Gewächshaus aus alten Fenstern: Nostalgie, Sparsamkeit oder einfach einen guten Geschmack?

Sich ein Gewächshaus aus alten Fenstern zu bauen, erfordert ein wenig mehr an handwerklichem Geschick, als ein Fertigteilsatz vom Set. Dazu werden jede Menge Fenster benötigt, die rekonstruiert werden müssen. Lohn für Zeit und Muße wird ein sehr reizvolles und individuelles Pflanzenhaus sein.

Gewächshaus Fenster upcyceln
Alte Fenster sind perfekt für den Bau eines Gewächshauses

Die Motivation, dass man sich ein Gewächshaus aus alten Fenstern baut, kann sehr verschiedene Gründe haben. Betrachtet man die oft liebevoll gestylten Bauwerke, ist da sehr viel Individualismus mit im Spiel, ein wenig nostalgische Inspiration sicherlich ebenfalls. Nicht selten sind die Besitzer solcher Häuser auch besonders umweltbewusst und legen Wert auf nachhaltiges Bauen, gerade im Schrebergarten. Oft scheinen solche Bauten auch nur auf den ersten Blick besonders günstig, was die Baukosten anbelangt. Aber der Zeitfaktor bei der Restaurierung alter Fenster oder die Errichtung des Gebäudes als solches kann da schon sehr arbeitsintensiv ausfallen.

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Oft fragt man sich, ob es sich bei solch einem Gewächshaus aus alten Fenstern, nicht um ein Gartenhaus (142,99€ bei Amazon*) handelt, dass man, beim Vorhandensein einer Heizung, sogar zum sonntäglichen Kaffeeplausch bei klirrendem Frost im Winter aufsuchen kann. Und schaut man aus der Nähe etwas genauer hin, wird recht schnell bemerkt, dass da wohl auch sehr viel an handwerklichem Geschick beim Bau mit dabei war. Was wird eigentlich vom Material her alles gebraucht?

Mindestausstattung an Baumaterial und Werkzeugen

Je nach Größe, geplanter Bauart und vorgesehener Nutzung sind die materiellen Voraussetzungen für die Errichtung eines Gewächshauses aus alten Fenstern wesentlich umfangreicher, als es bei einem Folienzelt der Fall ist.

  • Alte Fenster: Zuviel können es gar nicht sein, denn oft heißt es aus zwei (defekten) mach eins, also restaurieren;
  • Holzbalken für die Hausecken (gegebenenfalls auch für den Ringanker des Fundaments);
  • Schließ- und Kippvorrichtung mit Arretierungsmöglichkeiten;
  • ein stabiles Fundament (aufgrund des zu tragenden Gewichts massiv und nicht unbedingt nur als Punktfundament);
  • Material für den Dachaufbau (Schindeln, Ziegel oder Wellplatten);
  • professionelles Werkzeug (mindestens aus den Gewerken Schlosser, Tischler und Maler);

Der Gang zur Behörde kann Pflicht sein

Je nach Nutzungsfläche, Gebäudehöhe und vorgesehener Nutzung kann für solche Bauwerke durchaus eine amtliche Baugenehmigung Pflicht sein. Die Wahrscheinlichkeit wird sogar noch höher, wenn im Nostalgiehäuschen Heizungs-, Strom- und Wasserversorgung installiert werden. Eventuell muss, und das wird in allen Bundesländern verschieden gehandhabt, sogar eine Bauzeichnung mit den erforderlichen statischen Berechnungen her? Von daher ist eine schriftliche Nachfrage oder besser ein Besuch im Bauamt vor dem Errichten des Pflanzenhauses dringend zu empfehlen. Außer, wenn es sich bei Ihrem Plan nicht gerade um ein 50 cm hohen Frühbeetkasten handelt, der nur mit alten Fenstern lose abgedeckt werden soll.

Tipps

Da Bilder oft mehr als Tausend Worte sagen, heute mal kein Extratipp von uns, sondern ein Verweis auf die Macher von instructables, einem Portal aus San Francisco, die den Bau eines Greenhouses hier sehr anschaulich festgehalten haben.

Text: Fred Lübke

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