Glücksbambus: Pflegen und Vermehren

Der Glücksbambus ist ein beliebtes Mitbringsel auf Silvesterfeiern oder anderen Festlichkeiten. Die Pflanze birgt viele Geheimnisse. Sie kann auf unterschiedliche Arten kultiviert werden und benötigt am richtigen Standort kaum Pflege.

gluecksbambus
Der Glücksbambus lässt sich einfach in Wasser ziehen

Herkunft

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Glücksbambus liegt in Kamerun und im tropisch geprägten Westafrika. Nach Europa gelangte Lucky Bamboo im 19 Jahrhundert, wo das Gewächs Bewunderer fand. Der Glücksbambus trägt den lateinischen Namen Dracaena braunii, der auf die Zugehörigkeit zur Gattung der Drachenbäume hindeutet. Die Pflanze ist somit kein Bambus, sondern mit dem palmenartigen Drachenbaum verwandt. Häufig werden auch andere Drachenbaumarten mit ähnlicher Wuchsform als Glücksbambus angeboten.

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Blätter

Dracaena braunii entwickelt immergrüne Blätter, die wechselständig angeordnet erscheinen. Die Blattform erinnert an die Gestalt eines Schilfblatts, denn sie ist nicht in Blattspreite und Stiel eingeteilt. Die Blattspreiten verschmälern sich nicht zum Grund, sondern gehen in die Blattscheiden über. Durch die wechselständige Anordnung bilden die Blattscheiden eine Art Stamm. Die lang ausgezogenen Blätter sind hellgrün gefärbt und besitzen eine glatte Oberfläche. Sie sind lanzettlich und ganzrandig ausgeformt. Ihre Blattnerven liegen parallel zueinander.

Blüte

Der Glücksbambus entwickelt stieltellerförmige Blüten, deren sechs Blütenhüllblätter weiß gefärbt sind. Die unscheinbaren Blüten sitzen in halbrunden Rispen zusammen und sind kurz gestielt. Die Einzelblüten sind zwittrig aufgebaut und verströmen einen leichten Duft. Wie es für die Drachenbäume typisch ist, blüht der Glücksbambus in der Nacht. Sie haben sich damit auf bestimmte Bestäuber spezialisiert, die in der Nacht aktiv sind. Durch diese Anpassung müssen die Pflanzen keine Energie in die Entwicklung auffälliger Blütenformen und Farben investieren.

Bis ein Gewächs zur Blüte kommt, vergehen mehrere Jahre. Die meisten Drachenbäume blühen einmalig, um sich zu vermehren. Anschließend stirbt die Pflanze. Beim Glücksbambus konnten bisher nur wild wachsende Exemplare blühend beobachtet werden. Die Blütezeit erstreckt sich über die Sommermonate. In der Zimmerkultur kommen die Gewächse nicht zur Blüte.

Wachstum

Die natürliche Wuchsform ist aufrecht und strauchartig. Der Glücksbambus wächst schlank und bildet an der Basis mehrere Seitentriebe aus. Dadurch wächst die Pflanze sehr breit. Die Zuchtformen bilden lange Stämmchen aus, die am oberen Ende spiralförmig gedreht sind. Es gibt auch gerade wachsende Sprosse, die mit unterschiedlichen Wuchshöhen eine Glückspyramide formen. Der Glücksbambus, den Sie im Handel kaufen können, ist eigentlich ein bewurzelter Steckling. Er wird dauerhaft in Wasser oder in Hydrokultur gezogen.

Grösse

Die gezüchteten Exemplare erreichen eine Wuchshöhe von 100 Zentimeter. Sie können zwischen 60 und 100 Zentimeter breit werden.

Verwendung

Seit etwa 4.000 Jahren symbolisiert diese Pflanze Glück, Gesundheit und Erfolg. Sie wird in der modernen Zeit zu den verschiedensten Anlässen verschenkt, damit sie dem Beschenkten ein gutes Leben bringt. Der Glücksbambus gilt als zähe Pflanze, wodurch Assoziationen zur Langlebigkeit aufkamen. In Hongkong dekoriert die Pflanze fast jedes Büro. Hier wird der Glücksbambus gerne mit roten Bändern geschmückt, die für den Reichtum stehen.

