Gleditschie

Auf der Suche nach einem Baum mit rasantem Wachstum, prächtiger Kronenform und kinderleichter Pflege, kommen Sie an einer Gleditschie nicht vorbei. Herausragendes Attribut des dekorativen Großbaumes sind die spektakulären Hülsenfrüchte im Herbst mit bis zu 50 cm Länge, untermalt von aparten Fiederblättern. Alle Fragen in Sachen Kultivierung erhalten hier eine stichhaltige Antwort.

Gleditsia
Die Gleditschie Sunburst begeistert mit ihrem leuchtenden Blattwerk

Gleditschie richtig pflanzen

Pflanzen Sie die Gleditschie wahlweise im Frühling oder im Herbst an einen sonnigen Standort. In jedem gängigen Gartenboden breitet der Baum gerne sein mächtiges Wurzelsystem aus. Graben Sie eine Grube mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens und lockern mit der Harke die Sohle auf. Den Aushub geben Sie in die Schubkarre, um Kompost und Hornspäne beizumischen. Topfen Sie den jungen Baum aus und setzen ihn mittig ins Pflanzloch. Bevor Sie die angereicherte Erde einfüllen, schlagen Sie noch einen Stützpfahl ein, ohne die Wurzeln zu beschädigen. Die Oberfläche des Wurzelballens schließt bündig mit der Erdoberfläche ab. Treten Sie am Ende die Erde fest und gießen an. Zum guten Schluss verbinden Sie Stamm und Stützpfahl mit einem Seil, indem Sie achtförmige Schlaufen knüpfen.

Pflegetipps

Verwöhnen Sie die Gleditschie mit diesem Pflegeprogramm, zeigt sie sich über viele Jahre in Bestform:

  • Den Baum bei sommerlicher Trockenheit gießen
  • Im März/April eine Startdüngung verabreichen mit Kompost oder einem Langzeitdünger
  • Leichter Formschnitt mit möglich während des Sommers
  • Umfangreicher Rückschnitt erfolgt einzig bei Bedarf zwischen November und März

Im Pflanzjahr erhält der junge Baum einen leichten Winterschutz, indem Sie Laub auf der Wurzelscheibe anhäufeln und Reisig rundherum stecken. Ein adulter Lederhülsenbaum behauptet sich aus eigener Kraft gegen Frost und Schnee.

Welcher Standort ist geeignet?

Am sonnigen Platz fühlt sich die Gleditschie ausgesprochen wohl. Warm und geschützt sollte der Standort sein, damit der Baum eine dichte, formschöne Krone entwickelt und uns mit seinen bizarren Hülsenfrüchten erfreut. In jeder normalen Gartenerde legt sich der wüchsige Lederhülsenbaum mächtig ins Zeug.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Standortparameter für den dekorativen Baum sind breit gefächert. Im trockenen bis feuchten Boden, von luftiger bis fester Struktur gedeiht er unermüdlich. Einzig mit Staunässe und Verdichtungen mag er nicht behelligt werden. Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 8,0 kommt der Vitalität ausgezeichnet entgegen. Sein Optimum entfaltet der Baum in sandig-lehmiger und frisch-feuchter Erde.

Wann ist Blütezeit?

Die grünliche Blüte erscheint im Juni am Baum, locker verteilt in 10-12 cm langen Rispen. Aus diesem unauffälligen Erscheinungsbild entwickeln sich im Herbst dann spektakuläre Hülsenfrüchte. Tief rot, gelb oder braun gefärbt und bizarr gekrümmt, erreichen die Früchte eine Länge von bis zu 50 cm. Sofern Sie sich für einen dornenlosen Hybriden entschieden haben, bleiben Blüte und Fruchtschmuck aus.

Gleditschie richtig schneiden

Die in unseren Breiten frostharte Amerikanische Gleditschie entwickelt von Natur aus eine wohlproportionierte Krone. Aus ästhetischen Gründen ist somit kein Rückschnitt erforderlich. In Anbetracht der rasanten Wüchsigkeit von 50 bis 80 cm pro Jahr, spricht nichts gegen einen leichten Formschnitt während des Sommers. Bitte bedenken Sie, dass dabei der furiose Fruchtstand im Herbst beeinträchtigt werden kann. Die beste Zeit für durchgreifende Schnittmaßnahmen sind die Monate von November bis März, wenn sich der Baum in seiner laublosen Winterruhe befindet. Kürzen Sie zu lange Zweige bis knapp vor einem nach außen gerichteten Blattknoten ein. Zugleich lichten Sie die Krone gründlich aus. Mit einer üppigeren Verzweigung reagiert der Baum auf Schnittmaßnahmen freilich nicht.
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Gleditschie gießen

