Baum klein bleibt und früher trägt. Die Unterlage wird bis auf einen Zugast neben dem Kronenstumpf zurückgeschnitten.

Wann wird gepfropft

Die im Winter (im Dezember/Januar) geschnittenen Edelreiser werden in einer mit feuchtem Sand gefüllten Kiste an einem kühlen Ort frostfrei aufbewahrt. Beginnen die Kirschbäume im Frühling (Ende April/Anfang Mai) zu treiben, ist es an der Zeit, die Edelreiser auf die entsprechend vorbereitete Unterlage zu bringen.

Wie wird gepfropft

Das Edelreis bringt man mittels Pfropfen auf die Unterlage, wobei man

  • Rindenpfropfen und
  • Geißfußpfropfen

unterscheidet.

Beim Rindenpfropfen werden die Edelreiser hinter die zuvor eingeschnittene Rinde der Unterlage gesteckt. Beim Geißfußpfropfen wird nicht nur ein Einschnitt in die Rinde, sondern auch eine Kerbe in das dahinter liegende Holz ausgeführt. In beiden Fällen werden die Edelreiser anschließend hinter die Rinde bzw. in die Kerbe gesteckt und fest mit Bast verbunden sowie mit Baumwachs verstrichen.

Tipps & Tricks

Bei gleicher Stärke der Unterlage und des Edelreises ist es möglich, die beiden Pflanzteile direkt mit den schräg geschnittenen Enden aufeinander zu bringen und zu verbinden. Diese Art der Veredlung heißt Kopulation.

Text: Olivia Sommer

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