Der Glücksbambus wird als einzelnes Stämmchen oder als pyramidenförmiges Arrangement aus mehreren Stecklingen angeboten. Der Fantasie sind bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt, da die Pflanzen kein tiefes Pflanzgefäß benötigen. Sie können in einer flachen Schale kultiviert und nach Belieben kreuzweise, überlagernd oder zaunförmig verflochten angeordnet werden. Dabei spielt die Anzahl der Stecklinge eine Rolle. Drei Stängel symbolisieren Glück, fünf Stämmchen stehen für Energie. Sieben Sprosse bringen Gesundheit und acht Glück und Reichtum.

Der Glücksbambus verschönert:

  • Wintergärten
  • Balkone
  • Topfarrangements
  • Fensterbänke

Ist Gluecksbambus giftig?

Die Pflanzenteile des Glücksbambus gelten als leicht giftig. Diese Einstufung beruht auf den Inhaltsstoffen. Dracaena braunii enthält Saponine, die hoch dosiert negative Auswirkungen auf den Organismus haben können. Vergiftungserscheinungen treten selten auf, denn der bittere Geschmack schreckt auf natürliche Weise von einem Verzehr größerer Mengen ab. Der Darm resorbiert Saponine normalerweise sehr schlecht. Ist die Darmwand entzündet, können Saponine in die Blutbahn gelangen und die roten Blutkörperchen auflösen.

Ist Gluecksbambus giftig für Haustiere?

Die Giftwirkung ist bei Tieren ähnlich gering. Katzen und Hunde, die große Mengen verzehrt haben, können Durchfall bekommen. Für Fische sind Saponine gleichermaßen giftig wie Tenside. Allerdings besteht nur dann ein Vergiftungsrisiko, wenn diese sekundären Pflanzenstoffe direkt in das Wasser gelangen oder die Fische die Pflanzenteile fressen. Das ist normalerweise nicht der Fall, wenn ein Glücksbambus im Aquarium gehalten wird.

Welcher Standort ist geeignet?

Dracaena braunii bevorzugt das ganze Jahr einen hellen Standort, der nicht zu sonnig sein sollte. Sie können das Wachstum der Pflanze durch die Helligkeit beeinflussen. Wenn Sie Ihren Glücksbambus an einen dunkleren Ort stellen, wächst er langsamer. Allerdings schadet der dauerhafte Lichtmangel der Gesundheit. Eine hohe Luftfeuchtigkeit verbessert die Vitalität. Wenn Sie Ihre Pflanze auf der Fensterbank direkt über der Heizung kultivieren, sollte immer reichlich Wasser im Pflanzgefäß vorhanden sein. Ansonsten trocknen die Blätter durch die trockene Heizungsluft leicht aus.

Die Umgebungstemperatur sollte bei mindestens 18 Grad Celsius liegen. Die Pflanze reagiert sensibel auf kühlere Temperaturen, indem sie ihr Wachstum einstellt. Vermeiden Sie Zugluft und einen kalten Boden. Im Sommer bedankt sich die Pflanze über einen Standort im Freien mit halbschattigen Bedingungen.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Sie können Ihren Glücksbambus in ein lehmiges Substrat einpflanzen, das mit Sand angereichert wurde. Die Pflanzen bevorzugen ein humusreiches Substrat. Ideal geeignet ist handelsübliche Blumenerde, die Sie mit Sand oder Perlit auflockern. Die Stecklinge können in reiner Hydrokultur gezogen werden. Hierfür eignet sich Blähton (19,00€ bei Amazon*) oder Tongranulat. Wenn die Pflanze noch kein ausgeprägtes Wurzelsystem entwickelt hat, können Sie die Pflanze in eine mit Wasser gefüllte Vase stellen.

Gluecksbambus vermehren

Am einfachsten lässt sich der Glücksbambus über Seitentriebe vermehren. Diese werden von gesunden und kräftigen Stämmchen mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Entfernen Sie die untersten Blätter vom Seitentrieb und stellen Sie diese in ein mit Wasser befülltes Gefäß. Platzieren Sie die Vase für einen Monat an einen hellen Ort mit indirekter Sonne. Sie sollten das Wasser wöchentlich wechseln. Nach etwa 30 Tagen haben die Seitentriebe genügend Wurzeln entwickelt, sodass diese eingepflanzt oder in Hydrokultur gezogen werden können. Im Idealfall haben die Seitentriebe eine Länge von zehn Zentimetern erreicht.
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Aussaat

Eine Vermehrung über die Samen ist fast unmöglich, da die kultivierten Exemplare nicht zur Blüte kommen. Sollte es dennoch gelingen, ist die eigentliche Aussaat sehr einfach. Die Samen keimen auf Anzuchterde unter hoher Luftfeuchtigkeit. Das Pflangefäß sollte an einem hellen Standort stehen.

