Wie und wie lange muss Brennholz trocknen?

In Deutschland ist es gesetzlich verboten, feuchtes Holz zu verfeuern. In der Ersten Verordnung zur Durchführung des Immissionsschutzgesetzes ist festgelegt, dass der Feuchtegrad von Brennholz nicht höher als 25 Prozent sein darf. Da die Feuchtigkeit von frisch geschlagenen Holz bei etwa 60 Prozent liegt, muss das Brennmaterial zunächst getrocknet werden. Wie – das erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

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Brennholz sollte an einem luftigen, sonnigen, aber geschützten Ort lagern

Warum muss man Brennholz trocknen?

Verfügt das Holz über eine hohe Restfeuchtigkeit, verbrennt es nur unvollständig. Bei der Verfeuerung entstehen in diesem Fall Stoffe, welche die Umwelt und die Heizanlage schädigen können. So bildet sich beispielsweise vermehrt Essigsäure, die zusammen mit anderen Verbrennungsrückständen Kamin und Schornstein angreift. Da sich bei der Verbrennung von feuchtem Holz deutlich mehr Ruß ablagert, verstopfen unter Umständen die Ofenrohre und es kann zur Bildung von Glanzruß kommen, der zu gefährlichem Rußbrand führen kann.

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Nicht zuletzt sinkt die Energieausbeute auf ein Drittel ab, da zunächst das im Holz befindliche Wasser verdampft werden muss. Es findet also quasi eine Holztrocknung im Ofen statt, die unnötig Brennmaterial vergeudet und die Kosten in die Höhe treibt.

Wie kann Holz getrocknet werden?

Üblicherweise geschieht die Holztrocknung durch die korrekte Lagerung im Freien. Die richtige Aufbewahrung ist zudem wichtig, um Schimmel und Fäulnis vorzubeugen. Außerdem wird verhindert, dass sich Schädlinge wie Hausbock oder Splintholzkäfer einnisten können.

Der Lagerplatz

Dieser sollte so beschaffen sein, dass keine zusätzliche Feuchtigkeit an das Holz gelangt. Achten Sie deshalb auf nachfolgende Punkte:

  • Luftzufuhr: Die Luft sollte auch die Rückseite des Kaminholzes erreichen. Dadurch kann sich nirgends Nässe sammeln, die zu Schimmelbildung oder Fäulnis führen könnte.
  • Sonneneinstrahlung: Erreicht das Sonnenlicht den Holzstapel, wird der trocknende Effekt der Lagerung verstärkt. Die Restfeuchte verdunstet schneller.
  • Schutz vor Witterungseinflüssen: Regen und Schnee sollte das Brennholz hingegen nicht ausgesetzt sein, da hierdurch zusätzliche Feuchtigkeit eindringt.

Gut geeignet für die Holztrocknung ist beispielsweise:

  • Eine nach Süden oder Südwesten ausgerichtete Hauswand. Stapeln Sie das Holz unbedingt mit 15 Zentimeter Distanz nach hinten, damit auch die Rückseite des Stapels belüftet wird.
  • Ideal ist es, wenn das Brennmaterial von oben durch ein Schleppdach geschützt wird.
  • Alternativ können Sie das Holz in einer traditionellen Miete, einem frei stehenden Holzstapel, zum Trocknen aufschichten. Durch die spezielle Form kann das Wasser abfließen, während das Heizmaterial an schönen Tagen von der Sonne getrocknet wird. Von oben schützt ein optionales Dach vor Witterungseinflüssen.

Für die Trocknung ungeeignet ist jedoch der Keller oder ein geschlossener Gartenschuppen. Der Luftaustausch in Räumen ist viel zu gering und das noch feuchte Holz beginnt unweigerlich zu faulen oder schimmeln. Aus dem gleichen Grund sollten Sie darauf verrichten, den Stapel mit einer Plane abzudecken.

Wie lange dauert die Trocknung?

Das kann nicht pauschal beantwortet werden, da bei der Lagerung an der Luft die Witterungsbedingungen eine tragende Rolle spielen. Je nach Holzsorte dauert der Prozess des Trocknens im Freien etwa zwei bis drei Jahre. Unter optimalen Bedingungen kann das Heizmaterial sogar schon nach einem Jahr verwendet werden.

Tipps

Auch von unten sollte das zu trocknende Holz gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. Stapeln Sie es deshalb auf einer Fläche, die durch Steine, Europaletten (32,00€ bei Amazon*) oder einer Plane aus Teichfolie.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: gorwol/Shutterstock

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