Clematis aus Ablegern züchten – so gelingt es

Steht eine Waldrebe im Sommer voll im Saft, bietet sie reichlich Pflanzenmaterial für vitale Ableger. Für eine sortenreine Vermehrung favorisieren Hobbygärtner diese Methode, da diese mit besten Erfolgsaussichten aufwartet. Die folgende Anleitung erklärt praxisnah, wie Sie es richtig machen.

Clematis Ableger

Diese Vorbereitung schafft Ablegern ideale Startbedingungen

Erwählen Sie einen Trieb aus der Mitte einer Waldrebe zum Ableger. Den oberen Schnitt setzen Sie knapp über einem Knoten an und den unteren Schnitt unterhalb eines Blattansatzes. Ein perfekter Steckling ist 12-15 Zentimeter lang. Bis auf ein Blatt wird jeder Ableger anschließend entlaubt. Die untere Schnittstelle tunken Sie in ein Bewurzelungspulver, wie Algan oder Wurzelfix und legen die Ableger beiseite, um die Anzuchttöpfe so vorzubereiten:

  • Kleine Töpfe mit mindestens 15 Zentimetern Durchmesser sorgfältig desinfizieren
  • Über dem Wasserablauf eine kleine Tonscherbe legen
  • Jeden Topf zu drei Viertel füllen mit nährstoffarmer Anzuchterde

Zuletzt feuchten Sie das Substrat mit Wasser gut an, ohne es vollständig zu vernässen. In die Ecken des Anzuchtgefäßes werden 4 Holzstäbchen oder Strohhalme gesteckt, um die später folgende Abdeckung auf Abstand zu halten vom Ableger.

Ableger richtig pflanzen und pflegen – so geht es

Setzen Sie die vorbereiteten Ableger der Waldrebe so tief, dass sich Blatt und Substrat nicht berühren. Da die Stecklinge einer Waldrebe sehr viel emsiger bewurzeln in einem feucht-warmen Mikroklima, stülpen Sie über die Holzstäbchen eine transparente Plastikfolie. Diese Pflege fördert das weitere Wachstum:

  • Die Anzuchttöpfe platzieren am halbschattigen bis schattigen Standort
  • Idealerweise herrschen hier Temperaturen von 15 bis 21 Grad Celsius
  • Das Substrat konstant feucht halten, ohne Staunässe zu verursachen
  • Täglich die Abdeckung von innen nach außen stülpen, um die Feuchtigkeit ablaufen zu lassen

Innerhalb von 6 bis 8 Wochen entwickelt sich an jedem Ableger der Waldrebe ein eigenständiges Wurzelsystem. Wachsen aus der Bodenöffnung die ersten zarten Stränge heraus, während zugleich ein frischer Austrieb gedeiht, verläuft der Prozess wunschgemäß. Sobald ein Topf vollständig durchwurzelt ist, pflanzen Sie die junge Waldrebe am endgültigen Standort ein.

Tipps & Tricks

Statt Bewurzelungsmittel zu kaufen, stellen kundige Hobbygärtner es einfach selbst her. Einjährige Weidenruten enthalten eine Fülle an natürlichen Wachstumshormonen sowie Salicylsäure zur Abwehr von Infektionen. Die Ruten in Stücke schneiden, mit kochendem Wasser übergießen und 24 Stunden ziehen lassen. Anschließend die Brühe abseihen – fertig.

GTH

Text: Burkhard

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