Baumheide: Richtig pflegen

Das Heidekraut in Bäumchenform ist nicht allen ein Begriff. Wer gern in mediterrane Gefilde reist, wird die Pflanze aber sicherlich kennen. Auch hierzulande kann man die größte Art der Heidekräuter kultivieren - ein Gewinn ist die rustikale Schönheit auf jeden Fall!

baumheide
Die Baumheide ist eine baumartig wachsende Heidekrautart

Herkunft

Die Baumheide (erica arborea) ist genau das, was ihr Name vermuten lässt: eine baumartig auswachsende Art innerhalb der Pflanzengattung der Heidekräuter (Erica). Tatsächlich ähnelt das Gehölz einer größeren Variante der allseits bekannten Winter- oder Sommerheide. Während letztere aber sehr populär in der hiesigen Gartenkultur sind, kommen Baumheidesträucher einem hierzulande kaum einmal zu Gesicht. Das mag vor allem daran liegen, dass sie aus warmen Mittelmeerregionen stammen und in unseren nördlicheren Breiten nur bedingt winterhart sind.

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In ihren Heimatgebieten, dem gesamten Mittelmeerraum inklusive der Kanarischen Inseln, Madeira und dem zentralafrikanischen Hochland, prägt die Baumheide allerdings in hohem Maße das jeweilige Landschaftsbild. Wie alle Erica gedeiht die Baumheide in steinigen, mageren Gefilden. Vor allem in Waldgebieten und Macchien mit sauren Böden ist sie verbreitet.

Bei uns im nördlichen Mitteleuropa lässt sich die Baumheide durchaus auch kultiviert, allerdings muss mit einer deutlich niedrigeren Wuchshöhe gerechnet werden. Wegen der eingeschränkten Frosttoleranz ist außerdem möglicherweise von einer Pflanzung ins Freiland abzuraten.

Herkunft im Überblick:

  • Baumheide ist baumartig wachsende Art der Heidekräuter
  • Stammt aus der gesamten Mittelmeerregion, den Kanaren, Madeira und Zentralafrika
  • Hierzulande wegen mäßiger Frosttoleranz nicht wirklich im Freiland kultivierbar

Wachstum

Die Baumheide entwickelt einen Habitus, der zwischen Strauch und Baum einzuordnen ist. In den meisten ihrer Ursprungsregionen wird sie an die 6 Meter hoch, auf La Gomera sogar bis zu 20 Meter. Bei uns ist wegen des kühleren und lichtärmeren Klimas hingegen schon bei etwa einem Meter Schluss.

Das Gehölz bildet mit seinen zunächst hellen, behaarten und später rotbraun umrindeten Trieben eine dichte Verzweigung aus, die zu einer buschigen Krone heranwachsen.

Blätter

An den buschig verzweigten Trieben wachsen schmale, nadelartige Laubblätter von etwa einem halben Millimeter Breite und ca. 5 Millimetern Länge. Bei den meisten Arten haben die Blätter eine dunkelgrüne Farbe, manche Zuchtsorten zeigen aber auch andere Laubfarben wie etwa Limonengelb. Mit solchen können im Garten das ganze Jahr über fröhliche Farbtupfer gesetzt werden.

Blatteigenschaften im Überblick:

  • Nadelartige, ca. 5 mm lange Laubblätter
  • Meist dunkelgrüne Farbe, aber auch andersfarbige Zuchtsorten erhältlich

Blüten

Ab dem ausgehenden Winter bis in den Juni hinein erscheinen an den Zweigen viele kleine, weiße, in Gruppen angeordnete Blüten in länglicher, geschlossener Kelchgestalt und einzeln hervorragendem Staubblatt. Sie heben sich in ihrer Üppigkeit und der weißen Farbe nicht nur schön vom dunklen Laub ab, sondern verströmen auch noch einen lieblichen, honigartigen Duft. Die ersten Blüten bildet ein Baumheidestrauch aber erst nach einigen Jahren.

Blüteneigenschaften in Kürze:

  • Erste Blüten erst nach einigen Jahren
  • Blütezeit vom ausgehenden Winter bis in den Juni hinein
  • Kelchartige Gestalt, weiße Farbe, üppige Gruppenstellung
  • Angenehm honigartiger Duft

Welcher Standort ist geeignet?

