Rhus typhina – ein Steckbrief über den Essigbaum

Der Essigbaum ist ein weit verbreitetes Ziergehölz, das ursprünglich nicht in Europa verbreitet war. Seine Biologie hält interessante Details bereit, doch das Gehölz hat aus naturschutzfachlicher Sicht keinen guten Ruf.

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Der Essigbaum wird auch Hirschkolbensumach genannt

Systematik und Herkunft

Der Essigbaum trägt den lateinischen Namen Rhus typhina. Er gehört zur Gattung Rhus, die zwischen 150 und 250 Arten enthält. Eine andere Bezeichnung für den Essigbaum ist Hirschkolbensumach. Er wächst als mehrstämmiger Strauch, der seine Blätter im Winter abwirft. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt im Norden Amerikas, wo der Essigbaum in offenen Landschaften bevorzugt auf steinigen und sandigen Untergründen wächst.

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Besonderheiten:

  • junge Zweige blau bereift und dicht samtartig behaart
  • Alter: 60 bis 70 Jahre
  • wächst selten als einstämmiger Baum

Biologie

Essigbäume sind eingeschlechtlich und zweihäusig. Sie entwickeln männliche und weibliche Blüten, die an einem Individuum zeitversetzt blühen. Dadurch wird eine Selbstbestäubung unterbunden. Für die Befruchtung der weiblichen Blüten sind Insekten zuständig. Nach der Blütezeit, die sich von Juni bis Juli erstreckt, entwickeln sich aus den weiblichen Blüten Fruchtstände. Es ist typisch, dass auch nach nicht erfolgter Befruchtung Früchte gebildet werden.

Blattmerkmale:

  • Blätter gefiedert
  • wechselständig angeordnet
  • Fiederblättchen mit gesägtem Blattrand

Wurzelwachstum

Die Sträucher wachsen zwischen drei und sieben Meter, bei optimalen Standortbedingungen bis zwölf Meter hoch. Als Flachwurzler entwickeln die Sträucher ein kriechendes Wurzelsystem nahe der Erdoberfläche. Die Ausdehnung der Wurzeln ist weitreichend. Nicht selten wachsen sie bis zehn Meter entfernt von der Mutterpflanze. Sie neigen stark zur Entwicklung von Trieben. Diese Wurzelschösslinge treten vermehrt auf, wenn die Stämme und Wurzeln beschädigt wurden.

Naturschutzfachlicher Status und Zierwert

Der Zierwert dieser Gehölze ist wegen der attraktiven Herbstfärbung hoch. Jedoch sollten Sie bei einer Anpflanzung beachten, dass der Essigbaum keine heimische Art ist. Wenn er unkontrolliert wuchert, verdrängt er die heimische Flora. Sein intensiver Ausbreitungsdrang brachte dem Essigbaum den Status des invasiven Neophyten ein. Während es in Deutschland keine gesetzlichen Bestimmungen zur Nutzung als Ziergehölz gibt, ist das Anpflanzen der Sträucher in der Schweiz mittlerweile verboten. Sie sollten entsprechende Maßnahmen ergreifen, um andere Pflanzenarten in Ihrem Garten zu schützen. Wurzelsperren oder die Kultivierung im Kübel sind effektive Methoden.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Keikona/Shutterstock
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