Bucheckern

Bucheckern säen: So ziehen Sie erfolgreiche Buchen aus Samen

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Die Aussaat von Bucheckern erfordert Geduld und Sachkenntnis, belohnt aber mit imposanten Bäumen. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess – von der Auswahl des Saatguts bis zur Pflege der Jungpflanzen.

Bucheckern säen

Optimaler Zeitpunkt für die Aussaat

Die Aussaat von Bucheckern ist sowohl im Herbst als auch im Frühjahr möglich, wobei die Frühjahrssaat bevorzugt wird. Sie ist weniger anfällig für Fraßschäden durch Tiere, Pilzinfektionen und Frost. Zudem nutzen die Samen die Winterkälte zur Stratifikation, was die Keimung verbessert. Eine Herbstaussaat ist sinnvoll, wenn im Frühjahr Trockenheit erwartet wird; dabei werden die Samen direkt nach der Ernte im Oktober in den Boden eingebracht.

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Auswahl des Saatguts

Hochwertiges Saatgut ist entscheidend für den Erfolg der Aussaat. Misslungene Saaten sind oft auf ungeeignetes Saatgut zurückzuführen. Qualifizierte Spezialbetriebe bieten die erforderliche Qualität. Wichtig ist, dass das Saatgut beim Transport nicht über 15 °C erhitzt wird, da sonst eine irreversible Keimhemmung einsetzt. Auch eine mehrtägige Zwischenlagerung verringert den Saaterfolg drastisch. Bei Vollmasten ist das Saatgut qualitativ besser und der Fraßdruck geringer.

Sammeln der Bucheckern

Sammeln Sie nur reife, schwere Bucheckern. Zum Testen der Reife können Sie die Samen in eine Schale mit Wasser geben; nur die sinkenden sind zur Vermehrung geeignet. Da nicht alle Samen keimen, sollten Sie mindestens 30 Bucheckern sammeln. Ab September finden sich Bucheckern unter Rotbuchen, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen, um Früchte zu tragen. Sammelstellen sind Buchenwälder, ältere Parkanlagen und Siedlungen mit alten Häusern.

Auslösen der Samen aus der Schale

Bucheckern besitzen eine harte Schale, die entfernt werden muss, um die Samen vorzubereiten. Hierfür gibt es zwei Methoden:

  • Überbrühen mit kochendem Wasser: Die Schale wird aufgeweicht und kann dann mit einem scharfen Messer entfernt werden.
  • Hitzeeinwirkung: Bucheckern in ein Metallsieb oder auf einen Grillrost legen und über ein kleines Feuer halten, bis die Schalen aufspringen.

Vorbereiten der Anzuchtstelle

Bucheckern keimen am besten in ähnlicher Erde wie die der Mutterpflanze. Bereiten Sie die Gartenerde wie folgt vor:

  • Mischen Sie Gartenerde mit gehäckselten Buchenblättern, Fichtennadeln und etwas Sand,
  • Lockern Sie den Boden, bis er feinkrümelig ist,
  • Entfernen Sie gründlich Unkraut.

Diese Mischung stellt sicher, dass der Boden nährstoffreich ist und Feuchtigkeit gut halten kann.

Aussaat der Bucheckern

Setzen Sie die Bucheckern mit der Spitze nach unten etwa drei- bis viermal so tief in die Erde, wie sie groß sind. Decken Sie die Samen mit lockerer Lauberde ab und drücken Sie die Erde gut an, um den festen Kontakt zwischen den Samen und dem Boden zu gewährleisten.

Schutz vor Tieren

Bucheckern sind bei vielen Waldtieren beliebt. Um sie zu schützen:

  • Legen Sie ein Drahtgeflecht (9,00€ bei Amazon*) rund um die Saatfläche an,
  • Decken Sie die Samen zusätzlich mit einer dicken Schicht Laub,
  • Wählen Sie Pflanzstellen, die weniger zugänglich für Tiere sind.

Diese Maßnahmen erhöhen die Chance, dass die Bucheckern ungestört keimen und wachsen können.

Keimung und Pflege der Sämlinge

Bucheckern zeigen nach einer Kälteperiode im Frühjahr erste Triebe. Sämlinge sind zunächst empfindlich und benötigen besondere Pflege:

  • Halten Sie die Feuchtigkeit durch regelmäßiges Besprühen mit Wasser moderat,
  • Decken Sie die Sämlinge mit Plastikfolie oder transparenten Abdeckungen, um eine feuchte Umgebung zu schaffen,
  • Entfernen Sie die Abdeckung, sobald die ersten echten Blätter erscheinen,
  • Sämlinge benötigen ausreichend Licht und Temperaturen zwischen 16 und 20 °C.

Pflegen Sie nur die stärksten Pflänzchen weiter, bis sie groß genug sind, um an ihren endgültigen Standort verpflanzt zu werden. Ein langsames, gleichmäßiges Wachstum ist dabei vorteilhaft, um die Sämlinge nicht zu schwächen.

Bilder: Fotofreak75 / iStockphoto