So gedeiht die Fuchsie mit markanter Blütenpracht im Beet und auf dem Balkon

Einige der schönsten Fuchsien sind ausreichend winterhart, um als Zierpflanze im Garten malerische Akzente zu setzen. Diesen Umstand nutzen kreative Gärtner seit Generationen, um den halbschattigen Gehölzrand oder Balkon in ein tropisches Blütenmeer zu verwandeln. Wie sich der Klassiker in Ihrem grünen Reich wohl fühlt und prächtig gedeiht, beleuchten die folgenden Antworten auf häufige Fragen detailgenau.

Fuchsia
Die Fuchsie schafft mit ihren filigranen Blüten ein zauberhaftes Ambiente

Fuchsie richtig pflanzen

Ab Anfang/Mitte Mai sollten absonnige bis halbschattige, luftfeuchte Standorte im Garten für die Fuchsie reserviert sein. Heben Sie hier in der frischen, gut durchlässigen und nährstoffreichen Erde etwa 20 cm tiefe Mulden aus. Dort hinein setzen Sie die Pflanzen so tief ein, dass die Erde zunächst bis an die unteren Blattpaare heranreicht. Im weiteren Verlauf der Saison häufeln Sie die mit Kompost angereicherte Erde an, proportional zum Fortschritt des Wachstums. Diese Maßnahme leistet einen wichtigen Beitrag zur gesunden und unbeschadeten Überwinterung.

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Pflegetipps

Das fachgerechte Pflegeprogramm einer Fuchsie basiert auf einem gut ausbalancierten Paket an Maßnahmen. Alle relevanten Eckpunkte haben wir im folgenden Überblick für Sie zusammengetragen:

  • Eine gleichmäßige Bodenfeuchte sicherstellen, ohne Staunässe zu verursachen
  • Bei Lufttrockenheit am Morgen oder Abend mit kalkfreiem Wasser überbrausen
  • Von April bis September wöchentlich düngen mit Kompost respektive Flüssigdünger
  • Verwelktes und Verblühtes konsequent ausputzen
  • Eine sommerliche Blühpause überbrücken mit leichtem Rückschnitt
  • Freiland-Fuchsien vor dem Winter dick mit Laub anhäufeln; zusätzlich Nadelreisig beistecken
  • Form- und Erhaltungsschnitt im zeitigen Frühjahr, ohne ins alte Holz zu schneiden

Kultiviert im Pflanzgefäß, siedeln Fuchsia im Oktober/November um ins halbdunkle Winterquartier. Zuvor werden alle verwelkten Blüten und vergilbten Blätter entfernt. Bei kühlen 10-12 Grad Celsius gießen Sie ab und zu, damit der Wurzelballen nicht austrocknet.

Welcher Standort ist geeignet?

Am absonnigen bis halbschattigen Standort gedeiht die Fuchsie gesund und blühfreudig. Wählen Sie eine warme, windgeschützte Lage ohne kalten Durchzug. Ebensowenig toleriert die tropische Blütenschönheit Prallsonne oder sommerliche Hitze und reagiert darauf ungehalten mit einer Verweigerung der Blütenpracht.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

In humoser, gut durchlässiger und nährstoffreicher Erde gibt die Fuchsie ihr Bestes. Das gilt umso mehr in frisch-feuchtem Boden, der nicht von Staunässe bedroht ist. Für die Kultivierung im Kübel und Blumenkasten (13,18€ bei Amazon*) empfehlen wir einen Mix aus Gartenerde, Kompost und Sand zu gleichen Teilen. Alternativ eine hochwertige und strukturstabile Kübelpflanzenerde mit geringem Torfanteil.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Damit die bedingt winterharte Garten-Fuchsie sich vor dem Winter umfassend im Beet etablieren kann, empfehlen wir die Frühjahrspflanzung. Setzen Sie die jungen Stauden frühestens ab Anfang/Mitte Mai in die Erde, sofern keine verspäteten Bodenfröste mehr zu befürchten sind.

Wann ist Blütezeit?

Ihre markanten Blüten mit dem langen Tubus und den eleganten, häufig verschiedenfarbigen Blüten- und Kelchblättern entfaltet die Fuchsie von Juni bis Oktober. Dabei begeistert die Blume mit einem breit gefächerten Farbspektrum in Weiß, Rot, Rosa, Purpur, Violett und Blau. Mitunter legen Fuchsia mitten im Sommer eine Blühpause ein. Lassen Sie sich davon nicht irritieren. Schneiden Sie einfach zu lange Triebe bis zur ersten vitalen Knospe zurück. Im Handumdrehen setzt sich das Blütenfestival fort.
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Fuchsie richtig schneiden

