Wilder Wein – regelmäßiger Rückschnitt notwendig

Wilder Wein wird gern zur Begrünung von Fassaden verwendet, wächst allerdings durchschnittlich zwei Meter pro Jahr – gehört ergo zu den sehr schnellwüchsigen Kletterpflanzen. Ob dreilappige oder fünflappige Jungfernrebe – wie der Wilde Wein auch genannt wird – Sie sollten diese regelmäßig zurückschneiden. Achten Sie dabei jedoch auf eventuell vorhandene Vogelnester, denn Spatzen und andere Singvögel bauen gern ihre Heimstätten im dichten Laub.

Wilder Wein Rückschnitt
Wilder Wein wächst sehr schnell und sollte daher vor allem um Fenster herum regelmäßig entfernt werden

Wilden Wein nicht ungehemmt wachsen lassen

Ungehemmt wachsender Wilder Wein kann schwere Schäden an Mauerwerk und Dach verursachen, weshalb Sie vor einer Pflanzung nicht nur eventuelle Risse in der Mauer kitten sollten, sondern die Ranken auch von Regenrinnen, Dachziegeln, Rolladenkästen etc. fernhalten sollten.

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Rückschnitt im Spätsommer

Der Rückschnitt erfolgt optimalerweise im Spätsommer bzw. Frühherbst, wobei Sie ruhig recht radikal vorgehen können: Wilder Wein ist sehr schnittverträglich und treibt im folgenden Frühjahr sehr zuverlässig wieder aus. Allerdings können die Haftfüßchen, mittels derer sich der Wilde Wein selbstständig an der Mauer emporrankt, sehr hartnäckig festsitzen. Sie lassen sich aber mit diversen chemischen Mittelchen oder mit einem Gasbrenner gut ablösen.

Stecklinge schneiden

Wilder Wein kann wunderbar über Stecklinge vermehrt werden, die im Herbst geschnitten werden.

  • Wählen Sie ca. 15 bis 20 Zentimeter lange, eher holzige Triebe aus.
  • Diese haben idealerweise drei bis vier Augen.
  • Die Schnittfläche sollte möglichst schräg gehalten werden,
  • so kann der Steckling leichter Wasser aufnehmen.
  • Mischen Sie Komposterde, Blumenerde und Sand zu gleichen Teilen
  • oder verwenden Sie handelsübliche Anzuchterde.
  • Pflanze Sie die Stecklinge dort hinein
  • und drücken Sie sie gut an.
  • Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht
  • und stellen Sie die Anzuchttöpfchen an einen hellen und warmen Standort,
  • jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Die Stecklinge überwintern nach Möglichkeit im Haus und werden schließlich im folgenden Frühjahr an Ort und Stelle ausgepflanzt. Alternativ lässt sich Wilder Wein aber auch über Absenker vermehren, die bis zur Bewurzelung einfach an der Mutterpflanze bleiben.

Tipp

Ein Rückschnitt ist übrigens nicht nur im Spätsommer möglich, sondern kann – je nach Notwendigkeit und Wuchsgeschwindigkeit – zu jedem Zeitpunkt während der gesamten Vegetationsperiode zwischen April und Oktober erfolgen. Eine Eingrenzung des Wachstums durch regelmäßige Schnittmaßnahmen ist wichtig, um drohende Schäden zu vermeiden.

Text: Ines Jachomowski

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