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Erdhaufen im Garten: Maulwurf oder Wühlmaus als Übeltäter?

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Maulwürfe und Wühlmäuse sind zwar beide im Garten aktiv, unterscheiden sich aber deutlich in Lebensweise und Schadpotenzial. Dieser Artikel erläutert die wichtigsten Unterscheidungskriterien anhand von Erdhaufen, Gängen und Ernährungsweise und zeigt, wie Sie Schäden durch Wühlmäuse vermeiden können.

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Der Eingang zum Maulwurfshügel ist etwas kleiner als der einer Wühlmaus

Unterscheidung zwischen Maulwurf und Wühlmaus

Die Unterscheidung zwischen Maulwürfen und Wühlmäusen kann anhand verschiedener Faktoren erfolgen, darunter die Form und Lage der Erdhaufen, die Beschaffenheit der Gänge und die Ernährungsweise der Tiere.

Erdhaufen

  • Maulwurfshügel: Maulwürfe drücken die Erde senkrecht nach oben aus ihren Gangsystemen, wodurch kegelförmige, gleichmäßig hohe Hügel entstehen. Die Erde ist feinkrümelig und frei von Pflanzenresten. Der Eingang zum Gang befindet sich in der Mitte des Hügels.
  • Wühlmaushaufen: Wühlmäuse schieben die Erde seitlich aus ihren Gängen, was zu flachen, unregelmäßigen Hügeln führt. Diese Haufen enthalten oft Gras- und Wurzelreste. Die Gangöffnung befindet sich am Rand des Hügels und verläuft schräg nach unten.

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Gänge

  • Maulwurfsgänge: Maulwurfsgänge verlaufen tief im Boden und sind queroval geformt. Die Gänge werden oft nur einmal genutzt und erst nach mehreren Tagen verschlossen.
  • Wühlmausgänge: Wühlmausgänge befinden sich näher an der Oberfläche und sind hochoval geformt. Sie werden regelmäßig genutzt und innerhalb weniger Stunden nach dem Öffnen wieder verschlossen.

Ernährungsweise

  • Maulwürfe: Maulwürfe sind Fleischfresser und ernähren sich von Insekten, Larven und Regenwürmern. Sie verursachen keine direkten Schäden an Pflanzen.
  • Wühlmäuse: Wühlmäuse sind Pflanzenfresser und fressen Wurzeln, Knollen, Zwiebeln und Rhizome. Sie können erhebliche Schäden an Pflanzen verursachen, indem sie deren Wurzeln anfressen und die Pflanzen zum Welken bringen.

Verwühlprobe zur Identifizierung

Die Verwühlprobe ist eine einfache Methode, um festzustellen, ob ein Gang von einem Maulwurf oder einer Wühlmaus genutzt wird. Dazu wird der Gang an mehreren Stellen freigelegt.

  • Maulwurf: Wenn der Gang nach mehreren Tagen noch offen ist oder eine neue Verbindung unterhalb des geöffneten Abschnitts geschaffen wurde, handelt es sich wahrscheinlich um einen Maulwurf.
  • Wühlmaus: Wenn der Gang innerhalb von zwei bis sechs Stunden wieder verschlossen ist, deutet dies auf eine Wühlmaus hin.

Schäden durch Wühlmäuse

Wühlmäuse verursachen im Garten erhebliche Schäden, indem sie:

  • Wurzeln anfressen: Wühlmäuse fressen die Wurzeln von Bäumen, Sträuchern, Stauden und Gemüsepflanzen. Dies führt häufig zu Wachstumsstörungen, Welken und dem Absterben der Pflanzen. Besonders betroffen sind Obstbäume, Beerensträucher und Ziergehölze.
  • Zwiebeln und Knollen fressen: Blumenzwiebeln, Knollen und Rhizome fallen ebenfalls den Nagetieren zum Opfer. Dies kann dazu führen, dass Pflanzen im Frühjahr nicht wie erwartet austreiben und blühen.
  • Rasenflächen beschädigen: Wühlmäuse graben Netzwerke von Gängen, die zu unebenen Rasenflächen und Stolperfallen führen. Dies erhöht das Risiko von Verletzungen und kann zu hohen Sanierungskosten führen.
  • Junge Bäume schädigen: Die Nager können die Wurzeln junger Bäume so stark beschädigen, dass diese instabil werden und umkippen können.

Maßnahmen gegen Wühlmäuse

Da Wühlmäuse erhebliche Schäden im Garten verursachen können, ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu vertreiben oder zu bekämpfen.

Vertreibung

  • Gerüche: Wühlmäuse reagieren empfindlich auf bestimmte Gerüche. Das Ausbringen von Pflanzenjauchen, beispielsweise aus Thuja- und Fichtenzweigen, kann helfen, die Tiere zu vertreiben. Auch das Einlegen von frischen Walnussblättern sowie Tier- oder Menschenhaaren in die Gänge kann abschreckend wirken.
  • Ultraschall: Ultraschallgeräte senden Schallwellen aus, die für Wühlmäuse unangenehm sind und sie vertreiben können. Die Wirksamkeit dieser Geräte ist umstritten und kann variieren.
  • Pflanzen: Bestimmte Pflanzen, wie Kaiserkronen, Knoblauch, Steinklee und Hundszunge, sollen Wühlmäuse abschrecken. Es wird empfohlen, diese Pflanzen als natürliche Barriere zu nutzen.

Bekämpfung

  • Fallen: Lebendfallen ermöglichen es, Wühlmäuse lebend zu fangen und anschließend weit entfernt vom Garten auszusetzen. Schlagfallen töten die Tiere sofort und sind eine direkte Bekämpfungsmethode.
  • Schutzmaßnahmen: Das Einpflanzen gefährdeter Pflanzen in Drahtkörbe kann verhindern, dass Wühlmäuse an die Wurzeln gelangen. Diese Methode ist besonders effektiv für wertvolle Pflanzen und junge Bäume.
  • Giftköder: Giftköder sollten nur als letztes Mittel eingesetzt werden, da sie auch andere Tiere gefährden können und umweltbelastend sind.
Bilder: Satcliff / Shutterstock