Johannisbeeren fachgerecht schneiden

Damit Johannisbeeren reiche Ernte bringen, müssen sie regelmäßig zurückgeschnitten werden. Selbst alte Sträucher tragen nach einem mutigen Schnitt wieder reichlich und meist auch deutlich größere Früchte. Diese Maßnahme zielt also in erster Linie auf die Förderung von Fruchtholz ab. Wie Sie hierbei vorgehen müssen, erklären wir im nachfolgenden Artikel.

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Johannisbeeren sollten im Frühjahr vor dem Austrieb zurückgeschnitten werden

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Schnitt?

Bei den Johannisbeeren gibt es zwei Termine für den Rückschnitt:

  • Je nach Lage von Februar bis Anfang April, noch bevor die Sträucher ausgetrieben haben.
  • Durch den Sommerschnitt nach der Ernte schaffen Sie die Voraussetzung für reichen Fruchtertrag im nächsten Jahr.

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Die Farbe der Früchte bestimmt den Schnitt

Schwarze Johannisbeeren tragen am besten am einjährigen Holz, Rote und Weiße Sorten hingegen am zwei- bis dreijährigen. Gemein ist den Fruchtsträuchern, dass sie vom ersten Jahr an geschnitten werden sollten.

Schwarze Johannisbeeren schneiden

Insgesamt sollten die Sträucher aus sieben bis zehn kräftigen Haupttrieben bestehen, die nicht älter als vier Jahre sind. Schneiden Sie Schwarze Johannisbeeren deshalb folgendermaßen:

  • Kürzen Sie die Triebe nach der Pflanzung auf fünf Stück ein.
  • Weitere Triebe nach dem Setzen auf Bodenhöhe zurückschneiden.
  • Jedes Jahr nach der Ernte die drei ältesten Haupttriebe herausschneiden und die gleiche Anzahl Bodentriebe stehen lassen.
  • Ältere Hauptäste erkennen Sie an der dunklen Rinde.
  • Wünschen Sie besonders große Beeren, schneiden Sie rigoros alle Seitentriebe unter Kniehöhe ab.

Überalterte Sträucher können Sie, solange diese im Frühling noch nicht ausgetrieben haben, dicht über dem Boden einkürzen und wie oben beschreiben neu aufbauen.

Rote Johannisbeeren schneiden

Insgesamt sollten diese Sträucher aus acht bis zwölf Haupttrieben bestehen, die nicht älter als vier Jahre sind. Geschnitten werden Rote und Weiße Johannisbeeren wie folgt:

  • Entfernen Sie bei diesen jedes Jahr nach der Ernte die drei ältesten Haupttriebe direkt über dem Boden. Es darf kein kurzer Stummel stehen bleiben.
  • Lassen Sie von den neu ausgetriebenen Ruten die drei kräftigsten als Ersatz stehen.
  • Der übrige Neuaustrieb wird herausgeschnitten.
  • Bodennahe und steil aufsteigende Triebe werden ebenfalls entfernt.
  • Seitentriebe, die Früchte getragen haben, bis auf einen rund ein Zentimeter langen Zapfen einkürzen. Aus diesen treiben neue Fruchttriebe, die spätestens im übernächsten Sommer wieder Beeren tragen.

Tipps

Leckere Johannisbeeren sind auch bei Vögeln ausgesprochen beliebt. Legen Sie deshalb rechtzeitig vor der Ernte Netze über die Sträucher und sichern Sie diese im unteren Bereich, damit die hungrigen Tiere nicht von hier aus an die Früchte gelangen können.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: rodimov/Shutterstock

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