Geht es um die Wasserversorgung, ist der Baum hart im nehmen. Sommerliche Hitze und Trockenheit bereiten einer Gleditschie keine Probleme, solange der Stress sich nicht über Wochen hinzieht. Gießen Sie das Gehölz daher während einer Dürreperiode ein bis zwei Mal pro Woche durchdringend. Dabei lassen Sie den Gartenschlauch 30 Minuten laufen.

Gleditschie richtig düngen

Eine Startdüngung im Frühling nimmt der Baum gerne an. Arbeiten Sie auf der Wurzelscheibe oberflächlich reifen Kompost mit Hornspänen ein oder einen anderen organischen Dünger. Wahlweise verabreichen Sie einen mineralisch-organischen Langzeitdünger für Gehölze. Wichtig zu beachten ist, dass im Anschluss reichlich zu gießen ist.

Überwintern

Eine Gleditschie ist im mitteleuropäischen Klima gut winterhart. Einzig im Jahr der Pflanzung empfehlen wir, die Wurzelscheibe mit Herbstlaub anzuhäufeln. Zusätzlich stecken Sie rundherum Reisig bei oder stellen eine Schilfmatte auf, damit der junge Baum gesund durch den ersten Winter kommt. In den Folgejahren hat sich der Lederhülsenbaum so weit etabliert, dass keine Vorkehrungen zu treffen sind.

Gleditschie vermehren

Um eine Gleditschie zu vermehren, haben Sie die Wahl unter der generativen und vegetativen Methode:

  • Im Sommer halb verholzte, nicht blühende Kopfstecklinge schneiden und bewurzeln lassen
  • Im Winter unbelaubte Steckhölzer schneiden, in Torf-Sand stecken und bis zur Bewurzelung pflegen
  • Aussaat der Samen hinter Glas ab Februar/März

Damit die großen Samen zügig keimen, rauen Sie die Schale mit einer Feile an. Anschließend legen Sie das Saatgut für 24-48 Stunden in zimmerwarmes Wasser. Bei einer konstanten Temperatur von 25 Grad Celsius nimmt die Keimung 14-28 Tage in Anspruch.

Ist Gleditschie giftig?

Die Blätter einer Gleditschie enthalten das Alkaloid Triacanthin, das bei absichtlichem oder unbeabsichtigtem Verzehr gesundheitliche Beschwerden auslösen kann. Überdies kann unmittelbarer Hautkontakt bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Die langen, schmalen Hülsenfrüchte enthalten diesen Giftstoff nicht. Vielmehr werden die gemahlenen Samen in Amerika als Verdickungsmittel für Saucen und Suppen verwendet.

Gleditschie blüht nicht

Ein junger Baum präsentiert frühestens nach 3 Jahren seine erste Blüte. Bleiben die grünlichen Rispenblüten dann immer noch aus, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen nicht blühenden Hybriden. Ein sicheres Zeichen hierfür sind die fehlenden Dornen.

Kann ich die Dornen abschneiden?

Die langen Dornen verleihen dem Baum eine exotische Ausstrahlung, insbesondere während der laublosen Zeit neben den furiosen Hülsenfrüchten. Wer sich bei den Pflegearbeiten nicht damit herumplagen oder Kinder vor Verletzungen bewahren möchte, schneidet die Dornen kurzerhand ab. Solange die Rinde nicht verletzt wird, beeinträchtigt diese Maßnahme eine Gleditschie nicht.

Schöne Sorten

  • Sunburst: Mit goldenen Triebspitzen und weißer Blüte setzt dieser Baum edle Akzente in Ihrem Garten; 7-10 m hoch
  • Skyline: Die trichterförmige Krone ist nicht mit Dornen bewehrt, was zulasten von Blüte und Fruchtbehang verläuft; 12-15 m hoch
  • Rubylace: Die herrliche bronzerote Laubfarbe tröstet über die mächtigen Dornen am Baum hinweg; 8-15 m hoch
  • Shademaster: Die mit dunkelgrünen Blättern belaubte Krone erstrahlt mit goldgelber Herbstfärbung; 10-15 m hoch
Text: Paula Jansen

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