Die Glanzmispel ist giftig – Was ist dran?

Dass die Früchte der Glanzmispeln giftig für den Menschen sind, ist weit bekannt. Doch die giftige Wirkung entsteht erst durch spezielle chemische Prozesse. Mit kleinen Tipps können Sie die Glanzmispel bedenkenlos anpflanzen.

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Die Früchte der Glanzmispel sind giftig

Giftigkeit für Mensch und Tier

Glanzmispeln entwickeln im Herbst zahlreiche rote oder blaue Früchte, die an kleine Äpfel erinnern. Neben ihrem dekorativen Charakter erfüllen die Früchte im Winter eine weitere Funktion. Sie dienen Vögeln als beliebte Nahrung. Während bei einigen Tieren wie Pferden schwere Vergiftungserscheinungen nach einem Verzehr auftreten können, besteht für den Menschen nur ein geringes Vergiftungsrisiko.

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Überblick: Das Pflanzengift

Die Blätter, Stängel, Früchte und Samen einiger Glanzmispel-Arten enthalten cyanogene Glycoside. Diese Pflanzengifte sind in zahlreichen Samen von Rosengewächsen enthalten und bestehen aus einer Verbindung von Alkohol, Kohlenhydraten und einer Nitrilgruppe. Diese chemische Verbindung ist an sich noch nicht giftig. Wenn bestimmte Enzyme die Verbindung auflösen, entsteht Blausäure. Fressen Pferde die Pflanzenteile, greift die Blausäure innerhalb kurzer Zeit in den Energiestoffwechsel ein. Das Gewebe kann keinen Sauerstoff aufnehmen. In der Folge kommt es zu Muskelkrämpfen, einem erhöhten Herzschlag und zu schnellem Atmen.

Symptome beim Menschen:

  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall

Sicher anpflanzen

Nicht alle Arten und Sorten der Glanzmispeln stehen unter dem Verdacht, giftig zu sein. Beim Anpflanzen der beliebten Sorte ‘Red Robin’ besteht kein Grund zur Sorge. In Umgebungen, in denen Kinder spielen, sollten Sie auf einen regelmäßigen Rückschnitt der abgeblühten Blütenstände achten. Dadurch verhindern Sie, dass sich Früchte ausbilden können, die Kinder zum Naschen animieren. Im Bereich von Pferdekoppeln und Weiden sollten Sie auf eine Anpflanzung von Hecken aus Glanzmispeln verzichten, oder die Zweige soweit zurückschneiden, dass keine Tiere daran fressen können.

Text: Christine Riel
Artikelbild: altan_akin/Shutterstock

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