Ein wohlüberlegter Schnitt zur rechten Zeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Vitalität und Blühfreudigkeit. So schneiden Sie die Fuchsie richtig:

  • Im April und Mai alle 2-3 Wochen entspitzen für ein reich verzweigtes Wachstum
  • Verwelkte Blüten regelmäßig ausputzen
  • Im Falle einer sommerlichen Blühpause zu lange Zweige bis zur ersten gesunden Knospe einkürzen
  • Im Januar auslichten und die Triebe um ein Drittel zurückschneiden; möglichst nicht ins alte Holz

Fuchsien im Kübel schneiden Sie vor dem Einräumen ein wenig zurück, indem alle verwelkten Blüten sowie das vergilbte Laub entfernt werden. Erst im zeitigen Frühjahr erhält der Halbstrauch seinen Formschnitt und wird gründlich ausgelichtet. Mit mindestens 2 Knospen sollte jeder Zweig in die neue Saison starten.
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Fuchsie gießen

Eine gleichmäßige Bodenfeuchte in Kombination mit einer hohen Luftfeuchtigkeit motiviert alle Fuchsia-Arten und Sorten zu floralen Höchstleistungen. Lassen Sie daher den Wurzelballen zu keiner Zeit austrocknen. Sobald die Oberfläche angetrocknet ist, gießen Sie mäßig, ohne Staunässe zu verursachen. Ergänzend verwöhnen Sie die tropische Zierpflanze mit einer Dusche aus kalkfreiem Wasser am frühen Morgen oder in den Abendstunden.

Fuchsie richtig düngen

Wöchentliche Gaben von Dünger zählen zu den tragenden Säulen im fachgerechten Pflegeprogramm. Von April bis September arbeiten Sie im Beet reifen Kompost leicht in die Erde ein und gießen nach. Im Topf und Balkonkasten verabreichen Sie alle 8-10 Tage einen handelsüblichen Flüssigdünger für Blühpflanzen.

Überwintern

Der Winterschutz von Garten-Fuchsien beginnt bereits bei der Pflanzung, indem Sie die Wurzelballen in eine kleine Mulde und etwas tiefer pflanzen als im Anzuchttopf. Proportional zum Wachstum, wird die kleine Mulde im Laufe des Sommers mit Substrat aufgefüllt. Steht der Winter vor der Türe, treffen Sie im Beet diese Vorkehrungen für eine gesunde Überwinterung:

  • Die Wurzelscheibe 20-30 cm hoch anhäufeln mit Laub, Stroh und Reisig
  • Den Kronen rundherum Fichtenreisig beistecken zum Schutz vor eisigen Winden
  • Erst im Februar/März einen Formschnitt vornehmen und gründlich auslichten

In Kübelkultur oder im Balkonkasten räumen Sie die Fuchsien so spät wie möglich ein, denn leichte Fröste bis – 3 Grad Celsius werden vertragen und härten die Pflanze ab. Entfernen Sie alle verwelkten Blüten sowie das vergilbte Laub im Rahmen eines leichten Rückschnitts. Im leicht abgedunkelten Raum überwintern die Fuchsia bei 10-12 Grad Celsius. Gießen Sie nur wenig, damit der Wurzelballen nicht vertrocknet. Gedüngt wird während der Überwinterung nicht. Im März erhält der Halbstrauch seinen zentralen Formschnitt und wird sorgfältig von Totholz, kümmerlichen Trieben und nach innen gerichteten Zweigen gereinigt.
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Fuchsie vermehren

Sowohl Hobbygärtner als auch professionelle Gartenbaubetriebe favorisieren für die Vermehrung von Fuchsien die Stecklings-Methode. Hierzu schneiden Sie im Frühsommer nicht blühende Triebe mit einer Länge von 10-15 cm ab. In der unteren Hälfte werden alle Blätter entfernt. Nun füllen Sie kleine Töpfchen mit Torf-Sand, um darin jeweils 1-2 Stecklinge zu zwei Drittel einzusetzen. Am halbschattigen Standort bei 18-20 Grad Celsius schreitet die Bewurzelung zügig voran. Stülpen Sie ergänzend eine Plastiktüte über jeden Topf, die mit Streichhölzern abgestützt wird, denn das Material darf die Stecklinge nicht berühren. Das feucht-warme Mikroklima forciert das Wurzelwachstum zusätzlich. Halten Sie das Substrat konstant leicht feucht und lüften die Haube täglich.

Alternativ stellen Sie die Stecklinge in ein Glas Wasser, dem Sie ein Stückchen Holzkohle gegen Fäulnis hinzufügen. Haben sich Wurzelstränge mit 2-3 cm Länge gebildet, topfen Sie die Stecklinge in mageres Substrat. Wichtig zu beachten ist, dass junge Freiland-Fuchsien vor dem Auspflanzen schrittweise abgehärtet werden am halbschattigen Platz im Garten oder auf dem Balkon.