In ihren Heimatregionen lässt die Baumheide sich von viel Sonne verwöhnen und braucht in unseren eher dunkleren Breiten darum umso dringender einen möglichst sonnigen Standort. Wenn Sie sie ins Freiland pflanzen möchten, achten Sie darauf, dass der Platz möglichst zu allen Tageszeiten von der Sonne erreicht wird. Wenn Sie den Strauch im Kübel halten, ist ein freier Stellplatz auf einer Südterrasse oder einem südlich ausgerichteten Balkon ideal.

Ein kritischer Faktor bei der Freilandkultur ist natürlich der Frost, der sich in exponierten Lagen etwas härter auswirkt. Einige niedrige Gehölze in nicht allzu entfernter Nachbarschaft sind daher nicht verkehrt.

  • Baumheide sollte einen möglichst sonnenreichen Platz bekommen
  • Im Kübel ist Stellplatz auf Südterrasse ideal
  • Wegen Frostempfindlichkeit dennoch nicht zu exponiert pflanzen

Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Baumheide gehört zu denjenigen Heidearten, die einen sauren Boden bevorzugen. Auch sollte der Pflanzgrund humos und nicht zu kompakt sein. Mengen Sie dem Substrat einen guten Anteil Sand bei, außerdem ist eine gute Menge Kompost nicht verkehrt. Um die Kübelerde gezielt zu säuern, können Sie auf Torf und etwas Essig zurückgreifen. Wenn Sie den Strauch ins Freiland setzen möchten, lockern Sie das Pflanzloch vorher gut auf.

Zum Merken:

  • Substrat für Baumheide sollte sauer und humos sein
  • Erde mit Sandanteil lockern und mit Kompost anreichern
  • Kübelerde eventuell gezielt mit Torf und Essig säuern

Baumheide gießen

Im Frühjahr, wenn die Baumheide in den Wachstumsmodus kommt, sollten Sie sie gut mit Wasser versorgen. Allerdings nur so weit, dass der Pflanzgrund nicht völlig austrocknet. Zu nass darf die Erde keinesfalls sein, schließlich kommt der Strauch aus insgesamt eher trockenen Regionen. Wichtig ist – vor allem, wenn Sie die Baumheide im Kübel halten – dass Sie entsprechend ihrer Vorliebe für ein saures Bodenmilieu kalkarmes Wasser verwenden, am besten aus einer Regentonne.

Gießpraxis in Stichworten:

  • Vor allem im Frühjahr in der Wachstumsphase regelmäßig gießen
  • Ansonsten eher mäßig, nur nicht austrocknen lassen
  • Möglichst weiches (Regen-)Wasser verwenden

Baumheide richtig düngen

Da die Baumheide auf saurem Boden gedeiht, eignen sich für sie als Wachstumsunterstützer Spezialdünger, zum Beispiel Präparate für Rhododendren. Gedüngt werden sollte aber in Maßen und nur während der Hauptvegetationsphase vom Frühjahr über den Sommer hinweg. Für die Langzeitversorgung können Sie dem Pflanzgrund bzw. dem Kübelsubstrat eine gute Menge Kompost beimengen.

Düngeempfehlung in Kürze:

  • Spezialdünger, etwa für Rhododendren, verwenden
  • Als Langzeitversorgung Kompost nutzen
  • Zusatzdüngung nur über die Hauptvegetationsphase hinweg

Baumheide richtig schneiden

Eine regelmäßige Schnittpflege ist bei der Baumheide durchaus zu empfehlen, wenn man Wert auf einen kompakten, formschönen Wuchs legt. Das gilt im Übrigen auch für alle anderen Heidearten, die im Garten kultiviert werden. Den formenden Rückschnitt nehmen Sie am besten im frühen ausgehenden Winter vor, bevor die Blüten ansetzen. Nach der Blüte im Juli oder August ist ein weiterer Rückschnitt ratsam, damit sich im Folgejahr eine schöne Blütenfülle ausbilden kann.

Schnittpflege in Kürze:

  • Regelmäßiger Rückschnitt empfehlenswert für kompakten Wuchs
  • Formender Rückschnitt im Winter
  • Blütenfördernder Rückschnitt im Sommer nach dem Abblühen

Überwintern

Die Überwinterung ist bei der Baumheide ein wichtiges Kapitel. Da sie unseren Wintern nicht sicher standhält, muss der Erica-Fan schon bei der Pflanzung die Entscheidung treffen, ob er die Freilandkultur verantworten kann oder lieber auf die sicherere, weil mobile Kübelkultur setzt.

