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Die Früchte der Zitterpappel sind eher unscheinbar

Die Frucht der Zitterpappel

Die Zitterpappel ist vor allem für ihr nervöses Espenlaub bekannt. Dabei steckt in ihren Früchten im Grunde auch viel Charakterpotenzial. Dass sie es nicht zu einer Redensart gebracht haben, mag an ihrem geringeren Alleinstehungsstatus liegen.

Erst Blüten, dann Blätter, dann Früchte

Die Reihenfolge dessen, was die Zitterpappel im Jahresverlauf zum Vorschein bringt, ist dieselbe wie bei ihren Gattungsgenossinnen. Wie alle Populus-Arten treten die Blüten als erstes auf die Bühne. In subtropischen Breiten können sie schon ab Februar erscheinen, bei uns zeigen sie sich ab März oder April. Die ganze Blütezeit haben sie dann den Baum für sich.

Denn das Laub erwacht erst, nachdem die Kätzchen abgeblüht sind. Eine Weile kann es sich ungestört entfalten und sein frisches Grün ausstrecken, bevor dann ab Ende Mai die Früchte dazukommen.

Die Blüten-, Laub- und Fruchtzeiten im Überblick:

  • Hierzulande Blüten ab März/April
  • Im April Laubentfaltung
  • Früchte ab Ende Mai

Die Befruchtung

Zitterpappeln sind wie alle Populus-Arten anemophil, das heißt, sie haben sich an die Windbestäubung angepasst. Die männlichen Kätzchenblüten beauftragen also den Wind, um ihren Blütenstaub auf den Weg zu weiblichen Blüten zu schicken.

Wenn die weiblichen Blüten befruchtet sind, nutzen auch diese wiederum den Wind zur Fortpflanzung, also zur Verbreitung der Samen. Damit sind Zitterpappeln nicht nur anemophil, sondern auch anemochor.

Der Fruchtstand, der sich ab Ende Mai entwickelt, ist eine Kapselfrucht von grünlicher bis bräunlicher Farbe mit zwei bis vier Lappen. Eine einzelne weibliche Kätzchenblüte besitzt von diesen Kapseln sehr viele. Um die Samen freizugeben, öffnen sie sich bei der Fruchtreife. Während dieser Zeit haben die Kätzchen durch ihre vielfach aufgespreizte Oberfläche eine weißwollige Erscheinung.

Flauschige Flugsamen ab Juni

Um vom Wind leicht davongetragen werden zu können, besitzen die Samen oben einen flauschigen Schopf von weißlichen, feinen Haaren. Dieser fungiert gewissermaßen als Segel und sorgt für einen großzügigen Verbreitungsradius der Zitterpappel. Wenn Samen in Flussläufen landen, können sie sogar noch viel weiter fortgetragen werden als vom Wind allein. Dadurch haben Zitterpappeln eine enorm hohe Fortpflanzungsreichweite.

Dadurch dass die Samen von Zitterpappeln so zahlreich sind, erlebt man im Juni oft ein regelrechtes Flauschflockentreiben. Beim Spaziergang durch ein Zitterpappelwäldchen kommt man dann wie beschneit nach Hause.

Text: Caroline Strauss Artikelbild: P.S.Art-Design-Studio/Shutterstock

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