Die Japanische Zierkirsche kennen und pflegen

Ihre verschwenderische Blütenpracht raubt uns den Atem. Wo sich die üppigen rosafarbenen Blütenbüschel gen Himmel strecken oder elegant zu Boden neigen, inszeniert die Japanische Blütenkirsche ein paradiesisches Flair. Damit die royale Blütenouvertüre auch in Ihrem Garten stattfindet, bedarf ein überschaubares Pflegeprogramm. Noch offene Fragen rund um die Japanische Zierkirsche bleiben hier nicht länger im Raum stehen.

Prunus serrulata
Die Japanische Zierkirsche bietet ein tolles Sinnenerlebnis im Frühling

Japanische zierkirsche richtig pflanzen

Der malerische Blütentraum geht in Erfüllung, wenn Sie die Japanische Blütenkirsche im warmen Herbstboden pflanzen. Wählen Sie einen sonnigen Standort in frisch-feuchter, tiefgründiger Erde. Die Wurzeln fassen leichter Fuß, wenn der Boden möglichst feinkrümelig vorbereitet und sorgfältig von Steinen und Unkraut gereinigt wird. Heben Sie die Pflanzgrube so tief ein, dass der Wurzelballen bündig mit der Erdoberfläche abschließt. In diesen Schritten gehen Sie weiter vor:

  • Den Aushub anreichern mit Pferdedung, Rindenhumus oder Kompost
  • Den ausgetopften Wurzelballen mittig einsetzen, ein eventuelles Ballentuch öffnen
  • Neben dem Baum einen Stützstab in die Erde schlagen, ohne den Wurzelballen zu beschädigen
  • Die Grube auffüllen mit dem optimierten Substrat, festtreten und gießen

Ein Pflanzschnitt fördert die üppige Verzweigung. Kürzen Sie hierzu die jungen Triebe um ein Drittel ein. Ebenso verleiht ein leichter Wurzelschnitt den Strängen die Motivation, sich vital auszubreiten. Hierbei sollten nicht mehr als 2-3 cm der Spitzen abgeschnitten werden.
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Pflegetipps

Die maßgeblichen Eckpfeiler einer sachgemäßen Pflege sind der Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie ein umsichtiger Rückschnitt. So machen Sie es richtig:

  • Japanische Blütenkirsche regelmäßig gießen, sobald die Erde 1-2 cm tief angetrocknet ist
  • Im März/April mit einer organischen oder mineralisch-organischen Düngung in die Saison geleiten
  • Leichter Formschnitt nach der Blüte, indem verwelkte Zweige bis auf einige Knospen eingekürzt werden
  • Bei Bedarf umfangreicher Rückschnitt zwischen November und Februar
  • Alljährlich die Krone im Spätwinter gründlich auslichten

Einen Winterschutz erhält die Japanische Blütenkirsche im Jahr der Pflanzung, da sich die robuste Winterhärte erst noch entwickeln muss.

Welcher Standort ist geeignet?

Ihr malerisches Blütenkleid legt die Japanische Zierkirsche am vollsonnigen bis sonnigen Standort an. Mindestens 6 Sonnenstunden täglich sollten es schon sein, damit sich die Nelkenblüten zahlreich entfalten. Eine warme und geschützte Lage trägt zum paradiesischen Erscheinungsbild im Frühling bei. Wählen Sie einen Platz im tiefgründig-lockeren, sandig-lehmigem Boden, frisch-feucht bis mäßig-trocken.

Der richtige Pflanzabstand

Die gewählte Zierkirschen-Sorte definiert den Pflanzabstand im Garten. Majestätische Hybriden mit einer Wuchshöhe von 8-10 m und einer Breite von 6-8 m, kommen vollendet zur Geltung, wenn die Distanz zum Beetnachbarn 5-6 m beträgt. Kleinere Hybriden gedeihen mit hängenden Zweigen besonders raumgreifend, sodass hier die zu erwartende Wuchsbreite den Pflanzabstand vorgibt.
Einzig die säulenförmige Japanische Blütenkirsche kommt mit einem Pflanzabstand von 80-100 cm zurecht.

Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit der reinen Art erstreckt sich von April bis Juni. Einen solch langen Atem haben die prachtvollen Hybriden indes nicht. Je üppiger die Blütenfülle, desto kürzer die Blütezeit. An Premium-Sorten dauert das Frühlingsfestival mitunter von Ende April bis Mitte Mai.

