Johannisbeere

Johannisbeeren durch Stecklinge vermehren

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Johannisbeeren lassen sich einfach durch verschiedene Methoden vermehren, um neue, ertragreiche Sträucher zu erhalten. Dieser Artikel stellt die Vermehrung durch Ableger, Abriss und Steckhölzer vor und gibt Tipps zur Auswahl des geeigneten Holzes.

Johannisbeeren vermehren

Vermehrung durch Ableger

Die Vermehrung von Johannisbeeren durch Ableger ist eine bewährte Methode, um genetisch identische Jungpflanzen zu erhalten. Diese Technik eignet sich besonders für Sträucher mit langen, einjährigen Trieben und wird im späten Frühjahr durchgeführt.

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Beginnen Sie, indem Sie einen geeigneten, einjährigen Trieb vorsichtig in Richtung Boden biegen, ohne dass der Trieb abbricht. Der Trieb sollte an einem Punkt etwa in der Mitte den Boden berühren. Befestigen Sie den Trieb an dieser Stelle mit einem Draht oder Erdhaken und bedecken Sie ihn mit einer etwa 2-3 cm dicken Schicht aus Sägemehl, das die Durchwurzelung fördert und vor Austrocknung schützt. Darüber wird eine leichte Schicht Erde gestreut.

Über den Sommer hinweg bildet der bedeckte Teil des Triebes Wurzeln, insbesondere an den sogenannten „Augen“ oder Knospen. Im Herbst, wenn der Trieb ausreichend bewurzelt ist, können Sie den Ableger von der Mutterpflanze abtrennen. Schneiden Sie den Trieb hinter dem bewurzelten Abschnitt ab und pflanzen Sie den neuen Johannisbeerstrauch an einen gewünschten Standort im Garten. Sorgen Sie dafür, den neuen Strauch gut zu wässern und gegebenenfalls vor starkem Frost zu schützen, damit er gut anwächst.

Vermehrung durch Abriss

Die Vermehrung durch Abriss ist besonders effektiv, wenn Ihre Johannisbeersträucher im Frühjahr frische Triebe direkt aus dem Boden treiben.

Folgende Schritte sind dabei zu beachten:

  1. Heben Sie die Triebe vorsichtig aus dem Boden, indem Sie möglichst viele Wurzeln mit herausziehen.
  2. Setzen Sie die abgetrennten Triebe in einen Topf mit nährstoffreicher Pflanzerde.
  3. Stellen Sie die Töpfe an einen geschützten, halbschattigen Ort und halten Sie die Erde gleichmäßig feucht.

Während des Sommers sollten sich die Triebe gut entwickeln und ein kräftiges Wurzelsystem ausbilden. Im Herbst können Sie die bewurzelten Jungpflanzen dann an einen endgültigen Standort in Ihrem Garten umpflanzen.

Vermehrung durch Steckhölzer

Die Vermehrung von Johannisbeeren durch Steckhölzer ist eine bewährte Methode, die besonders im Spätherbst oder Frühwinter nach dem Laubfall durchgeführt wird. In dieser Zeit lassen sich die kräftigsten Triebe gut erkennen und verwenden.

Folgende Schritte erleichtern Ihnen die Vermehrung durch Steckhölzer:

Auswahl und Zuschnitt der Triebe:

  • Wählen Sie einjährige, kräftige Triebe von gut tragenden Sträuchern aus.
  • Schneiden Sie diese Triebe mit einer scharfen Gartenschere oder einem Messer in etwa 20 Zentimeter lange Stücke, sodass jedes Stück oben und unten eine Knospe (Auge) hat.

Steckhölzer vorbereiten:

  • Das untere Ende der Steckhölzer sollte schräg abgeschnitten werden, um die Wasseraufnahme zu fördern, während das obere Ende gerade geschnitten wird.

Pflanzung der Steckhölzer:

  • Stecken Sie die Steckhölzer so in lockere, humusreiche Erde, dass nur das obere Ende mit ein bis zwei Zentimetern herausschaut. Dies kann in Töpfen oder direkt im Gartenbeet erfolgen.
  • Der Standort sollte schattig und gut feucht gehalten werden.

Pflege und Überwinterung:

  • Lassen Sie die Steckhölzer über den Winter in der Erde. Achten Sie darauf, dass der Boden nicht austrocknet.
  • Im Frühjahr überprüfen Sie die Steckhölzer auf Wurzelbildung. Nur die Steckhölzer, die genügend Wurzeln oder Kallus (Wundgewebe) entwickelt haben, kommen für die Weiterkultur infrage.

Einpflanzen der bewurzelten Steckhölzer:

  • Pflanzen Sie die bewurzelten Steckhölzer im Frühjahr in ein Vermehrungsbeet mit einem Abstand von etwa 20 Zentimetern zueinander und 30 Zentimetern zwischen den Reihen.
  • Entfernen Sie gegebenenfalls die Triebspitzen, sobald die Stecklinge etwa fünf Zentimeter lang sind, um die Verzweigung der Pflanzen anzuregen.

Die ersten Früchte können Sie von diesen neuen Johannisbeerpflanzen nach etwa zwei Jahren erwarten. Durch diese Methode bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten.

Bedeutung von Neuaustrieb

Der Neuaustrieb bei Johannisbeeren ist essenziell für die Vermehrung und die langfristige Gesundheit der Sträucher. Neue Triebe sorgen dafür, dass die Sträucher vital bleiben und ständig fruchtbares Holz für eine reiche Ernte zur Verfügung steht.

  1. Regelmäßiges Gießen: In trockenen Sommern ist es wichtig, die Sträucher durchdringend zu wässern.
  2. Gezielter Rückschnitt: Durch einen gezielten Rückschnitt kann die Bildung neuer Triebe angeregt werden. Schneiden Sie alte Triebe bodennah ab, um Platz für neues Wachstum zu schaffen.
  3. Düngung: Um die Pflanze mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, empfiehlt sich eine regelmäßige Düngung zweimal jährlich – einmal im Frühjahr vor dem Austrieb und einmal im Herbst vor der Winterruhe.

Diese Maßnahmen stellen sicher, dass Ihre Johannisbeersträucher gesund und kräftig bleiben.

Unterscheidung von altem und neuem Holz

Die Unterscheidung von altem und neuem Holz ist entscheidend für die Auswahl der richtigen Triebe zur Vermehrung von Johannisbeeren. Hierbei gibt es einige Merkmale, die Ihnen helfen können, altes von neuem Holz zu unterscheiden:

1. Färbung:

  • Neuere Triebe haben oft eine hellere Farbe, besonders an den Spitzen.
  • Älteres Holz hingegen erscheint dunkler, kann aber auch vergrauen und dadurch heller wirken.

2. Dicke des Holzes:

  • Alte Triebe sind merklich dicker als junge Triebe.

3. Rindenbeschaffenheit:

  • Bei älteren Trieben löst sich die Rinde häufig ab.

4. Holzstruktur:

  • Ein weiteres Zeichen für altes Holz ist seine oft morsche Struktur, während neue Triebe gesund und fest erscheinen.

Rote und weiße Johannisbeeren tragen ihre Früchte bevorzugt an zwei- bis dreijährigem Holz, schwarze Johannisbeeren vorwiegend an ein- bis zweijährigem Holz. Indem Sie diese Merkmale beachten, können Sie effiziente Schnitte und eine erfolgreiche Vermehrung sicherstellen.

Bilder: LianeM / iStockphoto