So einzigartig sind die Blätter des Essigbaums

Der Hirschkolbensumach, wie der Essigbaum auch genannt wird, besitzt ein auffälliges Blattwerk. Die Form und Größe der Blätter macht den Strauch zum perfekten Schattenspender. Die Ziergehölze sind wegen ihrer Herbstfärbung beliebt, doch Verwirrung herrscht über die Giftigkeit.

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Im Herbst färben sich die Blätter des Essigbaums schön bunt

Erscheinungsform

Die Laubblätter des Essigbaums sind wechselständig angeordnet. Sie wachsen zwischen zwölf und 60 Zentimeter lang und bestehen aus Blattstiel und Blattspreite. Das Laub ist unpaarig gefiedert. An jedem Blatt sitzen zwischen neun und 31 Fiederblättchen, von denen sich jeweils zwei gegenüberstehen. Die ungleiche Anzahl an Blattfiedern entsteht dadurch, dass eine endständige Fieder das Blatt abschließt. Dieses Blättchen ist im Gegensatz zu den seitlichen Fiedern gestielt. Alle Teilblättchen haben eine längliche und leicht sichelartige Form. Sie sind am Ende zugespitzt und besitzen einen ungleichmäßig gesägten Rand.

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Besonderheiten

Die große Beliebtheit der Essigbäume als Ziergehölz rührt von der Färbung der Blätter her. Die Blattoberseite erscheint glänzend grün, während die Unterseite in ein helles Graugrün getaucht ist. Im Herbst verfärben sich die Blätter. Sie verändern sich zuerst von Grün zu Gelb und nehmen anschließend orangefarbene Töne an. Im Oktober erscheinen die Blätter leuchtend rot. Ein Essigbaum kann gleichzeitig grüne, gelbe, orangefarbene und rote Blätter tragen.

Die Ausprägung der Farben hängt mit dem Substrat zusammen. Die Herbstfärbung fällt intensiv aus, wenn das Gehölz auf einem sandigen Boden mit kalkarmen und durchlässigen Verhältnissen steht. Schwere Böden verursachen einen verkümmerten Wuchs, wodurch die Herbstfärbung weniger prachtvoll ausfällt.

Essigbäume wachsen natürlicherweise:

  • in offenem Gelände auf steinigem Untergrund
  • an sonnigen Südhängen mit nährstoffreichem Boden
  • in kleinen Gruppen oder einzeln

Giftigkeit

Die Giftwirkung des Essigbaums ist gering und geht von sauren Zellsäften und Gerbstoffen aus. Die Blätter werden im Herbst zum Gerben von Leder genutzt. Der Essigbaum führt in allen Pflanzenteilen einen milchigen Saft, der bei Schnittwunden aus dem Gewebe tritt. Er kann bei Hautkontakt zu Irritationen führen.

Schwerwiegender sind die Symptome, die vom Milchsaft des verwandten Giftsumach hervorgerufen werden. Diese Art enthält Giftstoffe, die bei Berührung Blasen auf der Haut verursacht. Ihre Blätter unterscheiden sich deutlich von denen des Essigbaums, denn sie sind immer dreiteilig gefiedert.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Ksenia Lada/Shutterstock

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