Wühlmaus

Feldmaus oder Wühlmaus: So erkennen Sie die Unterschiede

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Feldmäuse und Wühlmäuse, oft verwechselt, verursachen erhebliche Schäden im Garten. Dieser Artikel erläutert die Unterschiede zwischen den Arten, ihre Lebensweisen und die effektivsten Methoden zur Bekämpfung und Vorbeugung von Schäden.

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Die Feldmaus ist deutlich kleiner als die Große Wühlmaus

Feldmaus vs. Schermaus: Ein genauer Blick

Um die Gewohnheiten und Lebensweisen von Feldmäusen und Schermäusen zu verstehen und zielgerichtet Maßnahmen gegen sie ergreifen zu können, ist es zunächst wichtig, die beiden Arten voneinander zu unterscheiden.

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Die Feldmaus erreicht eine Körperlänge von bis zu 10 cm und besitzt einen kurzen Schwanz, der nur etwa ein Drittel ihrer Körperlänge ausmacht. Auffallend sind ihre kleinen Ohren und Augen. Ihr Fell ist auf der Oberseite braun und auf der Unterseite grau. Feldmäuse leben hauptsächlich in Feldern und Wiesen und legen oberirdische Gangsysteme an, die durch ihre zahlreichen offenen Ausgänge gut sichtbar sind.

Die Schermaus, auch als große Wühlmaus bekannt, misst bis zu 15 cm in der Körperlänge und weist einen deutlich längeren Schwanz auf, der zwei Drittel ihrer Körperlänge erreicht. Sie hat einen plumpen Kopf mit im Fell verborgenen Ohren. Ihr Fell variiert von grau über braun bis schwärzlich auf der Oberseite und ist auf der Unterseite weißlich bis graubraun. Die Schermaus legt ein System unterirdischer Gänge an, die sich typischerweise in einer Tiefe von 30 bis 50 cm befinden. In diesen Gängen befinden sich kugelige, gut ausgepolsterte Nester. Die Gangöffnungen zur Oberfläche sind selten sichtbar. Die Schermaus ist dank ihres ausgezeichneten Schwimm- und Tauchvermögens an gewässernahe Habitate angepasst.

Zusammenfassend lässt sich festhalten:

  • Feldmäuse sind kleiner als Schermäuse, haben einen kürzeren Schwanz und kleinere Ohren und Augen.
  • Während Feldmäuse oberirdisch leben und sichtbare Gänge hinterlassen, leben Schermäuse unterirdisch und bauen komplexere Gangsysteme mit selten sichtbaren Eingängen.
  • Beide Arten können sich schnell und häufig vermehren, was sie zu einer Herausforderung in der Schädlingsbekämpfung macht.

Lebensraum & Lebensweise im Detail

Sowohl Feldmäuse als auch Schermäuse ernähren sich hauptsächlich von Pflanzenteilen wie Wurzeln, Knollen, Gräsern, Kräutern, Sämereien und Getreide. Auch Früchte und Gemüse stehen auf ihrem Speiseplan. Um das stetige Nachwachsen der Nagezähne zu kompensieren, müssen beide Arten regelmäßig nagen.

Schermäuse: Unterirdische Baumeister

Schermäuse bevorzugen für ihre umfangreichen Gangsysteme leichte bis mittelschwere Böden. Sie leben überwiegend in unterirdischen Bauten, die eine Länge von bis zu 100 Metern erreichen können und in einer Tiefe von etwa 5 bis 30 Zentimetern unter der Erdoberfläche angelegt werden. Ihre Erdhaufen sind länglich, flach und mit Wurzel- und Grasresten durchsetzt. Dies unterscheidet sie von den kuppelförmigen Erdhaufen der Maulwürfe. Schermäuse sind sowohl tagsüber als auch nachts aktiv und nutzen ihre Bauten neben Wohnzwecken auch als Vorratskammern. Sie halten keinen Winterschlaf und können pro Jahr bis zu 20 Junge gebären. Die Tiere werden etwa zwei Jahre alt.

Feldmäuse: Bewohner offener Landschaften

Feldmäuse leben in offenen Feldern, Wiesen, aber auch in Gärten und Böschungen. Ihr unterirdischer Bau ist durch ein komplexes Gangsystem verbunden, das nur 10 bis 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche verläuft, während ihre Wohn- und Vorratskammern etwa 50 Zentimeter tief angelegt sind. Da Feldmäuse keinen Winterschlaf halten, sammeln sie bis zu 1,5 Kilogramm Futter für den Winter. Die Tiere leben in mäßig dichten bis sehr dichten Kolonien und sind ebenso tag- und nachtaktiv. Ihre oberirdischen Laufgänge, die in hohem Schnee mit Erde ausgekleidet werden, verbinden die Eingänge ihrer Baue.

Beide Arten haben sich effektiv an ihre Umgebung angepasst, um ihr Überleben und ihre Fortpflanzung zu sichern. Ihre Lebensweise und die Wahl ihres Lebensraums sind entscheidend für die Artbestimmung und das Verständnis ihres Verhaltens.