Japanische zierkirsche richtig schneiden

Die Blühwilligkeit einer Japanischen Blütenkirsche bleibt über viele Jahre erhalten, wenn Sie den Baum so schneiden:

  • Ab dem 3. Jahr unmittelbar nach der Blütezeit alle abgeblühten Zweige bis auf einige wenige Knospen einkürzen
  • Jeden Schnitt 2-3 mm oberhalb eines schlafenden Auges ansetzen (Verdickung unter der Rinde)
  • Im Spätwinter die Krone auslichten und alles Totholz auf Astring kappen
  • Dicke Äste von unten ansägen, um erst dann den Zweig von oben restlos abzuschneiden

Da im Hobbygarten mehrheitlich veredelte Hybriden der Japanischen Zierkirsche gedeihen, sprießen regelmäßig Wildtriebe aus der Unterlage. Diese werden unverzüglich abgeschnitten oder mit einem Ruck abgerissen, da sie die Edelsorte überwuchern wollen.
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Japanische zierkirsche gießen

Sie ziehen sich den Unmut der edlen Frühlingsschönheit zu, wenn die Erde zu trocken oder zu nass gerät. Darauf reagiert die Japanische Blütenkirsche empört mit Abwurf der Blüten. Gießen Sie daher mäßig, sobald die Oberfläche angetrocknet ist. Geben Sie das Wasser unmittelbar auf die Wurzelscheibe. Im Anschluss an das Blütenfestival halten Sie weiterhin den Boden konstant leicht feucht.

Japanische zierkirsche richtig düngen

Eine organische Startdüngung im März/April weckt die Lebensgeister einer Japanischen Blütenkirsche. Verabreichen Sie Kompost, Hornspäne, Guanogranulat oder Rindenhumus. Eine regelmäßig erneuerte Mulchschicht aus Laub oder Grasschnitt hält den Boden warm und länger feucht. Zugleich gibt das organische Material kontinuierlich wertvolle Nährstoffe an die Wurzeln ab.

Überwintern

Die Japanische Blütenkirsche ist frostfest bis – 20 Grad Celsius. Für das mitteleuropäische Klima ein akzeptabler Wert. Adulte Exemplare bedürfen daher keiner besonderen Vorkehrungen vor dem Winter. Im Pflanzjahr empfehlen wir, die junge Zierkirsche zu schützen mit Laub und Kompost auf der Wurzelscheibe. Ergänzenden stellen Sie rund um Stamm und Krone Schilfmatten auf oder stecken Reisig bei.

Japanische zierkirsche vermehren

Da es sich bei der Japanischen Blütenkirsche zumeist um veredelte Hybriden handelt, wagen sich einzig geübte Gärtner an die eigenhändige Vermehrung heran. Das Prachtgehölz besteht aus einer wilden Unterlage, die für Gesundheit und eine robuste Konstitution sorgt. Darauf wurde ein empfindliches Edelreis gepfropft, dessen Aufgabe die üppige Blütenfülle ist. Stecklingen fehlt somit die Wildunterlage, sofern Sie sich nicht mit Okulation, Kopulation oder Pfropfen auskennen. Wer das Experiment wagen möchte, geht so vor:

  • Im Sommer von nicht blühenden, halbverholzten Trieben 10-15 cm lange Kopfstecklinge schneiden
  • In der unteren Hälfte entlauben
  • Einpflanzen in kleine Töpfe, die mit magerem Substrat gefüllt sind

Stülpen Sie nach dem Angießen eine transparente Haube über jeden Topf. Am halbschattigen, geschützten Standort signalisiert ein erster Austrieb den erfolgreichen Verlauf der Bewurzelung. Die Abdeckung hat ihre Aufgabe erfüllt und kann entfernt werden. Pflegen Sie die Stecklinge bis zum Herbst oder nächsten Frühjahr, um sie am sonnigen Standort einzupflanzen.

Ist Japanische zierkirsche giftig?

Von einer Japanischen Blütenkirsche gehen keinerlei gesundheitliche Bedrohungen aus. Tatsächlich sind sowohl die Kirschen, als auch die Blüten und Blätter für den Verzehr geeignet. Da der Geschmack der Zierkirschen Lichtjahre von dem Aroma echter Süßkirschen und Schattenmorellen entfernt ist, belassen Sie die Früchte idealerweise am Baum, damit sich die Vögel daran erfreuen.

Schöne Sorten

  • Kanzan: Eine Prachtsorte mit verschwenderischer rosafarbenen Blütenfülle an aufwärts gerichteten Zweigen; 5-7 m hoch
  • Kiku-Shidare-Zakura: Die Zweige der Hängenelken-Kirsche biegen sich unter der rosa Blütenlast elegant bis zum Boden; 3-5 m hoch
  • Amanogawa: Edle Japanische Blütenkirsche in schlanker Säulenform, übersät mit Nelkenblüten im Mai und Juni; 3-4 m hoch
  • Hisakura: Mächtige Premium-Sorte mit halb gefüllten, karminrosa Blüten an gebogenen Ästen ab Mai; 10-12 m hoch
  • Thai Haku: Weiß blühende Sorte mit satten 6 cm Blütendurchmesser und kuper-rotem Austrieb; 6-8 m hoch
Text: Paula Jansen

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