Meerrettich-ernten

Frischen Meerrettich aus dem eigenen Garten ernten

Meerrettich wird in Süddeutschland und Österreich auch als "Kren" bezeichnet und seit jeher in Bauerngärten als Gewürzpflanze angebaut. Die Hauptwurzel wird in geriebener Form als Würzbeilage gereicht oder auch frisch und getrocknet zu Saucen und Würzmischungen verarbeitet.

Den Grundstein für eine gute Ernte legen

Bereits die Pflanzung der Fechser genannten Seitenwurzeln des Meerrettichs legt die Basis für eine zufriedenstellende Ernte. Die aus der vorhergehenden Saison aufbewahrten Fechser müssen dabei nach bestimmten Kriterien gepflanzt werden:

  • in einen humosen und tiefgründigen Boden
  • entsprechend ihrer Schnittmarkierung mit der richtigen Seite nach oben
  • mit dem oberen Ende in fünf Zentimetern Tiefe unter der Erde
  • mit dem unteren Ende etwa zehn Zentimeter unter der Erdoberfläche

Nur bei einem idealen Pflanzwinkel der Fechser kann auch eine gerade und kräftige Pfahlwurzel wachsen.

Die richtige Pflege des Meerrettichs für eine reiche Ernte

Für den Anbau von Meerrettich ab März und April sollte der Boden im jeweiligen Beet etwa sechs bis acht Wochen zuvor eine Düngung mit frischem Stallmist erhalten. Werden die oberen Wurzeldrittel im Juni kurz freigelegt und von seitlichen Wurzelansätzen befreit, konzentriert sich die Energieversorgung aus den langen Blättern besser auf die Ausbildung der Hauptwurzel. Im Sommer kann außerdem auch eine leichte Düngergabe erfolgen, um den Meerrettich mit genügend Nährstoffen zu versorgen.

Den Meerrettich ernten

Sobald die Blätter des Meerrettichs im Herbst verwelken, ist das Wachstum der begehrten und würzigen Wurzeln abgeschlossen. Sie können dann mit einem Spaten vorsichtig ausgegraben werden. Die Wurzeln können aber auch in frostfreier Tiefe im Boden verbleiben und den Winter über nach und nach frisch geerntet und verbraucht werden. Für eine Einlagerung im Keller werden die Wurzeln mit einem Messer von noch anhaftenden Blättern befreit und ungewaschen in feuchtem Sand eingeschlagen.

Meerrettich richtig lagern

Eine einfache und unaufwendige Art der Lagerung stellt beim Meerrettich der Verbleib der Wurzeln im Beet in einer frostfreien Erdtiefe dar. Auch in feuchten Sand eingeschlagen halten sich die Wurzeln mehrere Monate lang, verlieren dabei aber etwas an Schärfe. Meerrettich kann in geriebener Form auch sanft getrocknet und in Schraubgläsern zur Verwendung als Gewürz aufbewahrt werden.

Tipps & Tricks
Wenn Sie im nächsten Jahr erneut Meerrettich ernten möchten, sollten Sie bei der Ernte auf die Fechser genannten Seitenwurzeln des Meerrettichs achten. Diese trennen Sie mit einem Messer so von der Hauptwurzel ab, dass Sie auch später für das erneute Einpflanzen im Frühjahr noch die nach oben gewandte Seite erkennen können. Lagern Sie die Fechser ungewaschen und idealerweise in Sandkisten in einem kühlen Kellerraum. Sollten Sie keine Vermehrung des Meerrettichs in Ihrem Garten wünschen, müssen Sie sämtliche Wurzelteile ausgraben. Ansonsten kann der Meerrettich auch aus kleinsten Wurzelstücken wieder neu austreiben.

Ein Kommentar

  1. Frage:
    Im Sommer kommen beim Meerrettich weiße Blütenstengel, welche dann Samen an den Stengel bilden.
    Soll man diese weißen Blüten enfernen damit sich kein Samen bildet, so dass die Kraft in den Wurzeln bleiben, also im Meerrettich?
    Oder kann man diese Blüten stehen lassen?
    Vielen Dank!

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