Schadwirkung: Vielfältige Schäden

Wühlmäuse verursachen umfangreiche Schäden in der Landwirtschaft, im Gartenbau und an Infrastrukturen. Die Folgen ihrer Aktivitäten treffen nicht nur Pflanzen und Vegetation, sondern ziehen auch finanzielle und sicherheitstechnische Nachteile nach sich.

  • Vegetationsschäden: Durch Fraß an Rhizomen, Knollen und Wurzeln können Wurzelgemüse, Stauden und Nutzpflanzen wie Kartoffeln, Obstbäume und Reben absterben.
  • Sanierungskosten: Die Wiederherstellung zerstörter Grün- und Gartenbauanlagen nach Wühlmausbefall ist oft mit hohen Kosten verbunden.
  • Unfallgefahren: Sichtbare Wühlmaus-Hügel und eingestürzte Wühlmausgänge in Freizeit- und Sportanlagen stellen eine Gefahr dar und können zu Unfällen führen.
  • Einnahmeausfälle: Beschädigungen von Sportplätzen und Freizeitanlagen durch Wühlmäuse können zu einem Rückgang von Mitgliedsbeiträgen und Nutzungsentgelten führen.
  • Schaden am Baumwurzelwerk: In Obstanlagen und gärtnerischen Kulturen richten Wühlmäuse, besonders im Winter, wenn alternative Nahrungsquellen knapp sind, enormen Schaden an. Bäume können vertrocknen und absterben, da der Wassertransport von den Wurzeln zur Baumkrone gestört ist.
  • Weiterer Fraßschaden: Neben den Wurzeln werden auch oberirdische Teile der Pflanzen beschädigt, was zu Welke- und Absterbeerscheinungen führt. Diese Schäden manifestieren sich besonders über den Winter.

Schadbild der Wühlmaus: Deutliche Zeichen

Die Anzeichen eines Wühlmausbefalls sind deutlich zu erkennen. Die Tiere verursachen erhebliche Schäden im Garten, indem sie an Wurzeln und Pflanzenteilen nagen.

Schäden erkennen und unterscheiden

  • Gangöffnung verschließen: Schermäuse verschließen geöffnete Gänge innerhalb weniger Stunden wieder sorgfältig mit lockerer Erde, während Feldmäuse ihre Gänge in der Regel nicht verschließen.
  • Gänge: Schermäuse schaffen ein ausgedehntes, unterirdisches Gangsystem, das beträchtliche Schäden an Wurzeln und Pflanzenbasis verursachen kann. Feldmäuse bevorzugen hingegen oberirdische Wege.
  • Nagespuren: Die Nagespuren an der Wurzelbasis und an dickeren Wurzeln, die von Schermäusen hinterlassen werden, sind deutlich breiter (ca. 1,5 bis 3,5 Millimeter) als die der Feldmäuse.

Die Unterscheidung dieser Zeichen hilft bei der korrekten Identifizierung des Schädlings und damit bei der Auswahl der passenden Bekämpfungsstrategie.

Maßnahmen: Ein mehrschichtiger Ansatz

Die erfolgreiche Bekämpfung von Wühlmäusen und Feldmäusen erfordert einen mehrschichtigen Ansatz. Hier sind die empfehlenswerten Strategien:

  • Förderung von natürlichen Feinden: Stellen Sie ein ökologisches Gleichgewicht her, indem Sie natürliche Feinde wie Hermelin, Mauswiesel, Katzen und Greifvögel unterstützen. Bringen Sie Nistkästen an, bieten Sie Unterschlupfmöglichkeiten wie Steinhaufen oder Holzstapel und legen Sie Sitzkrücken für Greifvögel an.
  • Einsatz von Fallen: Wühlmäuse lassen sich effektiv mit verschiedenen Fallenarten fangen. Setzen Sie diese insbesondere im Herbst vor Eintritt des Winters ein und lokalisieren Sie die Gänge zuvor genau.
  • Vorbeugende Maßnahmen: Gestalten Sie Ihren Garten so, dass er für Wühlmäuse unattraktiv ist. Mähen Sie regelmäßig den Rasen, sammeln Sie Fallobst auf und vermeiden Sie dichte Vegetation in der Nähe von Bäumen und Sträuchern.
  • Mechanische Barrieren: Bei Neupflanzungen können Sie Drahtkörbe mit einer Maschenweite von maximal zwei Zentimetern um Wurzeln und den unteren Bereich des Stamms anbringen, um zu verhindern, dass Wühlmäuse an die Pflanzen gelangen.

Mit diesen Maßnahmen lässt sich der Schaden durch Wühlmäuse und Feldmäuse effektiv eindämmen. Beachten Sie jedoch, dass die vollständige Eliminierung der Tiere oft nicht möglich ist. Der Fokus sollte daher auf präventiven und kontrollierenden Maßnahmen liegen.

Bilder: Rudmer Zwerver / Shutterstock