Stecklinge

Eine weitere Form der Vermehrung ist das Schneiden von Stecklingen. Hierbei wird ein Stamm in mehrere Stücke zerteilt, die etwa zehn Zentimeter lang sein sollten. Schneiden Sie die Stücke immer direkt oberhalb eines Knotens ab. An diesen Stellen treiben die Stecklinge später wieder aus.

Tauchen Sie die obere Schnittstelle in flüssiges Sojawachs, das frei von Farb- und Duftstoffen ist. Das Kerzenwachs versiegelt die Schnittstelle, sodass keine Krankheitserreger und Pilzsporen in die Wunde eindringen können. Anschließend werden die Stecklinge in Wasser gestellt und an einem warmen und hellen Ort platziert.

Einpflanzen

Wenn Sie den Glücksbambus in Erde einpflanzen möchten, sollten Sie ein ausreichend großes Gefäß wählen. Der Topfdurchmesser sollte fünf Zentimeter größer als die Pflanze sein. Ideal geeignet ist ein Terrakottagefäß, da das Material eine optimale Luft- und Feuchtigkeitszirkulation gewährleistet. Achten Sie darauf, dass das Gefäß ein Abflussloch besitzt. Als Pflanzsubstrat eignet sich eine Mischung aus normaler Erde, Torf und Sand. Setzen Sie den Glücksbambus so tief in die Erde, wie er vorher im Wasser stand. Dadurch bekommt die Pflanze Stabilität.
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Gluecksbambus gießen

Wenn Sie den Glücksbambus in Hydrokultur kultivieren, sollten die Wurzeln immer mit Wasser bedeckt sein. Geben Sie der Pflanze so viel Wasser, dass das untere Ende zwei bis drei Zentimeter im Wasser steht. Wachsen die Triebe in Erde, empfiehlt sich ein regelmäßiges und sparsames Gießen. Das Substrat sollte feucht aber nicht nass sein. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.

Steht der Lucky Bamboo in reinem Wasser, sollten Sie den Wasserstand aufrecht erhalten und wöchentlich einen Wasserwechsel vornehmen. Dadurch verhindern Sie, dass es zur Algenbildung kommt. Schmutz und Ablagerungen werden auf diese Weise entfernt.

Zum Gießen sollten Sie weiches Wasser verwenden, denn Kalk schadet den Pflanzen. Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben, damit die Wurzeln keinen Kälteschock durch kaltes Leitungswasser bekommen. Besprühen Sie die Blätter regelmäßig mit Wasser aus einer Blumenspritze. Diese Maßnahme erhöht die Luftfeuchtigkeit.

Gluecksbambus richtig düngen

Die Gewächse haben einen hohen Nährstoffbedarf und zeigen sich dankbar über eine regelmäßige Düngung. Achten Sie auf eine sparsame Dosierung, da ein Nährstoffüberschuss der Pflanze schadet. Geben Sie dem Glücksbambus alle zehn Tage einen speziellen Hydrokulturdünger, den Sie dem Gießwasser beimischen. Bei einer Kultivierung im Substrat ist keine zusätzliche Düngung notwendig. Die Pflanze zieht Nährstoffe aus dem Substrat.

Gluecksbambus richtig schneiden

Dracaena braunii muss nicht geschnitten werden. Sie können durch Rückschnitte bestimmte Wuchsformen fördern und Ihren Glücksbambus lenken. Für die Ausprägung einer Krone werden die seitlichen Triebe nah am Stamm abgeschnitten. Schneiden Sie auch die neuen Austriebe ab. Die Pflanze wird immer wieder frische Seitentriebe entwickeln, die sich nach und nach zu einer Krone verdichten.

Abgestorbene Pflanzenteile können regelmäßig abgeschnitten werden. Sie entstehen häufig im Winter bei zu trockener Raumluft. Verfaulte und kranke Blätter und Sprossteile müssen großzügig entfernt werden, damit der gesunde Teil nicht beeinträchtigt wird.
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Umtopfen

Die Zierpflanze kann im Laufe ihres Lebens beachtliche Wuchshöhen erreichen, sodass das Gefäß irgendwann zu eng wird. Sobald Ihr Glücksbambus zu hoch wird und das Gefäß keine Stabilität mehr leisten kann, können Sie der Pflanze einen größeren Topf gönnen. Wählen Sie einen schweren und standfesten Kübel mit ausreichend Volumen. Wächst die Pflanze im Substrat, sollte sie jedes Jahr umgepflanzt werden. Bevor Sie die Pflanze in frische Erde einpflanzen, sollten die Wurzeln gründlich gereinigt werden. Das beugt Krankheiten vor.

