Fuchsien möglichst über Stecklinge vermehren

Üblicherweise werden Fuchsien über Kopfstecklinge vermehrt. Diese Methode verspricht nicht nur eine zahlreiche und vor allem sortenreine Nachkommenschaft, außerdem funktioniert sie auch ohne größere Probleme. Manche Fuchsien - vor allem die Hybriden - bilden zudem Wurzelausläufer aus, die einfach abgetrennt und neu eingepflanzt werden. Etwas komplizierter (aber nicht unmöglich!) ist dagegen die Vermehrung durch Aussaat.

Fuchsie Stecklinge
Die Fuchsie lässt sich gut über Stecklinge vermehren
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Stecklingsvermehrung bei Fuchsien

Gerade bei Hybriden und Kreuzungen erzielen Sie eine sortenreine Nachzucht nur durch die vegetative Stecklingsvermehrung. Fuchsien wurzeln recht schnell und zuverlässig, sofern der Boden angenehm warm ist. Optimal sind dabei Temperaturen zwischen 18 und 20 °C. Um diese zu erzielen, werden in Gärtnereien oft beheizte Anzuchtschalen verwendet. Zur Vermehrung können sowohl weiche Kopfstecklinge als auch verholzte Herbststecklinge verwendet werden.

Sommerstecklinge

Der optimale Monat zur Vermehrung von Fuchsien ist der Juli.

  • Schneiden Sie etwa 5 bis 10 Zentimeter lange Triebe ab.
  • Entfernen Sie – bis auf etwa vier – die unteren Blätter.
  • Pflanzen Sie die Stecklinge in ein Sand-Torf-Gemisch (Verhältnis 1:1)
  • entweder direkt ins Frühbeet
  • oder stellen Sie die Anzuchtgefäße an einen geschützten Ort.
  • Schützen Sie die Stecklinge vor direkter Sonne.
  • Halten Sie das Anzuchtsubstrat feucht und warm.

Die bewurzelten Stecklinge (an den neuen jungen Blättern erkenntlich) werden vor dem Winter in ein Substrat aus Garten- und Einheitserde (Verhältnis 1:3) getopft und in ein Zimmergewächshaus gestellt. Ab Mai kann man sie in den Garten auspflanzen; dabei kürzt man die Triebe etwas ein, damit sich die Pflanzen besser verzweigen. Die erste richtige Blüte erfolgt oft bereits schon im Hochsommer.

Herbststecklinge

Sofern Sie Ihre Fuchsien im Herbst über verholzte Stecklinge vermehren wollen, verwenden Sie dafür keine Kopfstecklinge, sondern so genannte Risslinge – d. h. am Steckling befindet sich noch ein Stück Rindenzunge. Diese enthält besonders viele Wachstumshormone und erleichtert so auf ganz natürliche Weise die Bewurzelung. Ansonsten gehen Sie genau so vor wie bei der Vermehrung durch weiche Stecklinge. Übrigens lassen sich Fuchsien-Stecklinge auch in einem Wasserglas bewurzeln, um erst danach eingepflanzt zu werden.

Fuchsien durch Aussaat vermehren

Fuchsien durch Aussaat zu vermehren, ist etwas kompliziert. Das liegt allerdings nicht an der Art der Aussaat selbst, sondern schlicht daran, dass die Samen nur für sehr kurze Zeit keimfähig bleiben. Aus diesem Grund ist es eigentlich zwecklos, Fuchsien-Samen zu kaufen – sie werden im Regelfall sowieso nicht keimen. Sie können aber frische, selbst geerntete Samen gleich nach der Ernte aussäen.

  • Samen vorsichtig aus den reifen Beeren lösen.
  • Fruchtfleisch sorgfältig entfernen
  • und Samen auf saugfähigem Papier abtrocknen lassen.
  • Samen in Aussaaterde säen
  • und dünn mit Erde bedecken.
  • Fuchsien gehören zu den Dunkelkeimern!
  • Saatgefäß mit Folie o. ä. bedecken und Substrat feucht halten.
  • Temperatur sollte etwa zwischen 16 und 20 °C betragen.

Die Keimung erfolgt meist nach drei bis vier Wochen.

Tipps

Gelegentlich wird dazu geraten, Fuchsien zu teilen. Grundsätzlich ist eine Teilung zwar möglich, sollte aber nur in Ausnahmefällen (beispielsweise wenn die Pflanzen sehr groß geworden sind) gemacht werden. Mit den Jahren bilden Fuchsien ein recht tief reichendes und verzweigtes Wurzelwerk aus, das durch eine Teilung beschädigt werden kann. Dies wiederum beeinträchtigt das weitere Wachstum der Pflanze.

Text: Ines Jachomowski

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