Baumstamm

Baumstamm trocknen: Natürliche vs. technische Methoden

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Die Trocknung von Baumstämmen ist essenziell für ihre Weiterverarbeitung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Faktoren, die die Trocknungsdauer beeinflussen, und beschreibt die Methoden der natürlichen und künstlichen Trocknung.

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Ein Baumstamm kann in der Sonne getrocknet werden - aber es dauert lange, bis er richtig trocken ist

Trocknungsdauer von Baumstämmen

Die Trocknungsdauer eines Baumstammes wird von mehreren Faktoren beeinflusst:

  • Holzart: Dichte Harthölzer benötigen im Vergleich zu weicheren Nadelhölzern eine längere Trocknungszeit.
  • Dicke: Dickere Stämme trocknen langsamer als dünnere.
  • Ausgangsfeuchtigkeit: Der initiale Feuchtigkeitsgehalt des Holzes spielt eine große Rolle.
  • Umgebungsbedingungen: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation beeinflussen die Trocknungsgeschwindigkeit.

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Prinzipiell kann die natürliche Trocknung von Baumstämmen mehrere Monate bis zu einigen Jahren dauern. Eine Faustregel besagt, dass für jeden Zentimeter Dicke etwa ein Jahr Trocknungszeit benötigt wird. Die technische Trocknung in einer Trockenkammer kann hingegen je nach Holzart und -dicke innerhalb von wenigen Tagen bis zu sechs Wochen abgeschlossen sein.

Natürliche Trocknung von Baumstämmen

Die natürliche Trocknung, auch Freilufttrocknung genannt, erfolgt unter Nutzung der Umgebungsluft und ist eine kostengünstige Methode. Die folgenden Schritte sollten für eine erfolgreiche natürliche Trocknung beachtet werden:

  1. Vorbereitung des Baumstamms: Entfernen Sie die Rinde, da diese Feuchtigkeit speichert und das Trocknen verlangsamt.
  2. Stapeln: Stapeln Sie die Baumstämme auf einer ebenen Fläche mit ausreichend Abstand dazwischen, um die Luftzirkulation zu fördern. Verwenden Sie Stapelleisten zur Trennung der Stämme, um eine Verformung zu verhindern.
  3. Abdecken: Decken Sie die Oberseite des Stapels ab, um die Baumstämme vor Regen und direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Lassen Sie die Seiten offen, um die Luftzirkulation zu ermöglichen.
  4. Standortwahl: Wählen Sie einen schattigen Standort mit guter Luftzirkulation, um ein gleichmäßiges Trocknen zu fördern. Vermeiden Sie feuchte Bereiche, die das Trocknen verlangsamen und Fäulnis begünstigen.
  5. Überwachung: Überwachen Sie den Trocknungsfortschritt regelmäßig und überprüfen Sie den Feuchtigkeitsgehalt des Holzes mit einem Feuchtigkeitsmesser. Die ideale Holzfeuchte für die meisten Anwendungen liegt zwischen 13% und 15%.

Künstliche Trocknung von Baumstämmen

Die künstliche Trocknung erfolgt in spezialiserten Trockenkammern unter kontrollierten Bedingungen, was die Trocknungsdauer erheblich verkürzt und die Bekämpfung von Schädlingen ermöglicht. Es gibt verschiedene Arten von Trockenkammern:

  • Konventionelle Trockenkammern: Diese nutzen Wärme und Luftzirkulation, um das Holz zu trocknen. Die Temperatur wird präzise gesteuert, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
  • Vakuumtrockner: Durch die Verwendung von Vakuum wird der Siedepunkt des Wassers gesenkt, was eine schonende Trocknung bei niedrigeren Temperaturen ermöglicht und das Holz innerhalb weniger Tage trocknet.
  • Solartrockner: Nutzen Sonnenenergie zur Trocknung des Holzes und erreichen im Sommer eine Holzfeuchtigkeit von 7-9 %. Bei schlechter Witterung sind jedoch zusätzliche Heizquellen notwendig.

Obwohl die künstliche Trocknung kostenintensiver ist, bietet sie erhebliche Vorteile wie eine deutlich kürzere Trocknungszeit und präzise Kontrolle der Endfeuchtigkeit im Holz. Sie ist besonders geeignet für dicke Stämme oder Harthölzer, die sonst lange Trockenzeiten erfordern.

Vermeidung von Rissen beim Trocknen

Ungleichmäßiges Trocknen kann zu Rissen im Holz führen. Hier sind einige Tipps zur Vermeidung von Rissen:

  • Langsames Trocknen: Ein langsamer und gleichmäßiger Trocknungsprozess vermindert das Risiko von Rissen. Das Einpacken in Plastiksäcke, die täglich gewendet werden, kann diesen Prozess unterstützen.
  • Enden versiegeln: Versiegeln Sie die Stirnflächen der Baumstämme mit Wachs oder Holzleim, um das schnelle Austrocknen der Enden zu verhindern und Rissbildung zu minimieren.
  • Richtiges Stapeln: Ein korrekter Stapelaufbau sorgt für optimale Luftzirkulation und gleichmäßiges Trocknen. Halten Sie ausreichend Abstände zwischen den Stämmen ein.
  • Feuchtigkeitskontrolle: Überprüfen Sie den Feuchtigkeitsgehalt regelmäßig mit einem Feuchtigkeitsmesser, um den Trocknungsprozess zu steuern und Rissen vorzubeugen. Ideal ist ein Feuchtigkeitsgehalt von 13-15 %.

Behandlung von Insektenbefall

Insektenbefall kann die Qualität und Haltbarkeit von Baumstämmen beeinträchtigen. Hier sind einige Möglichkeiten, Insektenbefall zu behandeln:

  • Hitzebehandlung: Das Erwärmen des Holzes auf mindestens 56 Grad Celsius für 30 Minuten kann Schädlinge effektiv abtöten.
  • Chemische Behandlung: Natürliche Holzschutzmittel, z.B. auf Borsalz-Basis, bieten eine umweltfreundliche Option zur Bekämpfung von Insekten. Sie wirken erst, wenn die Insekten direkt damit in Berührung kommen.
  • Entrindung: Durch Entfernen der Rinde reduzieren Sie das Risiko von Insektenbefall, da viele Schädlinge und deren Eier sich oft unter der Rinde befinden.
  • Lagerung: Lagern Sie das Holz an windigen und sonnigen Orten, um die Trocknung zu beschleunigen und ein ungünstiges Umfeld für Insekten zu schaffen.

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