Geranien überwintern: Der platzsparende Trick mit Zeitungspapier
Wenn im Herbst die ersten kalten Nächte mit Frostgefahr nahen – in Mitte und Süden Deutschlands oft früher als gedacht –, wird der Platz für Balkonpflanzen im Haus oft knapp. Wer keine helle Fensterbank frei hat, muss kräftige Geranien trotzdem nicht aufgeben oder im Frühjahr neu kaufen. Mit einer platzsparenden Notlösung für den dunklen Keller kommen kräftige Pflanzen oft ganz ohne Blumenerde und Töpfe über den Winter – Ausfälle sind aber normal.
Können Geranien nackt in Zeitungspapier überwintern?
Kräftige und gesunde Geranien lassen sich tatsächlich ganz ohne Erde in einer Art künstlichen Winterruhe lagern. Dafür werden die Pflanzen zurückgeschnitten, an den Wurzeln von der Erde befreit und einzeln in Zeitungspapier oder Papiertüten gewickelt kopfüber im kühlen Keller aufgehängt. Eine hundertprozentige Erfolgsgarantie gibt es bei dieser Methode zwar nicht, doch als praktische Alternative zum Wegwerfen kann sie Pflanzen retten, die sonst keinen Platz fänden – mit wechselndem Erfolg und spart im nächsten Jahr Ressourcen wie neue Erde, Dünger und Transportwege.

Schritt für Schritt: So werden die Pflanzen verpackt
Bevor anhaltender Frost einsetzt, beginnt die Vorbereitung für das dunkle Winterquartier. Wichtig ist ein luftiger, trockener und frostfreier Raum wie ein unbeheizter, fensterloser Keller oder eine Garage mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius (für das Aufhängen sind 5 bis 8 Grad ideal).
- Ausgraben und säubern: Die Geranien vorsichtig aus den Kästen lösen und das lockere Substrat von den Wurzeln schütteln, ohne an den Trieben zu reißen. Die Wurzeln müssen dabei nicht bis auf den letzten Krümel sauber sein.
- Kräftig zurückschneiden: Alle Triebe auf etwa 10 Zentimeter kürzen. Sämtliche Blütenstände sowie kranke, vertrocknete oder überschüssige Blätter komplett entfernen.
- Trocknen lassen: Die nackten Pflanzen vor dem Einpacken kurz an der Luft trocknen lassen, damit später keine Staunässe im Papier entsteht.
- Luftig einwickeln: Jede Pflanze einzeln in mehrere Lagen trockenes Zeitungspapier oder eine große Papiertüte schlagen. Dabei etwas Platz zwischen Papier und Stängeln lassen und das Paket nicht zu fest zuschnüren.
- Aufhängen oder hinlegen: Die Päckchen kopfüber im dunklen Raum aufhängen oder alternativ nebeneinander – niemals gestapelt – in eine luftige Holz- oder Pappkiste legen.
Warum der Zeitungspapier-Trick funktioniert
Kühle Temperaturen verlangsamen den Stoffwechsel der Geranien deutlich; Licht ist in dieser Ruhephase nicht erforderlich. Da durch den starken Rückschnitt kaum noch Blattmasse vorhanden ist, verdunstet die Pflanze fast kein Wasser mehr und stellt das Triebwachstum ein. Sie fällt in eine Ruhephase, in der die minimale Restfeuchte in den Wurzeln zum Überleben reicht, während das atmungsaktive Papier vor Zugluft und Schäden schützt.
Typische Fehler und die richtige Winterpflege
Ganz sich selbst überlassen bleiben dürfen die eingepackten Pflanzen über die Wintermonate nicht, da vor allem schwächere oder sehr junge Exemplare leicht vertrocknen oder faulen. Der größte Fehler beim Start ist das Einwickeln von nassen Wurzeln oder die Verwendung von luftdichten Plastiktüten, was genau wie ein zu feuchter oder zu warmer Keller schnell zu Schimmel führt.
Alle drei bis vier Wochen steht deshalb eine kurze Sichtkontrolle an. Zeigen sich faule oder schimmelige Stellen, werden diese sofort entfernt. Fühlen sich die Wurzeln extrem trocken an, hilft ein leichtes Besprühen mit Wasser; das Papier darf dabei nicht durchnässen. Alternativ lassen sich die nackten Wurzeln zwei- bis dreimal im Winter für ein bis zwei Stunden in Wasser tauchen – danach müssen sie aber zwingend wieder gut abtrocknen, bevor sie zurück ins Zeitungspapier und in die Dunkelheit wandern.
Tipp
Sobald im Frühjahr keine Fröste mehr drohen, werden die überlebenden Geranien frisch eingetopft, an beschädigten Stellen noch einmal nachgeschnitten und langsam wieder an wärmere und hellere Bedingungen gewöhnt.
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