So pflanzen Sie den Glücksbambus um:

  • ausgelaugtes Substrat von den Wurzeln abklopfen
  • neuen Topf etwas mit Erde befüllen
  • Wurzelballen einsetzen und mit Substrat auffüllen
  • Erde andrücken und gut wässern

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Überwintern

Den Winter verbringt der Glücksbambus bevorzugt bei gleichbleibenden Temperaturen, die nicht unter 18 Grad Celsius sinken sollten. Da die Luft im Winter durch das ständige Heizen besonders trocken ist, müssen Sie die Pflanze öfter mit Wasser besprühen. Schützen Sie die Pflanze vor Zugluft. Ein stoßweises Lüften für maximal zehn Minuten ist unproblematisch.

Krankheiten

Der Glücksbambus wird selten von Krankheiten heimgesucht. Schadbilder sind häufig auf falsche Pflegemaßnahmen oder suboptimale Standortbedingungen zurückzuführen. Wenn keine Pflegefehler ersichtlich sind und sich der Stamm punktuell gelb verfärbt, kann die Gelbfäule eine Ursache sein. Es wird vermutet, dass Bakterien oder Schimmelpilze als Krankheitserreger in Frage kommen. Sie retten die Pflanze vor dem Verfaulen, indem Sie das beschädigte Stück großzügig abschneiden. Nutzen Sie Handschuhe und ein desinfiziertes Messer.

Eine Gelbfärbung des Stamms, die sich von der Basis nach oben zieht, deutet auf einen Nährstoffüberschuss im Substrat oder Wasser hin. Dagegen hilft ein raschen Umpflanzen.

Schädlinge

Im Winter führt die trockene Heizungsluft häufig zu einem Schädlingsbefall. Die Pflanzen sind in dieser Zeit durch falsche Standortbedingungen geschwächt.

Schildläuse

Sie setzen sich auf der Blattunterseite und den Sprossen fest und ernähren sich vom Pflanzensaft. Wenn der Schädlingsbefall gering ist, können Sie die Schildläuse mit einem scharfen Wasserstrahl entfernen. Pflanzenschutzstäbchen helfen den Gewächsen, die in Erde kultiviert werden. Bei Hydrokulturen werden die Schädlinge mit Sommeröl beseitigt. Nach dieser Behandlung sollten Sie die Pflanze gründlich mit klarem Wasser abbrausen.

Spinnmilben

Die Schädlinge vermehren sich unter trockenen Bedingungen und hinterlassen feine Spinnweben zwischen den Blättern und helle Sprenkel auf der Blattoberseite. Als erste Hilfsmaßnahme empfiehlt sich das Abbrausen der Pflanze mit einem harten Wasserstrahl. Achten Sie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit, um die Schädlinge zu unterdrücken.

Gelbe Blätter

Wenn sich die Blätter des Glücksbambus gelb verfärben, deutet das auf einen Wassermangel oder suboptimale Lichtverhältnisse hin. Dracaena braunii benötigt einen hellen Standort, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist, und ausreichend Wasser. Ist das Wasser zu kalkhaltig, treten zusätzlich zu den gelben Blättern Kalkränder an den Stämmchen auf. Chlor im Wasser führt ebenfalls zu einer Gelbfärbung der Blätter. Wechseln Sie das Wasser oder pflanzen Sie das Gewächs in frisches Substrat. Achten Sie darauf, dass das Gießwasser kalkarm ist.

Tipps

Der Glücksbambus wird in den verschiedensten Formen angeboten. Die Triebe sind miteinander verflochten, nach oben zu einer Schraube gedreht oder pyramidenförmig angeordnet. Eine weiße Lilie passt optimal zu dieser Pflanze. Das Arrangement wirkt harmonisch und beruhigend.

Sorten

  • Stedneri: Sorte der Art Dracaena fragrans. Einzelne Triebe, die spiralförmig ausgezogen sind. Bildet lange Stiele, erreicht Wuchshöhen bis 30 Zentimeter.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Michael Mong/Shutterstock
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