Zitronenbaum – winterhart oder nicht?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Klima in Nord- und Mitteleuropa verändert. Im Mittel hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur um etwa drei °C erhöht. Zudem werden in den gemäßigten Lagen Nordeuropas nur noch selten Temperaturen unter - 15 °C erreicht. Diese Veränderung eröffnet ganz neue Anbaumöglichkeiten: Wein etwa wird mehr nicht nur in den klassischen Gebieten angebaut, sondern es entstehen neue Anbaugebiete sogar in Dänemark und Schweden. Doch gilt dies auch für Zitronen?

Zitronenbaum winterhart

Klassische Zitronensorten sind nicht winterhart

Klassische Zitronensorten der Gattung Citrus limon sind in unseren Breitengraden nicht winterhart und sollten ihren Bedürfnissen entsprechend überwintert werden. Dabei besteht die Gefahr nicht nur darin, dass der Baum aufgrund des möglicherweise auftretenden Frosts erfrieren könnte. Die Witterung ist allgemein zu nass und auch zu dunkel. Zitronen überwintern idealerweise bei einer Durchschnittstemperatur von um die 10 °C und deutlich mehr Licht als die Wintersonne ihnen zu geben vermag.

Lesen Sie auch

Winterharte Zitronensorten

Dennoch gibt es einen Ausweg – sofern Sie keinen Wert auf genießbare bzw. schmackhafte Früchte legen. Die aus Zentral- und Nordchina stammende Bitterzitrone, die auch als Dreiblättrige Orange (Citrus trifoliata oder Poncirus trifoliata) bezeichnet wird, ist als einzige Zitrusart im Winter laubabwerfend und bis zu Temperaturen von bis zu – 25 °C frosthart. Dieser hübsche, bis zu drei Meter hoch wachsende Busch kann bedenkenlos in den Garten ausgepflanzt werden. Die Bitterzitrone wird häufig als Veredelungsunterlage verwendet, was wiederum eine höhere Unempfindlichkeit der veredelten Pflanze gegenüber Kälte und Nässe zur Folge hat. Allerdings sind ihre gelborangen, behaarten Früchte aufgrund der enthaltenden Bitterstoffe ungenießbar.

Weitere winterharte Zitrussorten

Auch Kreuzungen bzw. Hybriden der beschriebenen Bitterzitrone erweisen sich oftmals als winterhart, jedoch lediglich bis zu Temperaturen zwischen minus acht und minus zwölf °C. Dabei handelt es sich um Kreuzungen aus Orange und Bitterzitrone (Citrangen), Mandarine und Bitterzitrone (Citrandarinen) sowie um die so genannten Papedas (Ichang). Die Früchte dieser Bäume sind jedoch von mehr oder weniger herb-säuerlichem Aroma. Grundsätzlich gilt: Je frosthärter die Zitrusart, desto weniger schmackhaft sind die Früchte.

Ichang Lemon

Bei der Ichang Lemon handelt es sich um eine sehr alte, chinesische Hybride aus Citrus ichangernsis und Citrus maxima. Die Pflanze ist bis minus 10 °C frosthart. Sie bildet einen breiten Busch mit großen, hängenden Blättern und Trieben sowie großen, weißen Blüten. Ihre Frucht ähnelt einer dicken Zitrone mit dicker, weicher Schale. Das Fruchtfleisch hat ein saures Pomelo-Aroma mit den leichten Bitterstoffen der Grapefruit.

Tipps & Tricks

Auch die jahrtausendealte japanische Hybride Yuzu bis zu einer Temperatur von minus 12 °C frosthart. Es handelt sich um eine Kreuzung aus Ichang und Mandarine, die clementinenähnliche Früchte hervorbringt. Auch die Satsuma-Mandarine ist recht frosthart.

Text: Ines Jachomowski

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.