Fuchsie im Topf

Im Topf gedeiht die Fuchsie prächtig, wenn ihr ein gut durchlässiges, nährstoffreiches Substrat gegönnt wird. Ideal ist ein Mix aus normaler Gartenerde, reifem Kompost und Quarzsand (14,90€ bei Amazon*) zu gleichen Teilen. Eine Tonscherbe über dem Wasserablauf beugt stauender Nässe wirksam vor. Gießen Sie die Pflanze am frühen Morgen oder späten Abend, sofern das Substrat angetrocknet ist. Von April bis September verabreichen Sie Flüssigdünger im wöchentlichen Abstand. Konsequentes Ausputzen verwelkter Blüten trägt zu einer lang andauernden Blütezeit effektiv bei und bewahrt ein gepflegtes Erscheinungsbild. Den Winter verbringen Fuchsia im halbdunklen, frostfreien Raum bei Temperaturen von 10-12 Grad Celsius.

Ist Fuchsie giftig?

Hinsichtlich eines möglichen Giftgehaltes können wir vollumfänglich Entwarnung geben. In Fuchsien sind keinerlei giftige Bestandteile enthalten. Im Gegenteil sind die saftigen Beeren sogar essbar. Frisch verzehrt oder zubereitet zu Marmelade, Sirup oder Kuchenbelag, bereiten uns die Früchte erfrischenden Genuss.

Fuchsie blüht nicht

Verweigert Ihre Fuchsie die Blüte, resultiert das Dilemma auf verschiedenen Ursachen. Häufige Auslöser und Tipps zu deren Behebung haben wir hier für Sie zusammengestellt:

  • Trockenstress: Den Wurzelballen einer Fuchsie niemals austrocknen lassen; die Pflanze regelmäßig sanft überbrausen
  • Staunässe: In durchlässige Erde pflanzen, im Topf mit Drainage und erst bei angetrockneter Oberfläche gießen
  • Nährstoffmangel: Während der Wachstums- und Blütezeit wöchentlich düngen mit Kompost oder Flüssigdünger
  • Lichtmangel: Die Zierpflanze an einem absonnigen bis halbschattigen Standort ansiedeln

Einen sonnigen Standort toleriert die Fuchsie nur dann, wenn die Erde einen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt aufweist. Unter Prallsonne und Hitze erschlaffen die Blüten oder entfalten sich erst gar nicht.
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Trivia

Anfang des 19. Jahrhunderts war die Begeisterung für Fuchsien in Europa so groß, dass eigens Expeditionen gestartet wurden für die Suche nach weiteren Arten und Sorten. So reiste der deutsche Botaniker Karl Theodor Hartweg von 1836 bis 1843 nach Mittelamerika. Dieser Reise haben wir die Entdeckung prachtvoller Fuchsien-Arten zu verdanken, wie der einzigartigen Fuchsia fulgens mit den extra langen Blütenröhren. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts kamen auf diese Weise immerhin 64 bekannte Fuchsien-Arten zusammen.

Schöne Sorten

Innerhalb der Fuchsia-Gattung sind 107 Arten beschrieben, aus denen mehr als 12.000 Sorten hervorgingen. Für die Kultivierung im mitteleuropäischen Ziergarten tatsächlich geeignet ist primär die Scharlach Fuchsie (Fuchsia magellanica), sowie deren Hybriden. Die folgende Selektion stellt Ihnen empfehlenswerte Sorten vor, an denen die Scharlach-Fuchsie zumindest als Eltern oder Großeltern beteiligt ist.

  • Gracilis: Die wohl populärste Garten-Fuchsie mit purpur-violetten Blüten und graziler Silhouette; Wuchshöhe 60-100 cm
  • Sharpitor: Extravagante Sorte, die sich mit rosa Blüten und weiß gerandetem Laub in Szene setzt; Wuchshöhe 60-70 cm
  • Alba: Majestätische Freiland-Fuchsie mit unzähligen, kleinen, weiß-rosa Blüten bis in den Herbst; Wuchshöhe 120 cm
  • Hawshead: Eine elegante Sorte, die Alba übertrumpft Alba hinsichtlich Reinheit der weißen Blüten; Wuchshöhe 60-100 cm
  • Arauco: Prachtvolles Farbenspiel mit Blüten in Weiß, Rosa und Purpur-Violett und langer Blütezeit; Wuchshöhe bis 70 cm
  • Aurea: Eine Gold-Freiland-Fuchsie, deren goldgelbes Laub die rot-violetten Blüten untermalt; Wuchshöhe 60-80 cm
Text: Paula Jansen

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