Felsenbirne

Felsenbirne vermehren: Stecklinge, Absenker & Aussaat

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Die Felsenbirne, auch bekannt als Amelanchier, lässt sich auf verschiedene Weisen vermehren. Dieser Artikel erläutert die gängigsten Methoden, darunter Vermehrung durch Stecklinge, Absenker und Aussaat, sowie die Besonderheiten bei der Vermehrung von Zuchtsorten.

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Die Anzucht aus Samen ist möglich, wenn auch etwas langsam

Vermehrung der Felsenbirne mit Stecklingen

Wenn Sie Ihre Felsenbirne mit Stecklingen vermehren möchten, bietet sich der Frühling als idealer Zeitpunkt an. Dann ist die Pflanze vital und im Wachstum, sodass sowohl halbverholzte als auch grüne Stecklinge gute Erfolgschancen haben.

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Wählen Sie frische Triebe mit einer Länge von etwa 5 bis 15 Zentimetern aus. Entfernen Sie die Blätter von den unteren zwei Dritteln, damit die Energie des Stecklings in die Wurzelbildung fließt. Stecken Sie den Steckling anschließend in spezielles Anzuchtsubstrat und achten Sie darauf, dass dieses gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass ist.

Eine Abdeckung mit Folie oder ein Mini-Gewächshaus schaffen ein feucht-warmes Mikroklima, das die Bewurzelung unterstützt. Regelmäßiges Lüften beugt Schimmelbildung vor. Platzieren Sie die Stecklinge an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Standort, ohne zusätzliche Bodenwärme.

Nach einigen Wochen oder Monaten sollten sich erste Wurzeln gebildet haben. Dann können Sie die bewurzelten Stecklinge vorsichtig in größere Töpfe oder direkt in den Garten umpflanzen. Beachten Sie, dass die Stecklingsvermehrung bei Felsenbirnen etwas Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert.

Vermehrung der Felsenbirne durch Absenker

Die Vermehrung durch Absenker ist eine einfache und effektive Methode, die sich die natürliche Fähigkeit der Pflanze zunutze macht, an liegenden Trieben Wurzeln zu bilden.

Wählen Sie hierfür einen gesunden, bodennahen Ast aus, der ausreichend flexibel ist. Biegen Sie den Trieb vorsichtig zum Boden und fixieren Sie ihn dort mit einem Stein oder einem Drahtbügel. Bedecken Sie den Teil des Triebs, der den Boden berührt, leicht mit Erde, um die Wurzelbildung anzuregen. Halten Sie die Erde um die Absenkstelle stets feucht.

Nach einigen Wochen, wenn der Trieb verstärkt zu wachsen beginnt, hat er in der Regel ausreichend Wurzeln gebildet. Nun können Sie den bewurzelten Absenker von der Mutterpflanze trennen. Verwenden Sie hierfür eine scharfe Gartenschere und schneiden Sie den Absenker dicht an der Mutterpflanze ab. Graben Sie den Absenker vorsichtig aus und achten Sie darauf, die neuen Wurzeln nicht zu beschädigen. Pflanzen Sie ihn anschließend an seinem neuen Standort ein, am besten im Frühjahr oder Herbst.

Vermehrung von Felsenbirnen-Sorten

Bei der Vermehrung von Zuchtsorten ist es besonders wichtig, die sortentypischen Eigenschaften zu erhalten. Hierfür bieten sich vor allem Stecklinge und die Veredelung an.

Vermehrung über Stecklinge

Vermehrung über Stecklinge

Stecklinge in Anzuchtsubstrat fördern die Bewurzelung und das Wachstum

Die Vermehrung von Zuchtsorten über Stecklinge erfolgt im Prinzip genauso wie bei Wildarten. Wählen Sie im Frühjahr frische Triebe mit einer Länge von 5 bis 15 Zentimetern aus. Entfernen Sie die Blätter im unteren Teil des Stecklings und stecken Sie ihn in spezielles Stecklingssubstrat. Sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit und einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort.

Vermehrung durch Veredelung

Vermehrung durch Veredelung

Veredelung erhöht Wuchsform und Stabilität von Felsenbirnen-Sorten

Die Veredelung ist eine etwas anspruchsvollere Methode, die jedoch den Vorteil hat, dass die Pflanzen oft einen aufrechteren Wuchs und eine größere Wuchsform entwickeln. Hierfür werden Edelreiser der gewünschten Sorte auf eine robuste Unterlage, meist Vogelbeeren-Sämlinge, veredelt.

Die Augenveredelung (Okulation) ist eine gängige Methode, die bevorzugt im Sommer durchgeführt wird. Alternativ zur Vogelbeere können auch Mehlbeeren oder Weißdorn als Unterlage dienen, wobei der Weißdorn keinen so geraden Stamm ausbildet wie die Vogelbeere.

Vermehrung der Felsenbirne durch Samen

Die Vermehrung durch Aussaat ist vor allem bei Wildarten eine gute Option. Bei Zuchtsorten gehen die sortentypischen Merkmale durch die Samenvermehrung verloren. Da Felsenbirnen Kaltkeimer sind, benötigen die Samen eine Kältebehandlung, um keimfähig zu werden.

Notwendige Vorbereitungen

Sammeln oder erwerben Sie Samen, idealerweise von Wildarten. Lagern Sie die Samen für einige Wochen im Kühlschrank oder säen Sie sie im Herbst/Winter direkt ins Freiland, um eine natürliche Kälteperiode zu gewährleisten. Bereiten Sie ein Aussaatgefäß mit gut durchlässigem Aussaatsubstrat vor.

Die Aussaat

Säen Sie die vorbereiteten Samen in feuchtes Aussaatsubstrat aus und bedecken Sie sie leicht mit Erde. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht und stellen Sie das Aussaatgefäß an einen geschützten Ort mit indirektem Licht.

Wachstum und Pflege junger Sämlinge

Wachstum und Pflege junger Sämlinge

Sämlinge gedeihen mit konstanter Feuchtigkeit und guter Belüftung am besten

Nach der Keimung benötigen die jungen Sämlinge eine konstante Feuchtigkeit, eine ausreichende Belüftung und später ein Umpflanzen in größere Gefäße oder direkt an ihren endgültigen Standort.

Samen der Felsenbirne ernten

Um Samen für die Aussaat zu gewinnen, ernten Sie vollreife Früchte, die weich sind, süß-aromatisch schmecken und teilweise schon von selbst zu Boden fallen. Zerdrücken Sie die Früchte vorsichtig und extrahieren Sie die Samen. Entfernen Sie kleine und deformierte Samen, da diese weniger keimfähig sind. Waschen Sie die Samen gründlich, um Fruchtfleischreste zu entfernen, und lassen Sie sie vollständig trocknen.

Aussaat der Samen

Die Aussaat der Samen erfolgt nach einer Kältebehandlung, die die Keimruhe der Samen durchbricht. Lagern Sie die Samen hierfür für mehrere Wochen im Kühlschrank oder säen Sie sie im Herbst/Winter direkt ins Freiland. Nach der Kältebehandlung können Sie die Samen im Haus vorziehen oder direkt im Freiland aussäen. Bedecken Sie die Samen leicht mit Erde und halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht. Geduld ist gefragt, da die Keimung einige Zeit dauern kann.

Bilder: guentermanaus / Shutterstock