In milden Regionen ist eine Pflanzung ins Freiland sicherlich möglich, wenn bei längeren Frostperioden entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden. In Gebieten, in denen das Thermometer im Winter gern auch mal längere Zeit unter -10°C fallen kann, sollte man lieber auf die Freilandkultur verzichten. Wer sich für die dauerhafte Auspflanzung in den Garten entschieden hat, sollte die Strauchscheibe ab Temperaturen unter 0°C mit Tannenzweigen und/oder Gartenvlies abdecken.

Ist ein Baumheidestrauch im Winter doch einmal weitgehend zurückgefroren, müssen Sie ihn aber nicht sofort aufgeben. Warten Sie das Frühjahr ab, schneiden das erfrorene Material radikal zurück und warten, ob die Pflanze wieder austreibt. Das ist bei günstigen Bedingungen durchaus möglich.

Wenn Sie die Baumheide im Kübel halten, sind Sie in puncto Überwinterung natürlich flexibler. Stellen Sie sie einfach im Herbst, wenn die Temperaturen dauerhaft einstellig werden, an einen kühlen, aber möglichst hellen Ort. Am besten eignet sich ein Kalthaus, aber auch eine unbeheizte Eingangsveranda oder ein Gartenhaus (142,99€ bei Amazon*) mit Fenster sind gute Überwinterungsplätze. Die Temperatur im Winterquartier sollte um die 5°C betragen. Gießen Sie die Baumheide während der Überwinterungsperiode nur so viel, dass sie nicht austrocknet.

Überwinterungsregeln in Stichworten:

  • In milderen Regionen durchaus im Freiland überwinterbar
  • Dann in strengeren Frostperioden mit dauerhaften Minuswerten mit Tannenzweigen und/oder Gartenvlies abdecken
  • Bei Kübelhaltung im Herbst an einen hellen, kühlen (etwa 5°C) Ort stellen (Kalt- oder Gartenhaus)

Tipp

In der Kübelkultur macht sich ein Baumheidestrauch besonders dekorativ in einem Korb-Übertopf. Das hölzerne Geflecht betont den rustikalen Charakter der Baumheide und ihren strauchigen Habitus. Sehr hübsch machen sich mehrere verschiedenfarbig belaubte Sorten in Gruppenstellung.

Sorten

Erica sind in letzter Zeit wieder äußerst beliebt und werden zur Vermarktung eifrig gezüchtet. Dabei sind vor allem die Winter- und Sommerheide auf dem Vormarsch. Aber auch bei der Baumheide gibt es mittlerweile zahlreiche verschiedene Zuchtsorten, die dem Hobbygärtner kreative Gestaltungsfreiheit bieten. Auch hier haben vor allem Sorten mit andersfarbigem Laub als dem ursprünglichen Dunkelgrün den Markt bereichert.

Erica arborea ‘Alberts Gold’

Diese Baumheidensorte zeigt ein goldig-limonengelbes Laubkleid, das ganzjährig für einen aparten Farbakzent im Garten oder auf der Terrasse sorgt. Besonders schön wirkt die Laubfarbe im Kontrast zu der rotbraunen Rinde, die zwischen den nadeligen Blättern hervorblitzt. Die Baumheide ‘Alberts Gold’ wird maximal einen Meter hoch und ist gegenüber einstelligen Minuswerten relativ tolerant. Sie lässt sich also in milderen Regionen in einen Heidegarten auspflanzen. Aber auch im Terracotta-Kübel macht sie sich gut, besonders dekorativ kommt sie auf Natursteinplatten zur Geltung.

Erica arborea ‘Estrella Gold’

Auch diese Sorte zeigt gelbes Laub, allerdings in einem etwas wärmeren, weicheren Ton. Auch die ‘Estrella Gold’ wird knapp einen Meter hoch. Sie ist etwas frostempfindlicher, weswegen eine Kübelkultur hier der Auspflanzung ins Freiland vorzuziehen ist. Die ganze erste Jahreshälfte über erfreut sie mit einem duftenden Blütenzauber.

Erica arborea ‘Alpina’

Die Baumheide ‘Alpina’ kleidet sich in helles, frischgrünes Laub und kommt besonders in Kombination mit rosa blühenden Rhododendren attraktiv zur Geltung. Ihre Blätter haben eine besonders feine, fast fedrige Struktur, weshalb die Sorte sich auch gut im japanischen Steingarten macht. In rustikalen Korb-Übertöpfen kann ein schöner Strukturkontrast entstehen. Die Sorte wird 80 bis 100 cm hoch und ist bis in den einstelligen Minustemperaturbereich winterhart.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Peter Turner Photography/Shutterstock

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