Holunder Ableger

So gelingt die Vermehrung von Holunder mittels Ableger?

Die sortenreine Vermehrung von Holunder ist bei Aussaat eigenhändig gesammelter Samen nicht immer garantiert. Mit Ablegern sind Sie indes auf der sicheren Seite. Wir erklären, wie es sowohl im Sommer, als auch im Winter gelingt.

Sommerzeit ist Stecklingszeit

Steht der Holunder im Hochsommer voll im Saft, ist dies die beste Zeit für die Stecklingsvermehrung. Nach dieser Anleitung gelingt die Prozedur selbst der ungeübten Hand:

  • halbverholzte Ableger auswählen mit einer Länge von 10-15 Zentimetern
  • ein geeigneter Steckling verfügt über mindestens 2-3 Blattknoten (Verdickungen unter der Rinde)
  • die untere Hälfte entlauben
  • die restlichen Blätter halbieren
  • Anzuchttöpfe füllen mit nährstoffarmem Substrat
  • darin jeweils 1-2 Stecklinge zu zwei Drittel einsetzen und angießen
  • jedem Gefäß eine perforierte Klarsichttüte überstülpen

Platziert am halbschattigen Ort und konstant feucht gehalten, geht die Wurzelbildung rasch vonstatten. Lugen die Wurzeln aus der Bodenöffnung hervor, pflanzen Sie die Jünglinge um in nährstoffreicheres Substrat. Kräftige Holunder können bereits im Herbst ausgepflanzt werden. Im Zweifelsfall pflegen Sie die Nachzucht den Winter hindurch im Haus, um sie im Frühjahr ins Freiland zu setzen.

Steckholz Vermehrung im Winter – wie es richtig geht

Wenn im Winter die Arbeit im Garten ruht, nutzen erfahrene Hobbygärtner die Zeit für Vermehrungsarbeiten. Bei Holunder funktioniert es ganz einfach mithilfe von Steckhölzern. So gehen Sie dabei vor:

  • an einem frostfreien Tag im Spätwinter gesunde, einjährige Triebe auswählen
  • das perfekte Steckholz ist 20 Zentimeter lang, blattlos und verfügt über mehrere schlafende Augen
  • die Triebspitze gerade abschneiden
  • das untere Ende anschrägen, um die Polarität später nicht zu verwechseln
  • Töpfe füllen mit Anzuchterde
  • darin jeweils 1-2 Steckhölzer zu 3/4 einsetzen
  • am frostfreien Platz aufstellen

Die Markierung der Polarität ist von entscheidender Bedeutung, denn falsch herum gepflanzte Steckhölzer bewurzeln nicht. Bis die oberirdischen Blattknoten austreiben, wird nicht gegossen. In der Folge halten Sie das Substrat leicht feucht. Ist der Anzuchttopf vollständig durchwurzelt, wird im Frühjahr ausgepflanzt.

Tipps & Tricks

Jede Holunderart kann mit Stecklingen oder Steckhölzern vermehrt werden. Streben Sie dabei eine reichhaltige Ernte großfrüchtiger Beeren an, dann liefern die Triebe der Sorte Sambucus nigra ‚Haschberg‘ das optimale Ausgangsmaterial. Eine einzige Doldentraube erreicht hier ein Gewicht von bis zu 1 Kilogramm.

Text: Paula Jansen

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